Pandemie

Delta-Variante: So gut schützt die Kreuzimpfung vor der Coronavirus-Mutante

Eine Person wird geimpft.
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Laut dem Bremer Virologen Andreas Dotzauer könnte eine Kreuzimpfung mit den Wirkstoffen von Biontech und Astrazeneca hochwirksam sein. (Symbolbild)

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. Wie gut schützen Kreuzimpfungen vor einer Infektion mit der Mutante?

Bremen/Berlin – Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist zuletzt laut Angaben des Robert-Koch-Institut (RKI) auf 5,4 gesunken. Am Dienstag, 29. Juni 2021, gab es laut dem Dashboard des RKI nur noch 404 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Doch trotz der moderaten Zahlen schlagen Experten Alarm, denn zwischen 35 und 50 Prozent der Neuinfektionen könnten auf der wesentlich ansteckendereren Delta-Variante des Coronavirus‘* beruhen. Vergangene Woche waren es noch 15 Prozent der Neuinfektionen.

Corona-Variante:Delta
Wissenschaftlicher Name:B.1.617.2
Erstnachweis:Indien
Entdeckt am:5. Oktober 2020
Aktueller Anteil in Deutschland:35 bis 50 Prozent

Die Zahlen basieren auf einer Aussage von RKI-Chef Lothar Wieler, die dieser in einer Telefonschalte mit den Gesundheitsministern von Bund und Länder getätigt haben soll. Experten erwarten, dass diese Zahlen auch die Grundlage für die wöchentliche Veröffentlichung des RKIs in Bezug auf die Corona-Mutationen sein könnten. Offiziell veröffentlicht werden diese Zahlen normalerweise erst am Mittwochnachmittag, 30. Juni 2021. Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), bestätigte am Dienstag, 29. Juni 2021, in einer Pressekonferenz die Zahlen.

Kreuzimpfung mit Biontech und Astrazeneca: Bei Alpha-Variante gilt hoher Schutz als gesichert

Experten drängen jetzt darauf, das Impftempo zu erhöhen, um möglichst schnell eine Herdenimmunität zu erreichen. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass beispielsweise eine Kreuzimpfung mit zwei Impfstoffen, etwa mit dem Vakzin von Astrazeneca und anschließend mit dem von Biontech, wesentlich effektiver sind. Normalerweise wird bei der Zweifachimpfung derselbe Impfstoff verimpft.

Doch, wie verhält es sich mit dem Impfschutz in Bezug auf die Virus-Mutationen, die derzeit auf dem Vormarsch sind und was sind die Vor- und Nachteile einer Kreuzimpfung? „Bei der Delta-Variante liegt nach bisherigen Daten bei den mRNA-Impfstoffen und dem Impfstoff von AstraZeneca nur in rund 33 Prozent der Fälle ein Schutz vor Erkrankung nach der ersten Impfdosis vor“, sagt der Virologe Andreas Dotzauer, der an der Uni Bremen das Laboratorium für Virusforschung leitet, im Gespräch mit kreiszeitung.de.

Kreuzimpfung mit Biontech und Astrazeneca: Schutz gegen Delta-Variante fünf- bis zehnmal so hoch

Erst nach der zweiten Dosis würde bei diesen Impfstoffen ein hoher Immunschutz erreicht, der dann mit einer Effektivität von 80 bis 95 Prozent mit dem Schutz gegen eine Infektion mit der Alpha-Variante vergleichbar sei. „Für die einmalige Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson liegen derzeitig noch keine Daten zur Effektivität gegen die Delta-Variante vor“, unterstrich Dotzauer.

Und dann macht der Virologe so richtig Hoffung: „Bei Impfungen mit heterologen Impfstoffen, zuerst Astrazeneca und dann nach zwölf Wochen ein mRNA-Impfstoff, wurden nach bisherigen Daten im Vergleich zu Wiederholungsimpfungen mit demselben Impfstoff fünf- bis zehnfach stärkere Immunantworten ausgelöst.“

Kreuzimpfung mit Biontech und Astrazeneca: T-Zellen können sich bei Kreuzimpfung besser aufstellen

Experimente hätten gezeigt, dass die Menge an wichtigen neutralisierenden Antikörper sowie an T-Zellen mit der Stärke der durch die Impfstoffe ausgelösten Immunantwort korreliert. „Durch die erwähnte Mix-Impfung kann man also wahrscheinlich eine bessere Bildung einer kritischen Menge an sehr wirksamen Immunzellen auch gegen die Delta-Variante, an deren verändertes Oberflächenprotein die Antikörper weniger gut binden können, hervorrufen“, so Dotzauer.

Laut einer neuen Studie könnte mit den mRNA-Impfstoffen eine dauerhafte Immunität gegen das Coronavirus* entstehen. Als gesichert gilt dies noch nicht. Herausgefunden haben dies Forscher der Washington University in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und echo24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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