Handelskammer Bremen: Talsohle ist noch nicht durchschritten

Der Umsatz bricht weg

Mit Maske am Band: Die Corona-Pandemie trifft die bremische Wirtschaft mit voller Wucht. In der Industrie haben sich zumindest die Geschäftsprognosen zuletzt deutlich verbessert.
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Mit Maske am Band: Die Corona-Pandemie trifft die bremische Wirtschaft mit voller Wucht. In der Industrie haben sich zumindest die Geschäftsprognosen zuletzt deutlich verbessert.
  • Jörg Esser
    vonJörg Esser
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Bremen – Die Corona-Pandemie hat das Geschäftsklima bei den Unternehmen im Land Bremen im Frühjahr zum Einsturz gebracht. Und es ist noch keine Erholung in der bremischen Wirtschaft erkennbar. Die Talsohle sei erreicht, aber noch nicht durchschritten, geht aus dem aktuellen Konjunkturreport hervor, den die Handelskammer Bremen am Freitag vorgelegt hat. Drei Viertel aller Unternehmen rechneten für das Geschäftsjahr 2020 mit Umsatzeinbußen.

„Im Vergleich zu unserer Frühjahrsbefragung rechnen jetzt mehr Unternehmen mit Einbußen durch die Corona-Pandemie“, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger. Und weiter: „Es zeigt sich auch, dass die Unternehmen die erwarteten Umsatzeinbußen deutlich höher beziffern als noch vor drei Monaten.“

Zwar bessere sich nach dem Ende des Lockdowns die Lage für einige Branchen wie den Einzelhandel. Doch die exportorientierte Wirtschaft in Bremen und Bremerhaven leide besonders stark unter den aktuellen Beeinträchtigungen des Welthandels und der fehlenden Auslandsnachfrage. Vier von zehn Unternehmen rechneten erst im Jahr 2021 „mit einer Rückkehr zum normalen Geschäft“, sagte Fonger. „Noch einmal fast genauso viele können derzeit noch gar nicht einschätzen, wann sich die Lage wieder normalisieren wird.“

Schnelle Erholung nicht in Sicht

Die Stimmung in der Wirtschaft ist und bliebt getrübt. Die Hälfte der 416 befragten Unternehmen aus Produzierendem Gewerbe, Handel und Dienstleistungen beurteilt die laufenden Geschäfte als schlecht, nur zwölf Prozent geben gute Bewertungen. „Eine schnelle Erholung erwarten die Unternehmen zumeist nicht, die negativen Prognosen überwiegen“, heißt es im Report.

Besonders betroffen von den Corona-Auswirkungen sind nach wie vor Hotellerie und Gastronomie. In den Branchen erwarten 94 Prozent der Unternehmen Umsatzausfälle von mehr als 25 Prozent. Fast zwei Drittel gehen sogar davon aus, dass mehr als die Hälfte des Jahresumsatzes wegbricht.

Verschlechterte Ertragslage

Das Geschäftsklima in der bremischen Industrie zeigt sich weiterhin stark eingetrübt. Die Ertragslage habe sich weiter verschlechtert, und die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland sind weiter zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorquartal zeigten sich die Geschäftsprognosen für die kommenden Monate jedoch deutlich verbessert.

Im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima nach dem totalen Lockdown wieder etwas aufgehellt. „Die Stimmung bleibt aber angespannt“, so der Report der Handelskammer Bremen. „In der Summe überwiegen bei Lage und Erwartungen weiterhin die negativen Rückmeldungen.“

Von Jörg Esser

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