„Nächste Runde geht aufs Haus!“

Das Bremer Theaterschiff zeigt ein „Kneipical“

„Nächste Runde geht aufs Haus!“ Autor und Regisseur William Danne hinter Günnis Theke auf der Bühne des Bremer Theaterschiffs.
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„Nächste Runde geht aufs Haus!“ Autor und Regisseur William Danne hinter Günnis Theke auf der Bühne des Bremer Theaterschiffs.

Bremen – Kunstformen gibt es viele, die Phantasie kennt dennoch keine Grenzen. Das Bremer Theaterschiff fügt den bisher bekannten Gattungen nun das „Kneipical“ hinzu. Als solches nämlich wird ein Stück angekündigt, das am Donnerstag, 25. November, um 20 Uhr zugleich die erste Premiere der aktuellen Saison darstellt: „Nächste Runde geht aufs Haus!“

Nüchtern betrachtet, ist das „Kneipical“ ein Werk der Autoren William Danne („Käthe holt die Kuh vom Eis“) und Axel Weidemann. Im Verlauf von etwa zwei Stunden lassen sie zwei Schauspieler in 15 Rollen schlüpfen. Die beiden Darsteller Carsten Beiß und Karsten Oliver Wöllm haben diese Aufgabe(n) übernommen.

„Säufste, stirbste. Säufste nicht, stirbste auch!“ Getreu dieser Devise führt Kneipenwirt Günni seit Jahren seine (nun plötzlich bedrohte) Eckkneipe, in der sich ein buntes Völkchen von Stammgästen eingenistet hat. Der polnische Bauarbeiter, der zum Pausenbier vorbeischaut, zählt ebenso dazu wie die geradezu sprichwörtlich naive Blondine, die sehnsuchtsvoll auf den sexy Paketboten wartet. Und so weiter, und so fort. Und da im neuen Gattungsbegriff „Kneipical“ das Wort „Musical“ steckt, wird an Günnis Theke nicht bloß getrunken, sondern auch gesungen. Sehr viel sogar.

Die gute alte Eckkneipe droht auszusterben

„Situative Lieder, viele von ihnen aus den 70ern“, sagt Autor William Danne, der Regie führt und bei Theaterschiff-Kapitän Knut Schakinnis schon die Publikumserfolge „Verliebt, verlobt, verschwunden“ und „Wetten, dass…?“ inszeniert hat. „Die kleine Kneipe“, „Tanze Samba mit mir“, „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ – das sind so die Lieder. Und ansonsten: „Wir verherrlichen nicht den Alkoholkonsum, sondern die aussterbende Eckkneipe.“ Die im Zeitalter der Gentrifizierung zuweilen aber auch von jungen Menschen wieder geschätzt werde, wie Danne unter anderem in Berlin beobachtet hat.

Der „ursprüngliche Plan“ der „Kneipical“-Macher sei ein Ein-Personen-Stück gewesen, sagt Danne: „Ein Wirt spielt all seine Gäste.“ Frühzeitig aber wurde auf zwei Darsteller umgeschwenkt. Dann nämlich gibt es immer einen, der reagieren und die Aktionen des anderen spiegeln kann. „Wir haben uns für zwei Männer entschieden.“ Das bringt automatisch gewisse Reize mit sich – etwa dann, wenn Gastwirt Günni mit seiner Jugendliebe Monika zusammen ist. Aber: „Es geht auf.“ Und überhaupt: „Man glaubt, es sind 15 Personen auf der Bühne.“

Der Reiz des Spiels mit Klischees

Klar und deutlich gezeichnete Figuren müssen es allerdings sein, sonst funktioniert das nicht. So ist das „Kneipical“ zwangsläufig auch ein Spiel mit (Rollen-)Klischees. Klischees, die durchaus nicht immer „politisch korrekt“ sind. Klischees, die zugleich unterlaufen werden. Es gelte, „fein“ zu arbeiten, um „Nuancen herauszuholen“, so Danne: „Wie vielschichtig man in der Charge sein kann, das macht den Reiz aus.“

Zwei Schauspieler, 15 Rollen – da bleibt keine Zeit für Kostümwechsel. Also stehen die Darsteller in besonders schlichter Kleidung auf der Bühne. Alles, was eigentlich Kostüm wäre – das schöne Kleid, die tolle Frisur – müssen sie im Spiel zeigen, gleichsam darstellen: Illusionsmaschine Theater, das „Kneipical“ als Herausforderung. „Es ist ein unterhaltsamer Abend, nicht mehr und nicht weniger“, sagt Danne.

Gespielt wird zunächst bis einschließlich Silvester. Der Eintritt übrigens geht nicht etwa aufs Haus, sondern kostet 29,50 Euro. Auf dem Theaterschiff an der Tiefer gilt die 2G-Regel. Eintrittskarten gibt es auf der Website des Bremer Theaterschiffs sowie im Ticketshop an der Balgebrückstraße 8 in der Bremer Innenstadt.

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