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Da geht‘s lang! Bremer Focke-Museum zeigt Mitmach-Schau über Navigation

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Von: Thomas Kuzaj

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Mitmachen und ausprobieren! Das ist das große Motto der neuen Navigations-Ausstellung im Bremer Focke-Museum.
Mitmachen und ausprobieren! Das ist das große Motto der neuen Navigations-Ausstellung im Bremer Focke-Museum. © Focke-Museum/Martin Luther

Bremen – Navigare necesse est, Seefahrt ist nötig, das weiß man natürlich in der Hafen- und Hansestadt Bremen. Aber wissen es auch die Jüngsten? Besonders für Kinder ist die neue Sonderausstellung des Focke-Museums in Schwachhausen gedacht: „Von hier nach dort – Unterwegs mit Kompass und Navi!“ Die Schau beginnt am Sonntag, 13. März.

Mit dem Kompass auf den Weltmeeren navigieren, mit dem Navi den Weg zum gewünschten Ziel finden, mit Touchpad und Cursor im Netz navigieren – die jahrhundertalte Begriffswelt rund um Kompass & Co. begleitet uns auch im Digitalzeitalter. Klar, dass so ein Thema gleich mehrere Generationen anspricht. Und sie alle sollen das Focke-Museum nun ansteuern: „Die Sonderschau richtet sich speziell an Kinder ab acht Jahren, Jugendliche und Familien“, so eine Sprecherin. „An mehreren Mitmachstationen können diese verschiedene Hilfsmittel, die zur Orientierung und zur Navigation dienen, kennenlernen und ausprobieren.“

Zudem sind historische Objekte wie Sextanten und Globen zu sehen; so nützliche wie prächtige Instrumente sind das oft, die voller Details und Raffinesse stecken. Auch das mechanische Zeitalter hatte ja schon was zu bieten! Und das weiß man auch andernorts zu schätzen. Die Wanderausstellung wurde vom Focke-Museum, dem Altonaer Museum Hamburg, dem Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven und dem Europäischen Hansemuseum Lübeck gemeinsam konzipiert. Bremen ist die erste Station, hier wird die Ausstellung bis zum 25. September zu sehen sein. Anschließend geht sie, wie der Titel schon sagt, buchstäblich von hier nach dort… nächste Station: Hamburg.

Expertenfiguren im Comic-Style führen durch die Bremer Schau

Das Epochen und Techniken verbindende Thema: Orientierung. Wie orientieren wir uns im Alltag? Wie funktioniert das zu Wasser, zu Lande und in der Luft? Und im Weltall? An Fragen wie diesen orientiert sich die interaktive Ausstellung, die das von den Organisatoren angepeilte junge Publikum auch mit besonderen Gestaltungselementen erreichen will: Plakative Expertenfiguren im Comic-Stil geben dem Publikum Orientierung, indem sie verraten, wie sie sich zurechtfinden auf ihren jeweiligen Wegen. Der Storch möchte zum Beispiel so schnell wie möglich seinen Brutplatz im Süden erreichen und die Astronautin, sie möchte zum Mond.

Expertenfiguren im Comic-Stil führen durch die Navi-Schau.
Expertenfiguren im Comic-Stil führen durch die Navi-Schau. © Kuzaj

Hinzu kommen animierende Rätsel und Aufgaben, die mit Unterstützung der „Experten“ gelöst werden können. Mal gilt es, ein Schiff mit der Hilfe des Polarsterns auf Kurs zu bringen. Dann wieder heißt es: „Suche die schnellste Verkehrsverbindung heraus!“ (Letzteres kann, wie die Erwachsenen wissen, in Bremen eine besondere Herausforderung sein, die so manche Navigationsinstrumente und so manche Verkehrsteilnehmer an ihre Grenzen bringt.)

Sechs Mitmachstationen jedenfalls bilden die Route der Ausstellung, jeweils passende „Wimmelwände“ bieten Exponate und auch Objekte zum Anfassen. Kinder gehen mit einem „Navigationspass“ durch die Schau, in auf der sich am Ende ein Lösungswort zusammenfügt. Konzipiert wurde all dies unter der Regie des österreichischen Kurators Virgil Guggenberger, zu dessen Spezialgebieten Kinderausstellungen zählen; für das Focke-Museum gehörten Dr. Karin Walter und Katrin Rickerts zum Team. Wo bin ich? Wo ist mein Ziel? Wie komme ich da hin? Wie beschreibe ich den Weg für andere? Auf diesen vier Fragen, so Guggenberger, basiert sich die Schau, die ein Spektrum von gut 500 Jahren abdeckt – von der Seefahrt des ausklingenden Mittelalters bis zur GPS-Epoche. Navigare necesse est…

„Navigieren bedeutet, Schritte zu planen. Orientierung ist Navigation im Nahbereich“, umschreibt Guggenberger Prinzipien, die sich nicht verändert haben. Navigieren, das hat für den Kurator nicht nur mit Instrumenten wie beispielsweise dem Kompass zu tun. Für ihn ist auch „der menschliche Körper ein Navigationsinstrument“ – und orientiert sich zum Beispiel über das Gehör und die Informationen, die es ans Gehirn sendet. Und so wissen wir: Da geht‘s lang!

Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören Führungen, eine „Kinder-Uni“, Angebote für Schulklassen sowie Oster- und Sommerferienaktionen. Am Sonntag, 27. März, beginnt um 11 Uhr ein „Familientag“.

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