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Der Jahreswechsel in Bremen: Viel Arbeit für Polizei und Feuerwehr

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Von: Thomas Kuzaj

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Im Bremer Ortsteil Borgfeld hat ein Auto gebrannt, die Polizei sperrte den Brandort ab. Feuerwehr und Rettungsdienst hatten zum Jahreswechsel deutlich mehr zu tun als vor einem Jahr.
Im Bremer Ortsteil Borgfeld hat ein Auto gebrannt, die Polizei sperrte den Brandort ab. Feuerwehr und Rettungsdienst hatten zum Jahreswechsel deutlich mehr zu tun als vor einem Jahr. © Kuzaj

Bremen – Die Bremer Polizei „blickt auf einen arbeitsreichen Jahreswechsel zurück“, sagte Polizeisprecherin Kerstin Fischer am Neujahrstag. Ähnlich drückte es Feuerwehrsprecher Michael Richartz in einer ersten Bilanz aus: „Die Aufhebung des Böllerverbots hat sich bemerkbar gemacht, denn die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst waren gut beschäftigt.“

Größere Zwischenfälle und Unglücke – wie in anderen Städten – sind in Bremen ausgeblieben. „Viele silvestertypische Delikte wie Schlägereien, Eigentumsdelikte, Sachbeschädigungen und der nicht sachgemäße Umgang mit Feuerwerkskörpern beschäftigten die Einsatzkräfte“, so die Polizeisprecherin. Auch zu diesem Jahreswechsel war die Polizei wieder mit verstärkten Kräften im Einsatz. Und diese Kräfte rückten im Zeitraum von 18 Uhr am Silvesterabend bis 6 Uhr am Neujahrsmorgen zu insgesamt 282 Einsätzen aus – weniger als vor einem Jahr, als es 370 Einsätze gewesen waren.

In der Sankt-Magnus-Straße (Walle) hantierte ein Mann mit einer Schreckschusswaffe. Beamte nahmen sie ihm ab und fanden Drogen (Crack) in abgepackten Verkaufseinheiten bei ihm, berichtete die Sprecherin. In der in der Kurt-Schumacher-Allee (Vahr) wurden „augenscheinlich gezielt“ Raketen auf Balkone geschossen. Auf einem Balkon geriet Müll in Brand, Verletzte gab es nicht. Die Ermittlungen dauern an.

„Menschen werfen ungehemmt mit Feuerwerk“

Feuerwerk war wieder erlaubt, viele Bremer ließen es krachen.
Feuerwerk war wieder erlaubt, viele Bremer ließen es krachen. © Kuzaj

Reichlich zu tun gab es am Bremer Hauptbahnhof, an der Schlachte, auf den Weserbrücken, an der Sielwallkreuzung und am Vegesacker Bahnhofsplatz. Tausende feierten hier im Freien und brannten Feuerwerk ab. Am Bremer Brennpunkt Hauptbahnhof unterstützte die Bundespolizei die Bremer Polizei. Das war auch nötig, denn: „Viele Personen warfen ungehemmt mit Feuerwerkskörpern oder zündeten sie aus der Hand. Rund 50 Personen erhielten deutliche Ansprachen oder Platzverweise“, so Bundespolizei-Sprecher Holger Jureczko.

„Ungewöhnlich laut“: Bundespolizisten stellten am Hauptbahnhof diese „lebensgefährlich erscheinenden Böller“ sicher.
„Ungewöhnlich laut“: Bundespolizisten stellten am Hauptbahnhof diese „lebensgefährlich erscheinenden Böller“ sicher. © Bundespolizei

Das Hörvermögen von Bahnhofs-Passanten habe ein 20-jähriger Bremer gefährdet, als er einen Böller im Personentunnel zündete. Mit drei Begleitern habe er dann über einen Bahnsteig flüchten wollen – die Bundespolizei aber nahm ihn fest. Bei einem 21-Jährigen stellten die Beamten „mehrere lebensgefährlich erscheinende Böller“ sicher, nachdem der Mann einen „ungewöhnlich lauten Knall“ verursacht hatte. Die Folge war eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz, so Jureczko.

Deutlich mehr Einsätze für den Rettungsdienst in Bremen

Feuerwehr und Rettungskräfte waren froh, dass sie für den Jahreswechsel ihre Kapazitäten erhöht hatten. Sprecher Richartz über den Zeitraum von 18 bis 6 Uhr: „Die Einsatzdichte im Rettungsdienst war mit 233 Einsätzen deutlich höher als zum Jahreswechsel 2021/22, wo nur 176 Rettungsdiensteinsätze zu leisten waren.“ Zum ersten Pandemie-Jahreswechsel seien es 2020/21 sogar nur 102 Einsätze gewesen.

Als das Böllerverbot noch galt, hatte die Feuerwehr zum Jahreswechsel 2021/22 nur 17 Einsätze zu bewältigen, so Richartz weiter. Zum Jahreswechsel 2022/23 waren es nun 86 Einsätze. Ausgelöste Brandmeldeanlagen und Rauchmelder, brennende Balkone, Mülltonnen und Büsche, in Borgfeld ein brennendes Auto – alles dabei; einen großen Teil der Lösch- und Hilfeleistungseinsätze übernahmen in der Silvesternacht die 19 Freiwilligen Feuerwehren, um die Berufsfeuerwehr zu entlasten. Unter Telefon 112 gingen mit etwa 1.000 Anrufen mehr als doppelt so viele Notrufe ein wie in einer „normalen“ Sonnabendnacht, heiß es weiter.

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