Das Ringen um die beste Idee

Debatte um die Zukunft des Domshofs kommt in Schwung

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Ungenutzte Fläche im Sonnenlicht – gerahmt von Planen und abgestellten Kisten: Szene auf dem Domshof. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ein großer Platz und immer nur kleine Lösungen, kein großer Durchbruch zur grundlegenden Neugestaltung – was soll bloß aus dem Domshof werden? Vor dem Hintergrund der anstehenden grundlegenden Veränderungen in der Bremer Innenstadt („Jacobs-Hof“, „City-Galerie“) ist auch die Debatte um die Zukunft des Domshofs wieder in Schwung gekommen. Jetzt schalten sich Architektenkammer und Bund Deutscher Architekten in die Diskussion ein.

„Besondere Orte erfordern besonders gute Lösungen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die der Architektenkammer-Geschäftsführer Tim Beerens jetzt verbreitete. Ein Wettbewerb, eine „Planungskonkurrenz“ sei notwendig. Der Domshof brauche „im Sinne des Ringens um die bestmögliche Idee eine besondere Planungskultur“ – nicht zuletzt, um der umliegenden Bebauung mit dem Weltkulturerbe Rathaus, der „städtebaulichen Relevanz“ und der Geschichte des Orts gerecht zu werden.

Es liegt schon ein wenig zurück, da haben Domshof-Anrainer so etwas in privater Initiative anzuschieben versucht. Ein renommiertes süddeutsches Büro für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung lieferte Ideen.

In den Anfang vorigen Jahres (!) vorgestellten Skizzen wurde der Domshof in eine obere Zone (Neptunbrunnen) und eine untere Zone („Alex“) aufgeteilt. Unter Bäumen am Brunnen soll der Wochenmarkt aufgebaut werden. Wasserfontänen verändern die untere Zone, der Platz soll mehr Emotion vermitteln. Rundum sollen Sitzbänke für da sorgen, was Planer gerne „Aufenthaltsqualität“ nennen. Nun, die Pläne wurden präsentiert – und seither geschah: nichts.

Der Domshof heute – vom Brautportal des Doms aus gesehen. Zu Marktzeiten versperren Lieferwagen den Blick. Die Anordnung der Marktstände wirkt nicht glücklich komponiert. 

Trotz Dom und Rathaus, trotz des international gerühmten Landesbank-Neubaus (jetzt: Nord-LB), trotz neuer Markthalle und trotz der Ansiedlung des Warenhauses „Manufactum“ im früheren Bremer-Bank-Bau wirkt der Platz unstimmig, nicht zu Ende gedacht. Ist der Wochenmarkt da, bestimmen parkende Lieferwagen und schäbige Kistenstapel vielerorts das Bild. Ist der Markt weg, wirkt die freie Fläche nicht wie eine Oase von Luft und Licht inmitten des City-Trubels, sondern sperrig und grau.

„Der Domshof verkauft sich heute unter Wert“, kommentiert ein Sprecher der Handelskammer, bei der man mit dem Zustand des Platzes auch nicht zufrieden ist. Es bestehe „großer Bedarf für eine Neuordnung, eine Neugestaltung und eine nachhaltige Erhöhung der Aufenthaltsqualität“. Der Stadt könne angesichts knapper Kassen nichts Besseres passieren, als dass sich „die unmittelbaren Anrainer auch finanziell mit engagieren wollen, um dieses notwendige und mutige Projekt umzusetzen“.

In die Veränderungen der Innenstadt einbinden

Politik und Verwaltung müssten die Fäden noch einmal aufgreifen und gemeinsam mit den Anliegern des Domshofs zügig einen realistischen Vorgehens- und Umsetzungsplan verabreden. Es könne nicht sein, so die Kammer, dass „Gestaltungskonzeptionen daran scheitern, dass Senatsressorts ihnen keine Relevanz beimessen“.

Aus Sicht von Architektenkammer und Bund Deutscher Architekten wieder sollte die private Initiative der Anrainer „positiv und konstruktiv“ begleitet werden – am besten eben eingebunden in einen Planungswettbewerb. „Er ist das allgemein anerkannte Instrument zur baulichen Entwicklung in städtebaulich herausfordernden Situationen“, heißt es.

Die Entwicklung des Domshofs müsse programmatisch und zeitlich in die anstehenden Veränderungen der Innenstadt eingebunden werden. Welche Funktion, welche Rolle soll der Domshof in Zukunft spielen? Das müsse klar definiert werden, sagen die Architekten.

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