Martinsclub und Volkshochschule unterzeichnen „Zielvereinbarung Inklusion“

„Das muss Schule machen“

Im Fokus: Vertreter von Martinsclub und Volkshochschule und der Bürgermeister unterzeichnen die „Zielvereinbarung Inklusion“. Von links gesehen: Ursula Wondracek (Martinsclub), Thomas Bretschneider (Martinsclub), Jens Böhrnsen (SPD) und Dr. Sabina Schoefer, die Direktorin der Bremer Volkshochschule. ·

Bremen - Von Thomas KuzajMartinsclub und Volkshochschule haben gestern eine „Zielvereinbarung Inklusion“ unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie die Inklusion in Bremen „voranbringen“, hieß es. „Wir wollen eine inklusive Stadt werden“, sagte Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen (SPD) im Bamberger-Haus, dem Sitz der Volkshochschule.

Das Thema Inklusion sei nicht nur auf die Schule beschränkt, sagte Böhrnsen. Als erstes Bundesland hat Bremen die Inklusion, den gemeinsamen Unterricht behinderter und nicht behinderter Kinder, ja in sein Schulgesetz aufgenommen. Ehrgeizig, wie sich jetzt angesichts leerer Kassen zeigt.

Auf die gesamte Gesellschaft bezogen, bedeutet der Begriff aber eben noch viel mehr – und in gewisser Weise auch das Mitziehen aller. „Inklusion kann man nicht verordnen“, sagte Ursula Wondracek, die Vorsitzende des Martinsclubs. „Es ist ein gesellschaftlicher Prozess – und ein Menschenrecht.“ Es gehe um ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben.

Böhrnsen sieht die Inklusion als „Gegenstück zur Integration, wo sich jemand anpassen soll und sich das Gegebene nicht ändert“. Ganz anders – eben – die Inklusion: „Hier geht es darum, dass jeder so, wie er ist, den gleichen Zugang zu allem hat, was die Gesellschaft anbietet – Kultur, Arbeit, Leben, Wohnen.“ Die Kooperation von Martinsclub und Volkshochschule sei „ein Beitrag dazu“. Böhrnsen: „Ich halte das für beispielgebend und wünsche mir, dass dieses Beispiel Schule macht.“

Von der Yoga-Gruppe bis zum Sprachkursus – Behinderte und Nichtbehinderte sollen, so das Ziel, die Angebote der Volkshochschule in Zukunft selbstverständlich gemeinsam nutzen. Bei der Inklusion geht es ja gerade um die Einbeziehung behinderter Menschen in den Alltag aller. Vor diesem Hintergrund verstehen die Kooperationspartner ihre „Zielvereinbarung Inklusion“ auch als „gesellschaftspolitisches Zeichen“, hieß es gestern.

Thomas Bretschneider, pädagogischer Leiter und stellvertretender Geschäftsführer des Martinsclubs, sprach davon, „zunehmend“ VHS-Kurse ins eigene Programm aufzunehmen. Das Martinsclub gilt als eine der größten Bildungseinrichtungen für behinderte Menschen in Deutschland. Ein Workshop für Pädagogen soll helfen, Zugänge zum Thema zu erleichtern. Inklusive Kursangebote sind ein Ziel. Ein symbolträchtig angelegtes erstes Gemeinschaftsprojekt gibt es auch schon – unter dem Arbeitstitel „Stadtlabor Süd“ planen die Kattenturmer Zweigstelle der Volkshochschule und der Martinsclub ein inklusives Kunstprojekt. Farbe und Leinwand, Werktisch und Werkzeug – für die abwechslungsreiche und generationsübergreifend angelegte Arbeit haben die Initiatoren bei der „Aktion Mensch“ Unterstützung beantragt. Eine Antwort von „Aktion Mensch“ wird für September erwartet.

http://www.martinsclub.de

http://www.vhs-bremen.de

http://www.inklusive-stadt-bremen.de

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