„Mariposa“ hilft im Hochland Guatemalas: Ohne Schulbildung kein Entkommen aus der Armut

„Den Kreislauf durchbrechen“

Das neue „SEA“-Grundstück wird eingeweiht: Und die Kinder tragen stolz die ersten Steine.

Von Jörg Esser BREMEN · Der Schmetterling fliegt weiter. Der Verein „Mariposa“ engagiert sich seit Jahren im Hochland Guatemalas. Jetzt unterstützen die Bremer unter anderem Projekte des Vereins „Casa Sito“. Es geht darum, Mädchen und Jungen aus armen und kinderreichen Familien einen Schulbesuch zu ermöglichen.

„Nur mit einer vernünftigen Schulbildung lässt sich der Kreislauf der Armut durchbrechen“, sagt Renate Winter, Vorstandsmitglied des Bremer Vereins „Mariposa“, der im November 2000 gegründet wurde, um guatemaltekische soziale Einrichtungen zu fördern. Renate Winter ihrerseits sitzt schon wieder auf gepackten Koffern. Am Wochenende startet sie erneut nach Mittelamerika. Auch Estima Grabenhauer hat jüngst ein halbes Jahr als Volontärin in Guatemala verbracht und dort unter anderem ein Musikfestival im Hochland mit organisiert hat. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichten sie von den Aktivitäten des Schmetterlings.

„Mariposa“ hat sein Engagement umstrukturiert. Aus der Förderung der Tagesstätte El Buen Samaritano (EBS) haben sich die Bremer nach vielen Jahren ausgeklinkt. „Die Verwendung der Spendengelder war nicht mehr nachvollziehbar“, sagt Winter. Den EBS-Kindern und EBS-Familien bleibt der Verein aber treu – über die Förderung des Vereins „Casa

Sito“. Über dessen Bildungsfonds („Education Fund“) wird unter anderem das Projekt „Semillas de Esparanza y Amor“ (SEA) im kleinen Bergdorf San Mateo Milpas Altas gesteuert. Mit Stipendien soll Kindern aus bedürftigen Familien der Schulbesuch ermöglicht werden. Derzeit müssen vor allem die älteren Geschwister in den zumeist kinderreichen Bauernfamilien (fünf bis sieben Kinder) ihre Schulzeit vorzeitig abbrechen, um auf dem Feld mitzuarbeiten und sich um die kleinen Brüder und Schwestern zu kümmern. Rund 110 Kinder besuchen das Projekt „SEA“ ganztags oder halbtags, vor und nach der Schule. Zwei Lehrerinnen betreuen die Hausaufgaben, geben Förderunterricht. Die „SEA“-Leiterin Lysmenia Flores hat die Mütter der Kinder ins Boot geholt. Jeweils drei bis vier von ihnen kochen jetzt für um die 50 Kinder ein nahrhaftes Mittag essen. Für die finanzielle Ausstattung der ausgewogenen Mahlzeiten sorgt „Mariposa“. Und der Bedarf ist vorhanden: Mangelernährung zählt zu den großen Problemen in Guatemala. Von den sieben- bis neunjährigen Kindern leidet fast jedes zweite darunter – 209 000 von 605 000 sind darum auch zu klein, heißt es. Mit den Bremer Spenden sind auch neue Kochtöpfe angeschafft worden, die mit weniger Holz zu befeuern sind, sagt Renate Winter.

Was derzeit fehlt, sind geeignete Unterrichtsräume, weil der Bürgermeister einen Großteil der bis dato zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten jetzt für die Kommune beansprucht. Doch Einfallsreichtum und Engagement haben geholfen. Und dank einer Spende aus Holland und dem Einsatz ehemaliger Freiwilliger hat das Projekt ein Grundstück in San Mateo gekauft. Mit viel Eigeninitiative ist daraus Bauland geworden, erste Steine sind gesetzt. Nur fehlt noch Geld für den Bau.

Sach- und Geldspenden benötigt „Mariposa“ auch fortan, um in Guatemala helfen zu können. Freiwillige, die als Volontäre in den Projekten helfen wollen, sind jederzeit willkommen, ergänzen Renate Winter und Estima Grabenbauer. Bei der Kreissparkasse Syke (Bankleitzahl: 291 517 00) ist unter der Nummer 111 001 15 15 ein Spendenkonto eingerichtet. Infos über die vielfältigen Aktivitäten von „Mariposa“ gibt es unter Telefon 0421/69 31 32 33 sowie im Internet unter

WWW.

mariposa-ev.de

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