„Mongols“-Prozess: Angeklagte schweigen

„Der Stoff kam aus Bremen“

Zwei der Angeklagten beim Prozessauftakt: Der 41-jährige Libanese (l.) gilt als ehemaliger Chef des verbotenen Rockerclubs „Mongols“. Er und der 45-jährige Mitangeklagte (r.) sitzen seit Juli 2013 in Untersuchungshaft. ·
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Zwei der Angeklagten beim Prozessauftakt: Der 41-jährige Libanese (l.) gilt als ehemaliger Chef des verbotenen Rockerclubs „Mongols“. Er und der 45-jährige Mitangeklagte (r.) sitzen seit Juli 2013 in Untersuchungshaft. ·

Bremen - Von Steffen KollerAn Tag 17 im Prozess gegen vier Mitglieder des inzwischen verbotenen Rockerclubs „Mongols“ wegen bandenmäßigem Handeltreibens mit Betäubungsmitteln wird es allmählich eng für die Beschuldigten. Gestern hörte das Landgericht ermittelnde Polizeibeamte aus Neubrandenburg. Die Anzeichen, dass die Geschäfte mit Marihuana und Speed gezielt aus Bremen geführt wurden, verdichten sich.

Im Juli vergangenen Jahres nahmen Polizisten in der Neustadt die vier Angeklagten zwischen 33 und 45 Jahren sowie den mutmaßlichen Kurier von 2,5 Kilo Marihuana fest. Der Kurier und seine Aussage gegenüber den Beamten standen gestern vor dem Landgericht im Fokus.

Demonstratives

Gähnen

So soll der Mann laut Polizei angegeben haben, dass er den Kontakt zu „Mongols“-Mitgliedern bei einem Clubtreffen hergestellt habe. Danach sei er mehrfach zwischen Neubrandenburg und Bremen gependelt, um Drogen zu liefern oder abzuholen. „Das Geld ging direkt an den Präsidenten“, so Auszüge aus Vernehmungsakten. Konkrete Namen habe der Mann nicht genannt.

Doch bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizeibeamte ein Notizbuch, welches Aufschluss über vermeintliche Käufer der Drogen und gezahlte Beträge gibt. Darin sei zu erkennen, dass auch Geld von Bremen nach Neubrandenburg geflossen sei und umgekehrt.

Seit Prozessbeginn im Februar schweigen alle Beschuldigten. Die vier Männer (zwei Deutsche, ein Libanese und ein Kroate) machen eher den Eindruck, als langweilen sie sich. In den Stuhl gelehnt und mit demonstrativem Gähnen, erweckten sie auch gestern den Anschein, als würde sie der Ausgang des Prozesses nicht weiter interessieren. Dabei sieht das Strafrecht für bandenmäßigen Drogenhandel bis zu 15 Jahre Gefängnis vor. Bei aber nur einem zur Anklage gebrachten Drogengeschäft bleibt es weiterhin schwer für das Gericht, diesen Handel auch zu beweisen.

Bei einer weiteren Befragung eines Polizisten aus Neubrandenburg ergab sich gestern das gleiche Bild wie bei seiner Kollegin. Der 34-Jährige sagte aus, zwei weitere Beschuldigte im Verfahren aus Neubrandenburg hätten klargemacht, dass „der Stoff aus Bremen kam, und die Mongols vertickten“ ihn. Konkrete Namen: Fehlanzeige.

Der Prozess soll in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Ein Urteil ist vorerst nicht zu erwarten.

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