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Radikale Aktion in Bremen: Demonstranten kleben sich auf Straße fest

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Von: Elisabeth Gnuschke

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Radikale Demonstranten haben sich am Montag auf dem Autobahnzubringer Uni in Bremen mit den Händen auf die Straße geklebt, um den Verkehr zu blockieren.
Radikale Demonstranten haben sich am Montag auf dem Autobahnzubringer Uni in Bremen mit den Händen auf die Straße geklebt, um den Verkehr zu blockieren. © dpa/Hüneke

Was in anderen Städten bereits wöchentlich stattfindet und Autofahrer zornig macht, ist nun auch nach Bremen geschwappt: Radikale Demonstranten kleben sich an Autobahnzufahrten fest.

Bremen – Sie selbst ordnen sich als Umweltschützer ein, Kritiker sehen sie eher als radikale Demonstranten und Kriminelle. Ob sie der Umwelt helfen oder ihr eher durch ihr Tun einen Bärendienst erweisen, indem sie Stau und Abgase provozieren, das wird unterschiedlich bewertet. Seit etlichen Wochen blockieren ein paar Demonstranten Autobahnzufahrten quer durch Deutschland. Wie? Indem sie ihre Hände auf der Fahrbahn festkleben. Am Montag hat diese Blockade auch Bremen erreicht.

Radikaler Protest in Bremen: Hände kleben an Fahrbahn

Drei Frauen und zwei Männer im Alter von 21 bis 45 Jahren haben nach Polizeiangaben am Montag gegen 9.45 Uhr mitten im Verkehr die Fahrbahn des Autozubringers Universität (A 27) in Richtung Stadt besetzt. Drei der Demonstranten mit orangefarbenen Sicherheitswesten – zwei Frauen und ein Mann – klebten dabei ihre Hände an der Straße fest. Sie gehören zu einer Gruppe, die sich als „Letzte Generation“ bezeichnet. Auf einem Plakat, das das Quintett dabei hatte, prangte unter anderem die Aufschrift „von der Regierung im Stich gelassen“. Auf einem anderen Transparent war zu lesen: „Stoppt den fossilen Wahnsinn!“ Autos mussten halten, standen im Stau, kamen nicht zur Arbeit, zum Arzt oder zur Verabredung. Zum Teil versorgte die Polizei Autofahrer, die länger im Stau ausharren mussten, mit Trinkwasser.

Die Beamten, so Sprecher Nils Matthiesen, sperrten die Straße, sicherten den Bereich ab. So konnten die motorisierten Verkehrsteilnehmer, die den Demonstranten ein Dorn im Auge sind, schließlich wenden. Der Verkehr in Richtung Universität wurde umgeleitet. Unter der Aufsicht eines Polizeiarztes wurde der Klebstoff gelöst, die Menschen von der Straße getrennt, sagte Matthiesen weiter. Gegen das Quintett wird nun wegen Nötigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Ermittelt wird auch gegen einen Autofahrer, der die Demonstranten zu Beginn der für alle Seiten gefährlichen Aktion bedroht haben soll. Gegen 12.20 Uhr waren die Straßen wieder frei, sagte der Polizeisprecher.

FDP zum radikalen Protest in Bremen: „Gefährlich und klimapolitisch kontraproduktiv“

Deutliche Worte fand die FDP-Fraktion. „Wir lehnen Sitzdemonstrationen mit festgeklebten Demonstranten auf Straßen als Form des Protests entschieden ab“, erklärte die innenpolitische Sprecherin Birgit Bergmann. Es würden „massiv und wahllos Handlungsmöglichkeiten Dritter blockiert und ausgeschaltet“. Ohne Rücksicht auf Einzelne oder gesellschaftliche Folgen würden Menschen zum Stillstand gezwungen. Bergmann: „Das ist hochgradig egoistisch. Diese Stauproduktionen sind gefährlich und klimapolitisch kontraproduktiv.“

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