Gewerbeflächen: Grüne wollen keine „Vorfahrt für Logistik“ mehr

Der Vorrat geht zur Neige

Im Gewerbepark Hansalinie (Luftbild von 2019) gibt es immer noch freie Flächen. Doch der Vorrat schrumpft.
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Im Gewerbepark Hansalinie (Luftbild von 2019) gibt es immer noch freie Flächen. Doch der Vorrat schrumpft.

Bremen – Bremens Flächenvorrat ist knapp und begrenzt. Für die Gewerbeentwicklung stehen noch knapp 300 Hektar zur Verfügung, vor allem in den Gewerbeparks Hansalinie (139 Hektar), Güterverkehrszentrum (GVZ, 30 Hektar) und Industriepark (78 Hektar). Und in den vergangenen Jahren sind pro Jahr 30    Hektar verbraucht worden. In wenigen Jahren sind die Ressourcen erschöpft. Für Robert Bücking, wirtschafts- und stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen, steht fest: „Die Stadt Bremen muss sparsam und effizient mit ihrem Flächenvorrat umgehen.“ Und da sieht er noch „viel Luft nach oben“.

Im Wirtschaftsressort, gelenkt von der Linken Kristina Vogt, wird derzeit an der Aufstellung des Gewerbeentwicklungsprogramms 2030 (kurz: GEP  2030), an einer strategischen Weichenstellung gebastelt. Die Grünen preschen mit einem Positionspapier vor. „Der Dialog muss jetzt beginnen“, sagt Bücking. „Wir übernehmen es, Thesen in den Raum zu stellen.“ Der Grüne geht davon aus, dass es Streit in der rot-grün-roten Koalition gibt.

Gewerbeflächen in Bremen: Logistikbranche mit Zehntausenden von Beschäftigten

Bücking will „das Muster des Flächenverbrauchs verändern“ – weg von der Maxime „Vorfahrt für Logistik“. Die Bedeutung der Branche für die bremische Wirtschaft sei sehr groß. Doch zugleich sei deren Flächenhunger enorm. Gutachter erwarten eine jährliche Nachfrage von rund zwölf Hektar. Aus Sicht der Grünen ist das zu viel. DerWirtschaftsstandort solle vielfältiger aufgestellt werden, um in der Stadt eine höherer Arbeitsplatzdichte zu sichern, heißt es im Positionspapier. In der Logistikbranche beschäftigen in Bremen mehr als 1 000 Unternehmen etwa 20 000 Mitarbeiter (ohne Hafenwirtschaft, damit sind es im Land rund 40 000 Beschäftigte in rund 1 300 Unternehmen).

Gewerbeflächen in Bremen: Grüne wollen Rochaden

Die im Flächennutzungsplan festgelegten Außengrenzen sollen nicht zur Disposition gestellt werden, sagt Bücking. „Die Stadt hat überall ihre Grenzen gefunden.“ So lehnen die Grünen unter anderem ein neues Gewerbegebiet beim Nordwestknoten im Blockland ab. Bücking: „Das ist nicht tragfähig.“ Eine Ausdehnung des GVZ ins Hochwasserpolder (Stichwort: Niedervieland III) ist aus Sicht der Grünen „aberwitzig“: Auch eine Expansion der Airport-City südlich der Landebahn sei „unrealistisch und falsch“. Stattdessen sollten die Potenziale im westlichen Teil des Gewerbegebiets am Flughafen systematisch „gehoben“ werden. Bücking schlägt Flächenrochaden vor. „Da lässt sich viel entwickeln, ohne dass jemand einen Grashalm knicken muss.“ Wissensintensive Dienstleister und Produzenten will der Grüne in der Überseestadt zwischen Wendebecken und Großmarkt, westlich des Waller Sands ansiedeln. Die Flächen im Gewerbepark Hansalinie an der A1 sollen vor allem für Zulieferer des Autobauers Mercedes reserviert bleiben.

Für das im Koalitionsvertrag vereinbarte 1 000 Hektar große Gebiet im Westen und Süden der Stadt rund um den Wesertunnel im Zuge der A  281 in Seehausen (wenn dieser fertiggestellt ist) soll möglichst bald ein Masterplan erarbeitet werden.

Von Jörg Esser

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