70-Millionen-Euro-Investition

Möbelriese Höffner kommt 2022 nach Bremen

Vor den Toren Achims und in der Nähe des Weserparks baut die Krieger-Gruppe eine Höffner-Möbelhaus mit einer Verkaufsfläche von insgesamt etwa 38 000 Quadratmetern.
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Vor den Toren Achims und in der Nähe des Weserparks baut die Krieger-Gruppe eine Höffner-Möbelhaus mit einer Verkaufsfläche von insgesamt etwa 38 000 Quadratmetern.

Bremen – Es ist eine lange Geschichte, in der nun ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Nach 15 Jahren steht ein Bauschild auf dem früheren Areal der Fernsehabteilung von Radio Bremen in Osterholz. Kurzum – der Möbelriese Höffner kommt nach Bremen. Das Unternehmen Krieger Projektentwicklung gibt das Investitionsvolumen mit 70 Millionen Euro an.

Die Möbelhandelskette Höffner gehört zur Krieger-Gruppe des Unternehmers Kurt Krieger und dessen Tochter Sonja Krieger – wie auch die Möbelhäuser Kraft und Sconto. Baubeginn für das Bremer Haus an der Julius-Faucher-Straße soll 2022 sein, heißt es auf dem nun aufgestellten Schild.

„Baubeginn 2022“ – das neue Schild auf dem früheren Radio-Bremen-Areal.

Die Eröffnung ist für September 2022 geplant, sagt Edda Metz von der Geschäftsführung der Krieger Projektentwicklung. „Wir versuchen aber, eine Eröffnung schon eher hinzubekommen.“ Das hieße: Baubeginn schon im Jahr 2021. Das Unternehmen will in Bremen etwa 350 neue Arbeitsplätze schaffen.

38 000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf drei Etagen

Das neue Höffner-Haus soll auf drei Geschossen eine Verkaufsfläche von etwa 38 000 Quadratmetern haben. Neben dem Höffner-Gebäude mit dem für die Kette charakteristischen roten Eingangsbereich soll ein gelb gefärbtes Gebäude entstehen. Hier zieht der Möbeldiscounter Sconto ein – mit einer Verkaufsfläche von etwa 8 000 Quadratmetern auf zwei Etagen. Direkt vor dem Höffner-Eingang: Parkplätze.

Roter Eingang für Höffner, gelber Bau für Sconto – die Pläne für das Areal in Osterholz.

Soweit der Blick in die Zukunft. Nun der Blick zurück. Vor 15 Jahren hatte die Krieger-Gruppe das elf Hektar große Areal in Osterholz (in der Nähe des Weserparks) erworben – dem Vernehmen nach für etwa fünf Millionen Euro. Damals war noch davon die Rede gewesen, hier ein Möbel-Kraft-Haus zu eröffnen.

2006 erklärte der damalige Bremer Bausenator Ronald-Mike Neumeyer (CDU): „Bremen hat im Möbelbereich erhebliche Kaufkraftabflüsse in die Region. Diese eindeutige Unterversorgung wird mit der Ansiedlung von Möbel Kraft verringert.“

Achims Klage gegen Bremer Pläne scheitert vor dem Bundesverwaltungsgericht

Kaufkraftabflüsse in die Region? Im Umland wurden die Bremer Pläne kritisch verfolgt – unter anderem wegen ihrer Größe. Und auch wegen des zu erwartenden Randsortiments mit Teppichen, Lampen und Gardinen. Oder Deko-Artikel. Die Stadt Achim sah sich als Mittelzentrum bedroht und klagte gegen Bremens Pläne. Das zog sich über Jahre hin. Am Ende scheiterte Achim dann vor dem Bundesverwaltungsgericht. Doch auch Jahre später hatten sich die Gemüter in Achim noch nicht beruhigt. Zu einer weiteren Klage kam es allerdings nicht mehr, nachdem der erste Versuch gescheitert war.

Auf Drängen Bremens mussten die Investoren unterdessen ihren Bebauungsplan für das Osterholzer Areal mehrmals ändern. Zuletzt hatte das Unternehmen mit Sitz in Schönefeld (Brandenburg) dem Beirat Osterholz 2017 modifizierte Architekturentwürfe vorgestellt.

Große Expansion nach der Wende

Der Unternehmer Kurt Krieger, 1948 in Berlin geboren, kaufte als junger Mann – nämlich: 1967 – die Rechte an dem Namen des einstigen Berliner Möbelhauses Höffner, das nach dem Krieg im Osten Berlins nicht weitergeführt werden konnte; mit dem Mauerbau endete der Geschäftsbetrieb.

Krieger gründete Höffner im Westteil der Stadt neu. Kriegers Familie verfügte bereits selbst über eine jahrzehntelange Tradition in der Berliner Möbelbranche; Krieger belieferte Behörden und Schulen.

Kurt Krieger entwickelte Ende der 70er Jahre für Höffner ein neues Konzept – die „Höffner-Stadt“. Nach der Wende begann das Unternehmen sofort damit, in die neuen Bundesländer zu expandieren. Heute sind Kriegers Höffner-Möbelhäuser an insgesamt 23 Standorten in Deutschland zu finden.

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