Statistik: Deutlich mehr Straftaten in Bremen

Kriminalität: Mäurer will 41 Intensivtäter ausweisen

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Bei der Präsentation der Kriminalstatistik - von links gesehen: Polizeipräsident Lutz Müller, Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Harry Götze, Direktor der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

Bremen - Von Thomas Kuzaj.  Die Zahl der registrierten Straftaten im Land Bremen ist 2015 – erstmals seit drei Jahren – deutlich gestiegen. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und Polizeipräsident Lutz Müller am Donnerstag vorgelegt haben. Danach kletterte die Zahl der Straftaten von 83.777 auf 91.237. Die Aufklärungsquote stieg im Land Bremen um 1,9 Prozentpunkte auf 47,7 Prozent.

Mit Blick auf die Sicherheitslage im und am Bremer Hauptbahnhof kündigte Mäurer an, Bremen werde 41 Tatverdächtige aus Nordafrika ausweisen. Der Senator: „Wenn wir es nicht schaffen, sie außer Landes zu bringen, haben wir ein dauerhaftes Problem.“ Alles andere sei „Sozialromantik“. Die Fallzahlen stiegen in der Statistik unter anderem beim Ladendiebstahl und beim Autoaufbruch. Das Gros der zusätzlichen Straftaten setzt sich laut Mäurer aus Diebstählen (2.507 Fälle) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten (1.242 Fälle) zusammen.

Hinzu kamen Straftaten von Flüchtlingen, die dadurch zustande kamen, dass sie auf der Flucht illegale Grenzübertritte begangen haben – die sich in der Statistik nun als Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asyl- oder Freizügigkeitsgesetz (1 700 zusätzliche Fälle) wiederfinden. Dadurch stieg die Zahl der ausländerspezifischen Delikte um 131,2 Prozent auf insgesamt 2.996 Fälle.

Wesentlich größere Sorgen allerdings machen sich Polizei und Innenbehörde wegen der Sicherheitslage im und um den Bremer Hauptbahnhof. Ein neues Konzept soll hier für mehr Sicherheit sorgen, hieß es. „Ich kann nachvollziehen, dass man da als Bürger mit gemischten Gefühlen durchgeht“, sagte Senator Mäurer, der sich jüngst selbst ein Bild von der Lage am Bahnhof gemacht hat. „Ich habe an dem Abend sehr viele Intensivtäter wiedererkannt, die da ihr Unwesen treiben.“

Smartphones, Bargeld, Halsketten – besonders im und am Bahnhof und auf der Discomeile sind Fälle von Straßenraub spürbar gestiegen. Die Polizei reagiert darauf nun mit verstärkter Präsenz – sichtbar und verdeckt, rund um die Uhr. 65 Kräfte seien dafür eingeteilt worden, hieß es.

Kummer bereitet nach wie vor eine Gruppe von minderjährigen und unbegleiteten Jugendlichen, die – so die Innenbehörde – „vorwiegend aus Nordafrika stammen“. „Die meisten der 2 500 unbegleiteten minderjährigen Ausländer in der Stadt sind für uns kein Problem.“

Doch, so Senator Mäurer: „Die Analyse hat gezeigt, dass etwa die Hälfte aller Straßenraube im vergangenen Jahr in der Innenstadt geschehen sind, davon wiederum ein großer Teil im Umfeld des Bahnhofs. Dafür ist vor allem eine kleine Gruppe hochkrimineller junger Flüchtlinge aus Nordafrika verantwortlich. Das muss ein Ende haben.“

Mäurer kündigte in diesem Zusammenhang an, Bremen werde „41 Täter ausweisen“. „Wir wollen sie endgültig loswerden“, so der Senator wörtlich. „Ich hoffe, dass die Verhandlungen der Bundesregierung mit Marokko das gewünschte Ergebnis bringen.“ Bremen könne die Ausweisung verfügen, Abschieben müsse dann der Bund. Die Betroffenen müssen 18 Jahre alt sein. „Man darf Minderjährige nicht ausweisen.“ Nach ihren eigenen Angaben würden die Jugendlichen in diesem Jahr 18 Jahre alt werden. Mäurer: „Wie alt sie wirklich sind, wissen wir gar nicht.“

Die Mehrzahl dieser Jugendlichen stamme aus Marokko und Algerien. Sie seien für die steigenden Zahlen beim Diebstahl verantwortlich. „Da brauchen wir nicht um den heißen Brei zu reden“, so Mäurer. „60 Prozent aller von Jugendlichen begangenen Raubdelikte gehen auf das Konto der Gruppe von Marokkanern und Algeriern.“

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