Hachez-Chef Hasso Nauck über den Verkauf seines Unternehmens

Dänisch-bremische Pläne

Dänemark und Bremen: Jesper Møller (l.) und Hasso Nauck in der Hachez-Zentrale an der Westerstraße. ·
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Dänemark und Bremen: Jesper Møller (l.) und Hasso Nauck in der Hachez-Zentrale an der Westerstraße. ·

Bremen - Von Thomas KuzajHachez-Chef Hasso Nauck, Unternehmer mit Leib und Seele, wirkte gestern zufrieden, obwohl seine Firma ihm nun nicht mehr gehört. Ein Widerspruch? Nein. Nach seiner Darstellung hat Nauck ein Ziel erreicht – wenn auch etwas früher, als er es ursprünglich mal gedacht hatte.

Nauck und sein Partner Wolf Kropp-Büttner kauften Hachez und Feodora im Sommer 2000, nachdem sie die Traditionsunternehmen zuvor schon zehn Jahre als Geschäftsführer geleitet hatten. Beide Marken gehören zur Hanseatischen Chocolade GmbH, an der Nauck 60 Prozent und Kropp-Büttner 40 Prozent hielt.

Nun – und zwar rückwirkend zum 1. Januar – besitzt der dänische Süßwarenhersteller Toms, nach Naucks Worten drei bis vier Mal so groß wie die Bremer und durch die Schokoladenmarke „Anthon Berg“ bekannt, 100 Prozent. Nauck – dessen Großvater lange Hachez-Inhaber war – und Kropp-Büttner sind jetzt wieder Geschäftsführer, ausgestattet mit Verträgen für zunächst einmal drei Jahre. „Wir fühlten uns noch nicht alt genug, dass wir nur noch zu Hause den Rasen mähen“, sagte Nauck.

Gleichwohl habe man sich schon einmal Gedanken über die Zukunft des Unternehmens gemacht. Als „Hauptgrund des Verkaufs“ nannte Nauck „die Sicherung des Fortbestands hier am Standort“. Die Unternehmen und Marken Hachez und Feodora sollen nach seiner Darstellung ebenso eigenständig und erhalten bleiben wie die Produktion an der Westerstraße in der Bremer Neustadt: „Wir investieren hier jedes Jahr Millionenbeträge.“ Im Mai etwa komme eine neue Pralinenanlage.

„Wir wollten nicht als diejenigen in die 120-jährige Firmengeschichte eingehen, die hier den Stecker rausziehen“, sagte Nauck. Aber: „Unsere Kinder haben sich anderen beruflichen Perspektiven zugewandt.“ Dass also einmal die Frage der Nachfolgeregelung kommen würde, war klar. Dass sie schon jetzt gekommen ist, lag an den Dänen, zu deren Marken auch die „Ga-Jol“-Lakritzpastillen gehören.

Im Frühjahr vorigen Jahres meldete Toms sich bei den Bremern, die keine Umsatzzahlen nennen, aber nicht ohne Genuss mitteilen, dass ihre Umsätze in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Toms, wie Hachez und Feodora mit der Marke „Anthon Berg“ im Segment der Luxusschokolade positioniert, möchte wachsen, und das außerhalb Dänemarks, wie Toms-Chef Jesper Møller gestern sagte. Toms nennt auch Hachez-Zahlen und gibt auf seiner Internetseite den Umsatz der Bremer mit etwa 360 Millionen Kronen an, was umgerechnet etwa 50 Millionen Euro entspräche.

Nauck sagte, er sehe viele Ähnlichkeiten und Parallelen zwischen Toms und Hachez. „Das Verständnis für diese Art von Geschäft ist gleich.“ Und: „Toms gehört einer Stiftung, ist also nicht so sehr an Vierteljahreserfolgen interessiert, sondern mehr auf Vermögenserhaltung und Langfristigkeit des Geschäfts ausgerichtet. Das ist auch für uns ein entscheidender Punkt.“

Nun gelte es, Kräfte zu „bündeln“ und „das Geschäft gemeinsam weiterzuentwickeln“. Marken und Standort sollen ja bleiben, Änderungen werde es gleichwohl geben. Mit Toms im Rücken werde Hachez dank der größeren Finanzkraft ein „ernstzunehmender Spieler gegenüber den Handelspartnern“ sein. Man könne anders am Markt auftreten. Weitere Details sollten nun ausgearbeitet werden: „Man muss die Crews zusammenbringen.“

Kropp-Büttner: „Alle Verträge mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden wurden übernommen. Keiner muss Angst haben, dass hier jetzt ‘ne Bombe platzt. Die Bestände an Verträgen sind zu 100 Prozent garantiert.“ Dass so ein Unternehmensverkauf dennoch „emotional nachwirkt“, gibt Nauck durchaus zu: „Es ist ein Teil der Familie. Wir sind noch in der Phase, wo es bei uns einsinken muss.“

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