Geldhaus setzt auf regionale Beratungscenter

Digitalisierung: Präsenz statt Rückzug bei der Deutschen Bank

Bremen - Von Jörg Esser. Das Bankgeschäft bleibt im Wandel. Der Weg zum Geld führt nicht mehr durch die Tür der Filiale. Vielmehr werden 90 Prozent des Zahlungsverkehrs online erledigt. Jeder zweite Kunde kommt im Schnitt einmal pro Jahr in die Filiale. Die Geldinstitute müssen umdenken. Sie investieren in die Digitalisierung. Und in digitale Vertriebswege.

Die Deutsche Bank steckt bis 2020 rund 750 Millionen Euro in den „intuitiven, komfortablen und sicheren“ Ausbau von Online- und Mobile Banking im Privat- und Firmenkundengeschäft, sagt Ludwig Blomeyer, Sprecher der Geschäftsleitung der Deutschen Bank in Bremen.

Die Deutsche Bank hat kräftig umstrukturiert, hat Stellen abgebaut (in der Stadt Bremen fünf) und ihre Marktgebiete neu strukturiert. Vom Domshof aus wird jetzt das Marktgebiet Bremen/Osnabrück gelenkt. Das erstreckt sich vom Alten Land bis nach Ostfriesland. 16 Filialen gibt es, drei in Bremen (Domshof, Schwachhausen und Bremen-Nord), weitere unter anderem in Verden, Bremerhaven, Oldenburg und Osnabrück.

Mehrere Filialen mussten 2016 schließen

Neun Filialen sind im Laufe des vergangenen Jahres geschlossen worden, drei in Bremen. Doch Sabine Niemeyer, für die Privatkunden im Bereich Bremen/Osnabrück zuständig, sagt: „Die Bankfiliale ist kein Auslaufmodell.“ Und so sind fünf der verbliebenen Filialen, darunter die am Domshof, für insgesamt sieben Millionen Euro neugestaltet worden.

Die Kunden honorierten das, heißt es. Doch sie wollen mehr. Erwartet werde ein Zugang zu den Leistungen der Bank auch außerhalb der klassischen Öffnungszeiten, sagt Niemeyer. Auch darauf hat die Deutsche Bank reagiert. In Hamburg ist ein regionales Beratungscenter eröffnet worden. Von dort aus betreuen rund 100 Bankkaufleute die Kunden aller 92 norddeutschen Deutsche-Bank-Filialen. Das Center ist wochentags von 8 bis 20 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 15 Uhr via Telefon und Videotelefon sowie ab Herbst auch via Internet über Chat und Co-Browsing erreichbar. 

„Damit sind wir Vorreiter“, sagt Blomeyer, „das ist ein echter Gewinn der Digitalisierung.“ „Präsenz trotz Rückzug“, fährt er fort. Und spricht von einer neuen Zeit im Banking: „Wir bewegen uns auf den Kunden zu statt von ihm weg.“ So viel zur Strategie, doch zu einer Bankbilanz gehören auch harte Zahlen.

209.000 Kunden im Gebiet Bremen/Osnabrück

Denen zufolge hat die Deutsche Bank im neuen Marktgebiet Bremen/Osnabrück Ende 2016 rund 209.000 Kunden betreut. Das Geschäftsvolumen betrug per 30. April dieses Jahres 7,08 Milliarden Euro, davon 2,44 Milliarden in Bremen. Das waren 246,5 Millionen und 53 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Im Anlagengeschäft betrug das Einlagevolumen in den ersten vier Monaten 2,62 Milliarden Euro, davon 1,04 Milliarden in Bremen. Das Depotvolumen stieg von 1,97 auf 2,03 Milliarden Euro. Auch das Kreditgeschäft brummt. Von Januar bis April verlieh die Bank 2,43 Milliarden Euro, davon 650 Millionen in Bremen.

Rubriklistenbild: © dpa

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