Mit Rettungskreuzer "Minden" aus Bremerhaven

Deutsche Seenotretter helfen bei Flüchtlingssuche in der Ägäis

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Der Seenotrettungskreuzer "Minden".

Bremerhaven - Hilferuf der griechischen Kollegen an die deutschen Seenotretter mit Sitz in Bremen – da sagte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gleich zu. Die Retter helfen nun den Rettern von Flüchtlingen in der Ägäis.

Heute ist dafür der Seenotrettungskreuzer „Minden“ in Bremerhaven auf einen Schwergutfrachter mit Ziel Griechenland verladen worden. Mit der „Minden“ unterstützen die deutschen Seenotretter für einen begrenzten Zeitraum die griechischen Such- und Rettungskräfte im Rahmen einer international Aktion. Gemeinsames Ziel mehrerer nordeuropäischer Seenotrettungsgesellschaften ist es, die Strukturen vor Ort nachhaltig zu stärken, wie Christian Stipeldey von der DGzRS sagte. Die Ressourcen der griechischen Seenotretter seien erschöpft.Mit der „Minden“ reist das Tochterboot „Margarete“ nach Griecheland. Die Spedition „PM Shipping“ ermöglichte den Transport zum Selbstkostenpreis, wie es heißt. Eine eigene Fahrt würde länger dauern und wäre zudem auch noch teurer.

Die DGzRS hatte die „Minden“ 2014 nach 28 Einsatzjahren außer Dienst gestellt und verkauft. Der heutige Eigner stellt den Bremer Seenotrettern das Schiff nun für den Ägäis-Einsatz unentgeltlich zur Verfügung, sagte Stipeldey. Ausgerüstet ist es bereits wieder wie ein Seenotrettungskreuzer.

Zehn Tage wird es dauern, bis das Schwergutschiff „Atlantic“ mit der „Minden“ als Deckslast nach Lavrio östlich von Athen schippert. Von dort aus geht es auf eigenem Kiel zum Einsatzort Mytilini im Süden der Insel Lesbos. Dort wird das Schiff von freiwilligen Seenotrettern gefahren. Zur Überführungscrew und zum ersten Einsatzteam vor Ort gehört unter anderem Vormann Ulrich Fader von der DGzRS-Station Bremerhaven.

Der voraussichtlich Anfang März beginnende und auf vier bis sechs Monate befristete Einsatz ist Hilfe zur Selbsthilfe, sagte Stipeldey. Er steht unter dem Motto „Retter helfen Rettern“ („Members assisting Members“). Im Sommer wird die „Minden“ von zwei 8,5 Meter langen Neubauten abgelöst. Diese Einheiten hat die DGzRS auf einer finnischen Werft bestellt, um den griechischen Seenotrettungsdienst langfristig zu stärken. „Ihre Anschaffung kann dank des Engagements eines einzelnen Spenders erfolgen“, so der DGzRS-Sprecher.

Die DGzRS und andere nordeuropäische Seenotrettungsgesellschaften hatten eine Bitte um Unterstützung der für den griechischen Seenotrettungsdienst zuständigen „Hellenic Coast Guard“ erhalten. Der gemeinsame Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen auf See findet unter dem Dach der „International Maritime Rescue Federation“ (IMRF), der internationalen „Familie“ der Seenotretter, statt.Die Wahrnehmung der DGzRS-Aufgabe in Nord- und Ostsee bleibt vom Einsatz in der Ägäis unberührt, sagte Stipeldey. Er betonte: „Die Einsatzfähigkeit der deutschen Seenotretter im eigenen Zuständigkeitsbereich ist ohne Einschränkung gesichert.“ Der Einsatz in der Ägäis werde durch Projektspenden finanziert. gn

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