Bremer Student Manuel Dreesmann erhält ersten Preis für seine Idee „Gärten an Hausfassaden“

Design-Idee für die Zukunft

Dekorativ und umweltschonend sind die vertikalen Gärten von Manuel Dreesmann. Die Pflanzen sind nicht nur ein Hingucker, sie verbessern auch das Raumklima.

Bremen - (iz/vs) · Im Mai 2020 im 96. Stock eines Hochhauses leben, man hat Hunger auf Erdbeeren. Was tun? Das Fenster öffnen und welche aus dem mobilen Garten pflücken, der in die Hausfassade integriert ist. So sieht die Vision von Manuel Dreesmann aus.

Der Bremer Design-Student formulierte darin seine Antwort auf Herausforderungen der Zukunft wie Klimawandel, den Trend zu Mega-Cities, schwindendem Platz in der Fläche und daher zurückgehende Nahrungsproduktion. Die Luftverschmutzung in den Städten steigt, ebenso die Energiekosten. Zudem ist das Wasser mittlerweile „flüssiges Gold“. Soweit das Szenario, das ein Umdenken erfordert – auch im Hinblick auf die Nahrungsmittelproduktion.

In Dreesmanns Entwurf wächst die Nahrung dort, wo sie gegessen wird: direkt in der Stadt, ohne weite Anfahrtswege – an den Fassaden der zahlreichen Hochhäuser der Mega-Cities. Der Entwurf beeindruckte die Jury des renommierten „Vision-Works“-Design-Preises so, dass sie Dreesmann den ersten Platz zuerkannte.

Sein Modell hat Dreesmann am Beispiel eines Bürogebäudes entwickelt. In die doppelt verglaste Fassade ist ein Seilsystem eingearbeitet. Wie ein Paternoster fahren die Gewächseinheiten, eine Art Blumenkasten, langsam die Fassade hinauf und wieder hinab. Bewegt über zwei Räder – eines oben, das andere unten.

Die Pflanzen werden auf der einen Seite mit Wasser und einer exakten Menge an Nährstoffen versorgt. Das System funktioniert wie eine Wassermühle, denn diese Pflanzenschalen sind schwerer als die, die schon wieder Flüssigkeit verbraucht haben. Je nach Saison können verschiedene Obst- und Gemüsesorten, neben Erdbeeren und Stachelbeeren beispielsweise auch Kartoffeln, angebaut oder Blumen gepflanzt werden. Die Pflanzen wachsen in einem speziellen Substrat, das Wasser an die Wurzeln abgibt.

Das System der erdelosen Hydrokultur produziert mehr Ertrag und braucht zugleich weniger Wasser als der herkömmliche Anbau. Sind Karotten oder Tomaten reif, pflücken die Menschen in dem Gebäude sie.

Neben der kostenlosen Versorgung mit frischen Lebensmitteln soll das System für einen angenehmen Anblick sorgen. Die Pflanzenschalen sind in Dreesmanns Vision in der Form eines Diamanten gehalten und reflektieren damit die Sonnenstrahlen. Zusätzlich tragen die Pflanzen zur Reinigung der Luft im Gebäude und damit auch zur Gesundheit seiner Bewohner bei. So sinken die Kosten für Belüftung und Klimaanlagen, und auch dem Klimaschutz ist gedient.

Dreesmann studiert seit 2005 an der Bremer Hochschule für Künste (HfK) „Integriertes Design“. Bei dem Wettbewerb sollten Vorschläge für künftige Logistik gemacht werden. Vielleicht wird seine Vision auch tatsächlich einmal realisiert: Ein Bauunternehmen habe sich bei ihm gemeldet, „da könnte etwas entstehen“, sagt der 23-jährige Bremer.

Unterdessen widmet sich Dreesmann, dessen Studienschwerpunkt „Mensch und Produkt“ ist, schon neuen Projekten. Zum Beispiel beschäftigt er sich mit Bodenleuchten. „Zu 90 Prozent strahlen solche Lampen in den Himmel“, sagt er und arbeitet deshalb an einem Reflektorsystem. Für seine Abschlussarbeit denkt der Student über „individualisierten Massenverkehr“ nach: „Wäre Car-Sharing einfacher organisiert, würden die Menschen es wohl intensiver nutzen.“

WWW.

visionworksaward.com

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Nach Anschlägen: Islamisten aus Sri Lanka unter Verdacht

Nach Anschlägen: Islamisten aus Sri Lanka unter Verdacht

Feuer im Goldenstedter Moor

Feuer im Goldenstedter Moor

Osterräderlauf in Leeste

Osterräderlauf in Leeste

Streetfood-Festival in Bassum

Streetfood-Festival in Bassum

Meistgelesene Artikel

Liebe, Hits und Partystimmung

Liebe, Hits und Partystimmung

Bremer Ordnungsdienst zieht nach einem halben Jahr im Einsatz eine positive Bilanz

Bremer Ordnungsdienst zieht nach einem halben Jahr im Einsatz eine positive Bilanz

Einbrecher klaut Sekt, Pralinen und Blume aus Doppelhaushälfte

Einbrecher klaut Sekt, Pralinen und Blume aus Doppelhaushälfte

Geschockt wegen Notre-Dame? Frau fährt betrunken Auto

Geschockt wegen Notre-Dame? Frau fährt betrunken Auto

Kommentare