Demokratie-Schau im Haus der Wissenschaft

Der Orient als Vorbild für Athen

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Blick in die Demokratie-Ausstellung im Haus der Wissenschaft. Die Schau wurde gestern Nachmittag eröffnet.

Bremen - „Demokratie – Macht – Emotion.“ So heißt eine Ausstellung, die gestern im Haus der Wissenschaft (Sandstraße) eröffnet wurde und die dort nun bis zum 12. November zu sehen ist. Demokratie, Macht, Emotion – geht es um Darstellung von Politik in zeitgenössischen Medien?

Nein, es geht um die Antike. Die Ausstellung – ein Projekt, an dem Studenten der Bremer Uni beteiligt waren – will Fragen aufwerfen. Nach weit verbreiteter Auffassung gilt das antike Athen als „Wiege Europas“ und als Wegbereiter der modernen Demokratie.

Doch waren es tatsächlich die Griechen, die die Demokratie erfunden haben? Die Ausstellung verweist auf politische Gegenkulturen und Vorläufer demokratischer Herrschaftsformen, die es bereits im Alten Orient gegeben hat.

Und sie beschäftigt sich auf reich bebilderten Texttafeln, die wie Papyrusrollen an den Wänden hängen, mit herausragenden Figuren. Beispiel: Perikles (um 490 v. Chr. bis 429 v. Chr.). Er gilt heute als „Vollender der Demokratie“. Das aber sei, so heißt es, „eine Erfindung der modernen Geschichtsschreibung“. Antike Quellen zeichneten ein anderes Bild des Staatsmanns: „Seine Zeitgenossen warfen ihm vor, wie ein Tyrann, ein Demagoge und ein Kriegsagitator zu handeln, der die Athener in den verhängnisvollen Peloponnesischen Krieg trieb.“

Neben den Text- und Bildtafeln ist in der Ausstellung unter anderem der Kyros-Zylinder zu sehen, der auch als „erste Menschenrechtscharta“ bezeichnet wird. Die Tonzylinderinschrift beschreibt die Eroberung Babylons (539 v. Chr.) und die ideale Herrschaft Kyros des Großen. Eine Replik des Zylinders steht auch im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York.

kuz

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