Virtuelle Schatzkammer

Das Bremer Focke-Museum digitalisiert die Exponate seines Schaumagazins

Ein Fotograf nimmt in der Reprostation einen Schlüssel aus dem Schaumagazin des Focke-Museums auf.
+
Ein Fotograf nimmt in der Reprostation einen Schlüssel aus dem Schaumagazin des Focke-Museums auf.

Bremen – Ein Museum lebt von der Präsentation des Originals, das gilt auch in Zeiten der Digitalisierung. Doch natürlich verändert das digitale Zeitalter auch die Museumsarbeit – in virtueller Form werden die Originale plötzlich weltweit verfügbar. Das Bremer Focke-Museum digitalisiert jetzt sein Schaumagazin.

8. 000 Exponate sind in dem Kubus auf dem Museumsareal alphabetisch sortiert – die Buchstaben wurden dabei alltäglichen Tätigkeiten zugeordnet, es geht von A wie „anfangen“ bis Z wie „zu Grabe tragen“. Die – so eine Museumssprecherin – „Schatzkammer der Alltagskultur“ ist 2003 eröffnet worden.

Das Focke-Museum gehörte zu den ersten Häusern mit einem Magazin dieser Art. Nostalgisches Spielzeug und historische Schiffsmodelle, Geschirr und Gemälde, Waffen und Waschmaschinen: Das Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat jetzt mit der Digitalisierung einer Auswahl der Exponate begonnen.

Kulturstaatsministerium fördert Bremer Digitalisierungsprojekt

Ermöglicht wird das „Digitale Schaumagazin“ durch 200 .000 Euro Fördergeld aus dem Programm „Investitionen in nationale Kultureinrichtungen in Deutschland“ des Kulturstaatsministeriums. Das Focke-Museum bringt dieselbe Summe auf. Mit dem Geld beschäftigt das Haus Fotografen und wissenschaftliche Mitarbeiter, zudem wurde die technische Ausrüstung ergänzt. Auf der ersten Ebene des Schaumagazins ist eine Reprostation eingerichtet worden, in der zwei Fotografen die Objekte aufnehmen. Ein Teilbereich des Buchstabens „G“ (wie „gestalten“) ist nun für das Publikum gesperrt.

„Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass Museen ihre Sammlungen und Angebote auch digital zugänglich machen, gerade auch für Schulen, die wochenlang nur digital unterrichten konnten“, sagt die Direktorin des Focke-Museums, Prof. Dr. Anna Greve. 2023 soll das digitale Schaumagazin freigeschaltet werden und die digitalen Angebote des Museums erweitern. Schulen bekommen dann die Möglichkeit, über die Lernplattform „itslearning“ mit den Exponaten zu arbeiten, um Themen der Bremer Geschichte zu vermitteln.

2023 – das ist noch aus einem anderen Grund ein wichtiges Datum für das Focke-Museum. Wegen der Erweiterung des Museums nämlich werden Haupthaus und Schaumagazin ab 2023 gut zwei Jahre für das Publikum geschlossen. Die Originale sind dann also ohnehin nicht zu sehen. Ausnahmen: Haus Riensberg und Haus Mittelsbüren auf dem Museumsareal in Schwachhausen bleiben geöffnet.

Bremer Focke-Museum steht vor großen Veränderungen

Der Umbau ist ein Einschnitt – das Focke-Museum erfindet sich neu, konzipiert seine Dauerausstellung zur bremischen Geschichte bis 2026 neu – und mehr. Das 10,2 Millionen Euro teure Umbauprojekt läuft unter dem Stichwort „Neuausrichtung“, das Museum bekommt ein zum Park hin liegendes „Bürgerforum“. Das Haupthaus wird um einen Vorbau mit multifunktionalen Räumen und Gastronomie ergänzt. Zudem werden die Innenhöfe überdacht. Der vertraute Eingangsbereich des 1964 nach Plänen des Architekten Heinrich Bartmann fertiggestellten Bauwerks bleibt. Der Bund steuert zu den Kosten knapp 4,6 Millionen Euro bei. 5,6 Millionen Euro sollen von der Freien Hansestadt Bremen und privaten Geldgebern getragen werden. „Ziel der Erweiterung ist es, die Besucher mehr einzubeziehen, eine bessere Barrierefreiheit zu erlangen sowie einen wirtschaftlicheren Betrieb mit mehr Flexibilität für die Zukunft zu erreichen“, so hat es ein Sprecher des Kulturessorts einmal ausgedrückt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Weihnachtsmarkt Bremen: „Bei 2G plus können wir dicht machen“

Weihnachtsmarkt Bremen: „Bei 2G plus können wir dicht machen“

Weihnachtsmarkt Bremen: „Bei 2G plus können wir dicht machen“
Bremer Bildungsbehörde: 11 Millionen Euro auf fremden Konten entdeckt

Bremer Bildungsbehörde: 11 Millionen Euro auf fremden Konten entdeckt

Bremer Bildungsbehörde: 11 Millionen Euro auf fremden Konten entdeckt
Booster-Impfungen in Bremen: Hier gibt‘s den Termin zum Corona-Schutz

Booster-Impfungen in Bremen: Hier gibt‘s den Termin zum Corona-Schutz

Booster-Impfungen in Bremen: Hier gibt‘s den Termin zum Corona-Schutz
Kreuzfahrtschiff mit Corona-Kranken in Bremerhaven eingetroffen

Kreuzfahrtschiff mit Corona-Kranken in Bremerhaven eingetroffen

Kreuzfahrtschiff mit Corona-Kranken in Bremerhaven eingetroffen

Kommentare