„Smart Insights“ betreibt Markt- und Markenforschung per App

Daten in Echtzeit

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Per Smartphone können Verbraucher ihre Produktbeschwerden oder Anregungen eingeben. ·

Bremen - Von Ilka LangkowskiMarktforschung ist das Spezialgebiet von Dr. Tobias Recke und Fabian Stichnoth. Die Geschäftsführer von „Smart Insights“ interessieren sich für Meinungen und Marken. Über ihre neue App können sich verärgerte oder erfreute Kunden jederzeit und von überall zu einem bestimmten Produkt äußern.

Eine spielerische Anwendung, Bonuspunkte und Gewinne sollen motivieren, sich über die App „My

Opinion“ mitzuteilen. Bei rund 30 Millionen Smartphone-Nutzern sprechen die Marktforscher von „Smart Insights“ mit „My Opinion“ ab Mai eine stetig wachsende Gruppe von mobilen Internetnutzern an.

Wer sich über ein Produkt ärgert oder eine nachlassende Qualität feststellt, erreicht mit einer Beschwerde bei der Kassiererin im Supermarkt in der Regel wenig. Mit „My Opinion“ sollen Beschwerden oder Anregungen an die richtigen Empfänger gelangen, erklärt Recke. „Wir leiten die ausgewerteten Daten an die Hersteller weiter. Diese können sich aber auch online per Direktabfrage, dem sogenannten ,Live-Reporting‘ über das Meinungsbild informieren.“

Stichnoth demonstriert die Anwendung der App am Beispiel einer Milchtüte. „Wenn mir ständig die Plastiklasche einer Milchtüte abreißt und ich darüber meinen Ärger kundtun möchte, dann wähle ich über das segmentierte Drehrad zwischen den Optionen ‚Bewerten‘. Nach dem Scan des Barcodes per Smartphone führt das Programm durch die entsprechenden Fragen.“

Was einerseits den Kunden freut, ergibt auf der anderen Seite Unternehmen die Möglichkeit, Daten in Echtzeit zu erheben. Neben Produkten können über die App auch Dienstleistungen oder Orte bewertet werden. Außerdem lassen sich Umfragen starten, die je nach Bedarf unter allen Nutzern der App durchgeführt werden, oder als geschlossene Umfrage, beispielsweise unter Kongressteilnehmern. So erhalten Dienstleister oder Veranstalter eine schnelle Rückmeldung durch die Besucher. „Diese App ist die eierlegende Wollmilchsau“, sagt Recke, „es ist für unglaublich viele Anwendungen nutzbar.“

Für eine andere innovative Software namens „Brand Mapping“ wurde „Smart Insights“ bereits mit einem zweiten Preis beim Wissenschaftspreis des Markenverbands und Gesellschaft zur Erforschung des Markenwesens (G.E.M.) ausgezeichnet und gelangte unter die ersten fünf beim Preis der Deutschen Marktforschung.

Auch „Brand Mapping“ nutzt spielerisch handhabbare Software, um von Verbrauchern zu erfahren, wie sie über eine Marke denken. Beim Brand Mapping werden Menschen gefragt, was sie mit ihr verbinden: Farben, Werte, Gefühle, Design und anderes. Alle Attribute und die Marke haben wie Orte auf einer Landkarte ihren festen Platz. Alle assoziierten Eigenschaften werden markiert und mit dem Produkt oder untereinander verbunden. So ergibt sich ein Muster. Legt man mehrere dieser Karten übereinander, zeigen sich Häufungen und Zusammenhänge. Es ergibt sich ein genaues Markenprofil in Form eines optisch darstellbaren Netzwerks. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Brandmaps einfach vergleichen und wie Landkarten lesen. Schwerpunkte und Strukturen verändern sich je nach Befragungsgruppe und Marke.

„Smart Insights“ im Technologiepark der Universität wurde im vergangenen Jahr von Wirtschaftsingenieur Recke und Ökonom Stichnoth gegründet. In die nach außen so einfach wirkende Software fließen jahrelange Erfahrungen in der Marktforschung ein. „Das entwickelt man nicht mal ebenso nebenbei“, sagt Recke. Mit ihrer App seien sie technisch auf dem neuesten Stand, und das sei ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Bewertungseinrichtungen.

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