„De fofftig Penns“ vor Bundesvision Song Contest“

„Platt nicht retten, sondern rappen“

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„De fofftig Penns“ sind Jakob Köhler (v.l.), Malte Battefeld und Torben Otten.

Bremen - Drei „Jungs“ aus Bremen-Nord sind heute, Donnerstag, beim „Bundesvision Song Contest“ in Mannheim (ProSieben, 20.15 Uhr). Für die Hansestadt startet das Elektro-Hip-Hop-Trio „De fofftig Penns“ – Riemelmeester Malde, Kommodige Jaykopp und Plietsche Torbän. Der „pfiffige“ Torben Otten stand im Interview Rede und Antwort.

Drei Gründe, warum der Fernsehzuschauer für „De fofftig Penns“ stimmen soll?

Torben Otten: Malde ist süß. „Löppt“ ist der erste und weltweit einzige Song der Musikrichtung „Plattstep“, einer Mischung aus Platt und Dubstep. Unsere Omas sind mit in Mannheim, und wenn wir Letzter werden, gibt‘s weniger Taschengeld.

Was bedeutet der Auftritt für die Band?

Otten: Er wird vermutlich dazu führen, dass richtig viele junge Menschen aus ganz Deutschland zum ersten Mal in ihrem Leben Platt hören. Und auch wenn sie nicht für uns anrufen, macht uns das doch ein kleines bisschen stolz.

Was machen Sie, wenn Sie den Contest gewinnen?

Otten: Dann halten wir ‘ne Werder-Fahne aus dem Cockpit der Maschine, wenn wir in Bremen landen. Und dann wollen wir eine Umarmung von Henning Scherf.

War die Zusage eine große Überraschung?

Otten: Ich wusste von befreundeten Musikern aus Bremen, dass sie sich beworben haben. Und weil das gute „Jungs“ sind, haben wir uns eigentlich keine großen Chancen ausgerechnet. Aber anscheinend waren sich die Organisatoren einig, dass wir Bremen mit plattdeutschem Elektro gut präsentieren können.

Warum sind Sie prädestiniert für diesen Job?

Otten: Wir gehören zu den berühmtesten Vegesackern – neben Jürgen Trittin, Grillmaster Flash und Jan Böhmermann. Und nun war es für „De fofftig Penns“ an der Zeit, ins Rampenlicht zu treten. Bremer sind ja komischerweise immer stolz darauf, dass sie Bremer sind.

Kann Plattdeutsch deutschlandweit ankommen?

Otten: Beim Eurovision-Vorentscheid hat es mit LaBrassBanda eine Band mit bayerischem Dialekt geschafft, ganz Deutschland zu begeistern. Da hat bestimmt auch so mancher Bremer angerufen. Deswegen rechnen wir fest mit Unterstützung aus Bayern.

Was macht die Faszination an Ihrer Musik aus?

Otten: Wir haben mit dem Quatsch ja schon 2009 angefangen und es gab sofort eine große mediale Aufmerksamkeit. Frag mich nicht, warum, aber irgendwer hat einen Narren an drei Nordbremer Jungs gefressen, die nicht so richtig singen, tanzen oder rappen können. Aber Malde ist echt süß. Vermutlich liegt der Grund für den Erfolg auch an seinem schmucken Aussehen. Vielleicht, weil wir Altes mit Neuem kombinieren. Steht heute in jedem Modeblog: Plattdeutsche Jeans mit schickem Elektro-Blazer kombinieren – trägt in Berlin-Mitte gerade jeder.

Woher kommen Ihre Kenntnisse? Sind Sie alle mit Plattdeutsch aufgewachsen?

Otten: Nur weil man Plattdeutsch spricht, heißt das leider noch nicht, dass man auch Plattdeutsch rappen kann. Es gibt Ausnahmetalente, die beides können. Yared Dibaba zum Beispiel. Rap ist eben eine Kunstform und Plattdeutsch ja irgendwie auch. Aber davon mal ab: Unsere Großeltern können alle Platt und manchmal holen wir uns Tipps bei Oma.

Ihre Musik tut vermutlich mehr für den Erhalt der niederdeutschen Sprache als jeder Lesewettbewerb. Oder?

Otten: Es ist nicht unser erklärtes Ziel, das Platt zu erhalten. Wi seggt jümmers: „Wir wollen Plattdeutsch nicht retten, sondern rappen.“ Und zwar nicht im Wettstreit zu einem Lesewettbewerb. Das hat alles seine Berechtigung. Aber Musik ist eben ein emotionaler Zugang zu Sprache. Wir sind die Dosenöffner zu den Herzen der plattdeutschen Jugend.

Wer sind denn Ihre Favoriten auf den Sieg beim Bundesvision Song Contest?

Otten: Mc Fitti aus Berlin gönnen wir den zweiten Platz am meisten, der ist ein guter Freund von uns. Aber auch mit den Bayern musst du immer rechnen.

Hier gehts zur Internetseite von de fofftig Penns

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