„Fachtag Demenz“: Sozial-Staatsrat fordert mehr Hilfen für Kranke

„Das ist erst der Anfang“

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Über Demenz ist beim Roland nichts bekannt. Dennoch war er gestern mit Aufstellern „Demenz – ,Im Meer des Vergessens‘ “ fast schon umzingelt. Anlass war der „Fachtag Demenz“ auf dem Marktplatz und in der Stadtwaage. ·

Bremen - Bremens Sozial-Staatsrat Horst Frehe hat mehr Leistungen für demenzkranke Menschen gefordert. Das könne durch einen neuen Pflegebegriff erreicht werden, sagte Frehe gestern zur Eröffnung des 6. Bremer „Fachtages  Demenz“.

Um Betroffene besser unterstützen zu können, seien bundesweit mindestens drei Milliarden Euro mehr als bisher notwendig. Im Land Bremen gibt es Frehe zufolge etwa 7 500 Menschen, die an einer mittleren oder schweren Demenz leiden. Die Zahl der Demenzkranken bundesweit liegt bei 1,5 Millionen und soll sich bis 2050 verdoppeln.

Nach Empfehlungen des Pflegebeirates der Bundesregierung wären zwischen zwei bis vier Milliarden Euro fällig, um eine bessere Versorgung demenzkranker Menschen zu erreichen. Im Beirat zur konkreten Ausgestaltung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs arbeiten 37 Experten mit. Er war von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) im März 2011 eingesetzt worden. Für die Umsetzung einer solchen Reform veranschlagt der Beirat anderthalb Jahre.

Nach seinen Empfehlungen gäbe es dann nicht mehr drei Pflegestufen wie jetzt, sondern fünf Pflegegrade. Ein neues Begutachtungsverfahren soll dafür sorgen, dass kognitive Einschränkungen genauso berücksichtigt werden wie körperliche. Während heute nur die körperliche Grundpflege und Hilfe in der Hauswirtschaft zu Buche schlagen, käme künftig die Betreuung hinzu. Dieser „teilhabeorientierte“ Pflegebegriff sei der richtige Weg, bekräftigte Frehe. Die Mehrleistungen seien aber „erst der Anfang“.

Im Verlauf des Fachtages informierten Einrichtungen, Beratungs- und Hilfsorganisationen auf dem Marktplatz über Unterstützungsangebote für Demenzkranke und deren Angehörige. Oft waren es Heime, die für die Unterbringung von Angehörigen in ihrer Einrichtung warben, aber auch die Awo, das Bremer Dienstleistungszentrum oder die Demenz-Tagespflege gaben den Besuchern die Möglichkeit, sich über Hilfen im Falle eines Falles zu informieren.

In Vorträgen in der Stadtwaage ging es um Diagnostik, Haftung und Betreuung. Die Bremer Demenz-Informations- und Koordinationsstelle (DIKS) stellte die Neuausgabe des Bremer „Handbuchs Demenz“ vor, das über Krankheitsbild, Diagnostik und ambulante Pflegeleistungen aufklärt. Demnächst sei ein zweiter Band über stationäre Hilfen geplant, ergänzte DIKS-Leiterin Tanja Meier. Das Bremer „Handbuch Demenz“ kostet vier Euro; es ist an 19 DIKS-Stützpunkten in Bremen erhältlich. · epd/sk

http://www.diks-bremen.de

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