Mitgliederversammlung des Bremer Rhedervereins / Containerschifffahrt hat unter der Krise besonders zu leiden

„Das schwierigste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg“

„Nicht euphorisch, aber zuversichtlich“ sind Bremens Reeder. Hier das Containerschiff „HLL Atlantic“ – Chartername: „APL Peru“ – der Hanseatic Lloyd Reederei.

Bremen - Von Thomas KuzajBREMEN · „Wir sind gut durch die Krise gekommen“, sagte gestern Thorsten Mackenthun (Hanseatic Lloyd). Nun sei man „nicht euphorisch, aber zuversichtlich“.

Mackenthun ist nach guter alter Sitte Vorsitzer – und nicht „Vorsitzender“ – des 1884 gegründeten Bremer Rhedervereins (mit „Rh“). Er versteht sich, so die Formulierung, „als verlängerter Arm des Verbands Deutscher Reeder vor Ort“. Zur Erinnerung: Ralf Nagel, eilig zurückgetretener Bremer SPD-Wirtschaftssenator, ist seit Mitte Februar Hauptgeschäftsführer des Verbands.

Die Reeder, sie hatten (und haben) schwer zu kämpfen mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. „2009 war für die Schifffahrt das schwierigste Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg“, so Mackenthun im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Rhedervereins im World Trade Center (Birkenstraße). Konjunkturprogramme hätten auf die Binnenmärkte gewirkt, nicht auf den Export. Mackenthun: „Wir sind von dem abhängig, was Importeure und Exporteure miteinander vereinbaren.“ Besonders habe die Krise die Containerschifffahrt getroffen.

Bei den Bremer Reedereien haben Containerschiffe einen Anteil von 28 Prozent – damit liegt er nicht so hoch wie an anderen Standorten. Gleichwohl, so Mackenthun: „Wir können in der Größenklasse bis 3 000 TEU noch keine Verträge abschließen, die besser sind als betriebskostendeckend.“ TEU sind Standardcontainer. 2009 allerdings seien bisweilen Verträge gemacht worden, die nur 60 bis 70 Prozent der Betriebskosten deckten.

Die Tank- und die Schwergutschifffahrt – jeweils etwa ein Sechstel der Bremer Flotte – habe die Krise zeitversetzt getroffen, hieß es gestern weiter. Ein Viertel der von Bremen aus bereederten Schiffe kommt aus den Bereichen Forschung sowie Kühl- und Autotransport. Der Anteil der Bulk Carrier – das sind Massengutfrachter – liegt noch bei erst vier Prozent, aber er wird steigen. Die Bremer Reedereiunternehmen haben insgesamt 93 neue Schiffe bestellt, die in den nächsten Jahren abgeliefert werden. Ein Drittel davon: Bulk Carrier.

Gegenwärtig werden gut 400 Schiffe von Bremen aus gemanagt, sagte Vorsitzer Mackenthun. Erstmals liege diese Zahl über 400. Es seien 50 Schiffe mehr als vor einem Jahr.

In den Bremer Reedereien arbeiten mehr als 1 000 Beschäftigte. Hinzu kommen 8 000 Seeleute an Bord der Bremer Schiffe. Die Reedereien bilden 500 junge Leute aus – an Land als kaufmännische Mitarbeiter, auf See über Betriebspraktika oder im Rahmen einer dualen Ausbildung zum Schiffsmechaniker.

18 Prozent der Bremer Schiffe fahren mittlerweile wieder unter deutscher Flagge. Der Anteil soll weiter gesteigert werden. „Es braucht aber eine stabile Weltwirtschaft und einfach noch etwas Zeit“, hieß es dazu gestern.

WWW.

rhederverein.de

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