Schmuddelwetter vermiest Gastronomen den Neustart

Bremen: Das Warten auf Gäste

Dreimal Bremer Speck: Das „Pannekoekschip“ hat wieder geflaggt.
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Dreimal Bremer Speck: Das „Pannekoekschip“ hat wieder geflaggt.

Es geht wieder los. Bremer Gastronomen dürfen ihre Außenbereiche öffnen. Nur das Wetter spielte am Freitag gar nicht mit und vermieste den Wirten ihr Comeback.

Bremen – Brauereien füllen wieder Fassbier ab – das ist doch mal eine gute Nachricht. Und das hat natürlich einen guten Grund: Biergärten dürfen seit Freitag in Bremen wieder öffnen. Und natürlich die gesamte Außengastronomie. Ein Neustart nach fast sieben Monaten Zwangspause.

So weit, so gut. Die Bremer sind zwar tapfer und wissen mit einer steifen Brise umzugehen. Aber bei wolkenverhangenem Himmel, zwischenzeitlichem Nieselregen und üppigen 13 Grad sind die Tische unter freiem Himmel dann doch spärlich belegt. Im Bremer Schmuddelwetter warten die Restaurants verzweifelt auf Gäste. Zur besten Mittagspausenzeit zieht es nur wenige Hartgesottene an die Schlachte und auf den Marktplatz. Im Biergarten des „Luv“ sind immerhin zwei Tische belegt – alles Männer, alle trinken Bier. „Kein Foto, bitte.“ Dann eben nicht. „Prost.“

„Kein Eintritt ohne gültigen Corona-Test“, heißt es beim „Luv“. „Selbsttests sind nicht möglich.“ Für die fotounwilligen Biertrinker ist der Test keine Hürde. Zwei von ihnen sind mit Impfpass unterwegs. Der Corona-Test für den Gastro-Besuch darf nicht älter als 24 Stunden sein. Das steht in der Änderung der 26. Corona-Verordnung. Und darauf hat das Gesundheitsressort auch noch einmal ausdrücklich hingewiesen.

Fotounwillige Biertrinker

Die „Alexander von Humboldt“ rüstet sich in den Mittagsstunden für Nachmittags- und Abendgäste. „Wir öffnen um 15 Uhr.“ „Und Pfingsten legen wir ganz normal los.“ Soll heißen: So normal, wie es in Corona-Zeiten möglich ist. „Was musst Du sonst wissen?“ Gegen Aufpreis ist ein Selbsttest möglich. Impfpass, Genesenen-Bescheinung oder Testbescheinigung erfüllen denselben Zweck. Dann steht dem Bier an Deck oder an Land unter den großen Sonnenschirmen nichts mehr im Weg. Daten zur Kontaktverfolgung müssen auch hinterlegt werden – bei der „Alex“ läuft das über die Gastro-App der Bremer Gastro-Gemeinschaft (BGG).

Das „Pannekoekschip“ nebenan hat schon am Morgen geflaggt. Dreimal Bremer Speck flattert im Wind. Und gegen 12 Uhr sitzt auch ein Pärchen an Deck. Vor der „Osteria“ sind Stühle und Tische aufgebaut. Hin und wieder fällt ein Stuhl um. Gäste sind Fehlanzeige. Am Mittag und auch am Nachmittag.

Viele Stühle und Tische, wenig Gäste: Ein Besucherboom bleibt am Freitagmittag bei Schmuddelwetter auf dem Marktplatz aus.

Auf dem Marktplatz ist wenig los. Ein Kamerateam ist im Einsatz. Irgendein Interview wird am Roland gedreht. Die „Raths-Konditorei“ hat das Freiluft-Mobiliar unter Sonnenschirmen platziert. Drei Plätze sind belegt. Bei „Beck’s am Markt“ sind die Stühle noch verpackt. Und die Außengastronomie des Bremer Ratskellers wartet auf Gäste. In diesen Minuten vergeblich.

Testpflicht wird zur Spaßbremse

Bei „Tano“ an der Pieperstraße sieht es besser aus. Voller eben. Einige Tische sind belegt. Und es wird zur kühlen Mittagsstunde Pizza gegessen. Unter großen schützenden – erraten – Sonnenschirmen.

„Es geht wieder los – das ist doch wichtig“, wird dem Chronisten entgegengerufen. Mit einem Besucheransturm hat bei den Wetteraussichten keiner gerechnet. Auch die Testpflicht gilt als Spaßbremse. Aber die soll ja bei einer stabilen Inzidenz unter 50 wegfallen. Und auch die Kontaktbeschränkungen sind Dursthemmer. Maximal fünf Personen aus zwei Haushalten sind ja pro Tisch erlaubt. Aber Kinder zählen nicht mit. Und Geimpfte und Genesene zählen wie Kinder. Oder so.

„Wir warten auf die Stammtischfreigabe“, sagt ein Kellner in einem Biergarten an der Schlachte. Tauchen jetzt Stammtische in der Corona-Verordnung auf? Das nicht. „Wenn wir wieder bei zehn Personen aus egal wie vielen Haushalten an einem Tisch angekommen sind, geht es wieder richtig los“, sagt der Kellner.

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