Deutsche Flipper-Meisterschaft am 13. und 14. Juni im Bremer Musicaltheater

Die Stahlkugel rollt

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Stefan Vesterling aus Langwedel ist Organisationsleiter der Deutschen Flipper-Meisterschaft im Musicaltheater.

Bremen - Von Jörg Esser. Es blinkt. Und rattert. Und scheppert. Und wieder bleibt die Kugel im Spiel. Alles läuft gut. Doch dann: „Tilt“. Der Spieler hat zu heftig am Flipperautomaten geruckelt. Nichts geht mehr. Die Kugel ist verloren. Und damit womöglich die Meisterschaft.

„Die Hoch-Zeit der Flipperei ist längst vorbei“, sagt Stefan Vesterling vom Flipperverein. Doch für ein Wochenende kehren die Kult-Spielautomaten ins Rampenlicht zurück. Am Sonnabend, 13.Juni, von 10 bis 23 Uhr und am Sonntag, 14.Juni, von 10 bis 15 Uhr wird das Bremer Musicaltheater am Richtweg zur Flipper-Arena und zum Schauplatz der offenen Deutschen Flipper-Meisterschaft. Mit dem Slogan „Pinball at the Opera“ wirbt die „German Pinball Association“ (GPA) für das Event.

Die Flipper-Meisterschaft sei ein Kernpunkt der Veranstaltung, sagt Organisationsleiter Vesterling. 60Spielautomaten werden im Musicaltheater für das Turnier der Besten aufgebaut, noch einmal 60 fürs „freie Spiel“. In der „Beletage“ spielen die Cracks um die Meisterschaft, eine Etage darunter daddelt das Flipper-Volk. Und im Erdgeschoss gibt es einen Markt mit Flipper-Verkauf und Ersatzteil-Shops.

Klingt spannend. Die Veranstalter versprechen ein „sportliches buntes Erlebnis“. Laut und schrill womöglich. Vesterling und seine Mitstreiter wollen „das Flippern am Leben erhalten“. Der GPA, der Vereins deutscher Flipperfreunde, will den Flipper „als Kult- und Kunstobjekt sowie Unterhaltungs- und Sportgerät in der Öffentlichkeit wieder bekannter zu machen und seine Verbreitung fördern“, heißt es in der Satzung.

Das ist ein schwieriges Unterfangen. Schließlich bringt laut Vesterling weltweit nur noch Flipperproduzent Gary Stern aus Chicago drei bis vier neue Spielgeräte pro Jahr auf den Markt. In Kneipen wird kaum noch geflippert. Doch nicht nur die GPA holt mit den Meisterschaften den „Kult aus der Versenkung“. Auch das Science-Center „Phaeno“ in Wolfsburg widmet in Zusammenarbeit mit dem „Pacific Pinball Museum“ aus San Francisco derzeit eine Sonderausstellung den „großen Flipperzeiten“. Bis zum 2. September ist ebendort „ausgeflippt“ zu sehen.

Zurück an die Weser: Bei der „Pinball-Convention“ in Bremen werden Automaten aus sechs Jahrzehnten aufgebaut – von den elektromechanischen Modellen der 60er und 70er Jahre mit ihrem ratternden Zählwerk bis hin zu den aktuellen Spielgeräten. Ein Großteil der Automaten wird per Laster aus Berlin herangekarrt, der Rest kommt vor allem aus Bremen und „umzu“ sowie aus Lemgo.

Bei den Flippermeisterschaften geben sich 128Cracks die Stahlkugel. Die eine Hälfte ist gesetzt, die andere wird am Freitag (12.Juni, ab 16 Uhr) in einem offenen Qualifikationsturnier ermittelt. In einer Vorrunde werden in Gruppen 48 Teilnehmer für die Hauptrunde ausgespielt, von denen sich die vier Besten fürs Finale qualifizieren. In der Vorrunde stehen pro Teilnehmer acht Spiele an acht verschiedenen Automaten an, in der Hauptrunde dann jeweils elf.

Gibt es Favoriten? „Es gibt Unterschiede“, sagt Vesterling, der 2014 bei den Flipper-Europameisterschaften in Rimini den sechsten Platz belegt hat. „Die besten Spieler arbeiten mit dem Gerät. Sie beherrschen Ball und Tisch.“ Und der Faktor Glück? Der nimmt laut Vesterling mit dem Alter des Spieltisches ab.

Übrigens: Die Eintrittskarte für die Flipper-Meisterschaft kostet zehn Euro – freies Spielen am ganzen Wochenende inklusive.

www.flipperverein.de

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