Positive Resonanz auf „Leben und Tod“ / 62 Aussteller zur Premiere / Heute zweiter Messetag

„Das Schweigen beenden“

Maler Alfred Opiolka und seine Frau Gerlinde Blenk aus dem Allgäu bieten handgemalte Särge, Grabkreuze und Urnen.Fotos (2): Laubach

Bremen - Von Corinna Laubach· Über Geburten spricht man gern und ausführlich. Der Tod und das Sterben hingegen finden in unserer Gesellschaft keinen rechten Raum. Die Messe Bremen will dem entgegenwirken. Sie hat ein bundesweit bislang einmaliges Format mit Messe und Fachvorträgen geschaffen:„Leben und Tod“.

„Das ist ein schwieriges Thema, aber es geht uns alle an“, sagt Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen. In der Halle 4 auf der Bürgerweide haben sich zur Premiere Aussteller rund um die Thematik versammelt. Trauerredner, Hospizvereine, Pflegeeinrichtungen, Steinmetze, die Seelsorge der beiden großen Kirchen sind vertreten. Ein Blickfang sind die Särge, Urnen und Grabkreuze von Alfred Opiolka. Im leuchtendgrünen Anzug gibt er mit den bunten Arbeiten der Trauer Farbe. „Ich möchte ein neues Bewusstsein in der Bestattungskultur anregen“, erklärt der Maler. Seit fünf Jahren bietet er die blumigen Elemente an.

Schräg gegenüber sind die Sitzreihen zum Vortrag „Ambulanter Palliativdienst“ gut gefüllt. Interessiert lauscht das Publikum den Ausführungen. Überhaupt zeigt sich, dass die Besucher dieser Messe mit konkreten Fragestellungen kommen. Künstler Opiolka führt an, was viele Messegäste verbindet: „Ein Ausstausch über Sterben und Tod wäre in unserer Gesellschaft wichtig. Wir müssen das Schweigen beenden.“ Der Allgäuer bringt es auf den Punkt: „Wir sollten die Angst aus dem Nacken kriegen.“

Andere Wege in der Bestattung will auch die FriedWald GmbH mit dem Begräbnis im Wald gehen. Im Hasbruch bei Hude gibt es auch in der Bremer Region seit 2004 diese ungewöhnliche Bestattungsoption. „Viele Menschen mögen den Friedhofszwang nicht“, erklärt Nina Heger. Gemeinsam mit ihrer Kollegin berät und informiert sie die Besucher über Beisetzungen am Baum. 31 Standorte gibt es mittlerweile deutschlandweit, rund 15 000 Bestattungen habe das Unternehmen begleitet. „Vorsorge und selbstbestimmtes Planen werden für viele Menschen immer wichtiger“, beschreibt die junge Frau. „Endlich gibt es mit dieser Messe ein Format, das ganz konkret das Thema Sterben und Tod aufgreift“, ergänzt sie.

Dankbarkeit für diese Plattform ist vielerorts hörbar. Auch die Besucher ihrerseits sind froh, kompakt an einem Ort mit so vielen Akteuren ins Gespräch zu kommen. „Wir machen uns schon länger Gedanken um unsere Beerdigung“, sagen Ilse und Werner Bischoff. Das Bremer Ehepaar hat bereits einen kleinen Stapel an Informationsbroschüren gesammelt. „Unsere Kinder wollen zu dem Thema nichts hören“, erklären sie. Und damit stehen sie nicht allein da, wie Alfred Opiolka weiß. „Viele kommen in den Laden, um über das Sterben zu sprechen, weil sie ansonsten keinen Raum dafür haben.“

· Die Messe ist heute von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet acht Euro.

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