Deutsche Flipper-Meisterschaft im Musicaltheater

Winkelberechnungen und Ballphysik

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Sabine Pfeifer aus Weyhe am Flipper.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Ich bin ein Meister im Flippern“, sagt Jens Arfmann im Musicaltheater am Richtweg und lacht herzlich. Der Habenhauser hatte sich für die offene Deutsche Pinball-Meisterschaft qualifiziert – ebenso wie Sabine Pfeifer aus Weyhe. Im Musicaltheater blinkte, klingelte und flipperte es am Wochenende über drei Tage und drei Etagen.

Das Turnier „Pinball at the Opera“ lockte mit etwa 120 Spielgeräten. Bunt und detailverliebt waren sie alle. Bei lockerer Atmosphäre kämpften die Turnierteilnehmer an den Flippern um Punkte. Die Gäste freuten sich hingegen einfach, mal wieder so ein Gerät bedienen zu können.

Nur zwei Geräte verlangten einen Geldeinwurf – und der war für einen guten Zweck. Holger (43) aus Horn flippert seit mehr als 25 Jahren. „Leider sind die Geräte ausgestorben“, erzählte er, „und wurden durch Bildschirmspiele oder Geldspielautomaten ersetzt.“ Über zwei äußere Knöpfe bedient man die fingerlangen Hebel – die sogenannten Flipper – am unteren Ende des Spielfelds. Damit gilt es, eine Stahlkugel so lange wie möglich im Spiel zu halten und dabei Punkte zu sammeln. Auf keinen Fall sollte sie zurückrollen und zwischen den beiden Flippern hindurch ins Aus gehen.

Jeder Spieltisch hat ein Thema, das fantasievoll ausgearbeitet ist. Sie heißen „Eight Ball“, „Fish Tales“, „Safe Cracker“, „Medieval Madness“ oder „Batman“. Die Bandbreite reicht bis zum „Phantom of the Opera“, das die Vorfreude im Musicaltheater schon stilecht an der Kasse weckte.

Sabine Pfeifer aus Weyhe war eine der ganz wenigen Frauen im Starterfeld. Sie durfte in ihrer Gruppe gegen den amtierenden Europameister Ernö Rotter antreten. Dabei war sie am Vortag einfach nur „just for fun“ zu den Pinball-Meisterschaften gegangen. Etwas Übung brachte sie dennoch mit. Zuhause haben Pfeifers selbst einen Flipper stehen. „Man muss die Spiele irgendwie mögen“, erklärte die 54-Jährige, als sie am Flipper „Fish Tales“ gegen den Europameister antrat. „Dieser Tisch liegt mir nicht so, auch wegen des zusätzlichen kleinen Spiels in einem Display, über das man Fische angeln kann.“ Für das Gerät mit dem Namen „World Cup Soccer Ball“ rechnete sich Pfeifer mehr Chancen aus.

Wer meint, Flippern sei vor allem Glück, irrt. Man braucht Schnelligkeit und Gefühl. „Der Winkel, in dem die Hebel auf die Kugel treffen, gibt die Richtung“, erklärte „Bobby“ vom Frankfurter Flipper-Museum. „Und schießen muss man immer dorthin, wo es blinkt.“

Er spielte in seiner Gruppe unter anderem gegen Ergun Erdemir aus Paderborn, der unter den Top 200 der Weltrangliste steht. „Mein erstes Spiel war noch nicht so gut“, sagte Bobby, „doch das wird besser. Man stellt sich auf die Ballphysik ein und spielt sich warm.“

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