Interview mit Notfallseelsorger Uwe Köster

Dauereinsatz an den Feiertagen

Uwe Köster ist Pastor und Notfallseelsorger. ·
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Uwe Köster ist Pastor und Notfallseelsorger. ·

Bremen - Für weihnachtliche Besinnlichkeit hat der Bremer Pastor Uwe Köster wenig Zeit. Die kompletten Feiertage ist er als Notfallseelsorger im Dienst, wie der 49-Jährige im Interview erzählt.

Polizei oder Feuerwehr rufen ihn etwa nach einem tödlichen Unfall oder Gewaltverbrechen an, damit er den Hinterbliebenen beisteht. Köster kümmert sich seit 1999 als Notfallseelsorger um Menschen, die plötzlich von Tod und Trauer betroffen sind. Seit 2012 arbeitet er hauptamtlich in der Notfallseelsorge. Der Pastor ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 21 und 22 Jahren.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Aufgabe am 24. Dezember vor?

Uwe Köster: Es ist nichts Unübliches für mich, am 24.  Dezember zu arbeiten, das habe ich die vergangenen Jahre auch gemacht. Ich bereite mich daher nicht besonders vor. Es ist aber schon so, dass die Einsätze besonders sind, weil Menschen in der Weihnachtszeit größere Schwierigkeiten haben, wenn sie von Tod und Trauer betroffen sind.

Was ist Ihre größte Furcht, was an diesem Tag passieren könnte?

Köster: Bei größeren Einsätzen mit vielen Betroffenen könnte es schwierig werden, unterstützende Kollegen zu bekommen. Denn in der Notfallseelsorge arbeiten wir nur mit Hauptamtlichen der Kirchen zusammen, und die haben gerade an Heiligabend alle in ihren Hauptberufen zu tun. Wenn eine Großfamilie zu betreuen wäre oder wenn man an verschiedenen Orten sein müsste, wäre es alleine schwierig.

Mit wem würden Sie am liebsten an Heiligabend tauschen – und warum?

Köster: Es wäre schön, mit einer Hebamme zu tauschen. Bei ihr beginnt das Leben. Ich habe damit zu tun, dass Menschen zu Tode gekommen sind in sehr leidvollen Situationen. Mal auf den Anfang des Lebens zu schauen und nicht auf das Ende, fände ich spannend. Aber ich glaube, für die Kinder, die Eltern und das medizinische Personal ist es besser, wenn ich dabei bleibe, was ich bisher gemacht habe.

Wenn die Arbeit an diesem besonderen Tag vorbei ist, was machen Sie dann?

Köster: Ich habe bis zum Abend des 26. Dezember Dienst, auch nachts. Danach habe ich zwei Tage frei und bringe das Alarmierungshandy zum nächsten Kollegen. Ich werde eventuell noch Einsatzprotokolle schreiben, das ist auch für mich wichtig, um damit beginnen zu können, Einsätze abzuschließen. Dann werde ich sogar mein privates Handy ausschalten.

Und was wünschen Sie sich fürs nächste Jahr, für den 24.12. 2014?

Köster: Es ist der Wunsch wie für dieses Jahr. Ich hoffe, dass die Menschen in Bremen nicht in Ausnahmesituationen kommen und seelsorgerliche Hilfe brauchen. Dass alle ein schönes, lebendiges Weihnachtsfest feiern. · dpa

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