Büro mit Barren

Das Bremer Sozial-Sport-Projekt „Hood Training“ wächst weiter

„Hood-Training“-Gründer Daniel Magel im neuen Büro des Bremer Sozial-Sport-Projekts. Es liegt im Haus der „Handwerks- und Ausbildungscooperative Aucoop“ im Viertel – und dient „Hood Training“ zugleich als Streaming-Studio.
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„Hood-Training“-Gründer Daniel Magel im neuen Büro des Bremer Sozial-Sport-Projekts. Es liegt im Haus der „Handwerks- und Ausbildungscooperative Aucoop“ im Viertel – und dient „Hood Training“ zugleich als Streaming-Studio.

Bremen – Gewichte, Barren, Klimmzugstange – ein Büro mit Bewegungsmöglichkeiten. Sportgeräte stehen in der neuen „Main Base“ des Bremer Sozial-Sport-Projekts „Hood Training“ im Viertel, der Boden ist mit weichen Matten ausgelegt. Der Jugendhilfeträger hat seine Basis jetzt beim Verein „Aucoop“ im Ostertor.

Das Büro mit seinen Lichteffekten, Graffiti-Verzierungen und den Sportgeräten dient zugleich als Streaming-Studio. Die digitalen Kanäle sind – gerade in Pandemiezeiten – für „Hood-Training“-Gründer Daniel Magel und sein Team ein wichtiger Weg, das Zielpublikum zu erreichen: Jugendliche. Junge Menschen, oft in Brennpunkt-Quartieren, die das Projekt mit Sportangeboten von der Straße holt. Stichwort: „Calisthenics“, Training mit dem eigenen Körpergewicht.

Jugendliche Energie in sinnvolle Bahnen lenken, Regeln akzeptieren, sich Anerkennung verdienen – im Konzept von „Hood Training“ wirkt vieles zusammen. Bevor es zum Verein „Aucoop“ kam, war das Projekt auf Zeit im früheren Bundeswehr-Hochhaus an der Falkenstraße untergebracht, das die Wohnungsgesellschaft Gewoba jetzt umbaut. Im Viertel ist „Hood Training“ nun unbefristet untergebracht – Magel wirkt spürbar erleichtert darüber. „Wir sind megaglücklich, es ist der richtige Ort für uns. Hier können wir uns kreativ, sportlich und bildungstechnisch ausleben.“

„Hood-Training“-App mit allen Infos für die Community

Die Handwerks- und Ausbildungs-Kooperative ermöglicht viele Kooperationen: „Elektriker und Klempner, Tischlerei und Schlosserei – hier ist alles im Haus. Es geht viel zusammen.“ Und es gibt Räume, die sich für „Hood-Training“-Workshops anbieten: Graffiti, Breakdance, Selbstverteidigung.

Zudem gibt es jetzt eine „Hood-Training“-App, die hilft, die Community zusammenzuhalten. „Da gibt‘s alles im Überblick“, sagt Magel. „Wo ist Training, wann ist Training, welcher Trainer kommt – es steht alles drin.“ Hinzu kommen Ernährungstipps und Rezepte – und natürlich: Videos. Dazu kommt auch ein Lifestyle-Faktor ins Spiel: „Hood Training“ ist cool; wer mitmacht, ist Teil einer Gemeinschaft.

Und die Gemeinschaft wächst. Seit August zum Beispiel hat das Projekt einen Auftrag in der Erstaufnahme für unbegleitete minderjährige Ausländer an der Steinsetzerstraße in Habenhausen. Ein „Hood-Training“-Mitarbeiter, der selber nach Deutschland geflüchtet ist, holt die Jugendlichen dort ab und bringt sie nach Kattenturm zum Training.

Neuer „Calisthenics“-Park in Bremen-Grohn

Nun herrscht in einer Aufnahmeeinrichtung naturgemäß eine Fluktuation. „Wenn Jugendliche aus der Steinsetzerstraße weggehen, wissen sie, wo es weitergeht“, sagt Magel, sprich: sie kennen dann die „Hood-Training“-Angebote in den Stadtteilen. Das Projekt ist in vielen Bremer Quartieren präsent.

Demnächst kommt eine neue Outdoor-Anlage in Bremen-Grohn hinzu. Sie liegt auf dem Areal der Jacobs-Universität, wo „Hood Training“ auch Praxispartner für den Studiengang „Soziale Arbeit“ ist. Der „Calisthenics“-Park mit konisch ausgerichteten Barren, die für Kinder wie Erwachsene geeignet sind, soll im Oktober eröffnet werden. Finanziert „von einer Familie aus Katar“, steht die Anlage als „Community Impact Project“ der Jacobs-Uni allen offen. Es ist zudem der erste ganz eigene „Calisthenics“-Park des Sozial-Sport-Projekts: „Der erste Park nicht für uns, sondern von uns“, so Magel.

Parallel zu den Aktivitäten für Jugendliche – Jungen wie auch Mädchen, im Oktober kommt ein Film über die „Hood Girlz“ heraus – plant Magel unterdessen, mit seinem Team auch die ganz Kleinen zu erreichen: „In Zukunft möchten wir auch in die Kitas.“ Sprich: „Wir wollen gerne in die frühkindliche Bildung.“ Das Programm dort? Basics. Magel: „Da geht‘s dann mehr um Spaß an Bewegung und darum, Körpergefühl zu entwickeln.“

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