„Depot“ zeigt eine unscheinbare Erfindung

Der Strom von der „Stange“

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Das Schwarz-Weiß-Foto von 1890 zeigt einen der ersten Triebwagen mit Stangenstromabnehmer am Ausstellungsgelände im Bremer Bürgerpark.

Bremen - Um 1880 wurde in den USA eine unscheinbare Erfindung gemacht: der Rollen- oder Stangenstromabnehmer. Die „Stange“ sozusagen. „Ein Stromabnehmer ist eine Vorrichtung an Fahrzeugen zum Übertragen elektrischer Energie von einer fest montierten stromführenden Leitung zu den elektrischen Einrichtungen des Wagens“, heißt es im Fachjargon. Der US-amerikanische Ingenieur Frank Sprague setzte die Innovation erstmals im Jahr 1889 bei der Straßenbahn in Richmond (Virginia) ein. Das System wurde verbessert und nach Europa exportiert.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verhinderte das zunächst noch ungelöste Problem der Stromversorgung die Ausbreitung der Elektromobilität. Die bis dahin verwendeten Kontaktwägelchen waren den harten Anforderungen des Betriebsalltags einer Straßenbahn nicht gewachsen. Der Rollenstromabnehmer brachte ab 1889 den Durchbruch. Er besteht aus einer langen Stange, die schräg auf dem Fahrzeugdach montiert ist und durch eine Feder nach oben gedrückt wird. An ihrem oberen Ende befindet sich eine (Messing-) Rolle mit einer Rille entlang dem Umfang, die von unten am Fahrdraht entlangrollt und den elektrischen Kontakt herstellt.

Der neue Stangenstromabnehmer bewährte sich und sorgte für die Ausbreitung von Straßenbahnen in den Städten: Er machte die Menschenmassen mobil. Die Straßenbahntechnik war bereits um 1900 technisch ausgereift – noch vor dem Auto. Und bei der Einführung der neuen Technik hatte Bremen die Nase vorn: Ab 1891 wurden nach und nach alle (Pferdebahn-) Strecken in Bremen damit ausgestattet. Das Bessere ist der Feind des Guten: Ab dem Jahr 1937 wurde in Bremen vom Rollen- auf den leichter zu handhabenden Scherenstromabnehmer umgestellt. Die Nachbarstadt Hamburg verwendete die Stange hingegen noch bis zum Jahr 1978.

Zwei Stangenstromabnehmer sind im „Depot“, dem Straßenbahn-Museum in Sebaldsbrück, ausgestellt. Neben diesen sind im Museum viele weitere Exponate aus 140 Jahren Straßenbahngeschichte zu entdecken. „Das Depot“ an der Schlossparkstraße ist am Sonntag, 14.Februar, von 11 bis 17Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen drei Euro Eintritt, Kinder die Hälfte.

je

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