Mutmacher

Coronavirus: Bremer Unternehmen helfen in der Krise mit Material

Übergabe von 1 700 Atemschutzmasken für den Krisenstab: Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (v.l.), BLG-Vorstandvorsitzender Frank Dreeke sowie die Feuerwehrwehrleute Tobias Schneider und Carina Nienstedt. Foto: SENATSPRESSESTELLE
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Übergabe von 1 700 Atemschutzmasken für den Krisenstab: Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (v.l.), BLG-Vorstandvorsitzender Frank Dreeke sowie die Feuerwehrwehrleute Tobias Schneider und Carina Nienstedt.

Bremen - Die Bremer Brauerei Beck & Co. gehörte mit zu den ersten Unternehmen, die sich im Zuge der Corona-Pandemie kreativ zeigten, Desinfektionsmittel herstellte und Alkohol spendete.

Mittlerweile ist die Hilfsbereitschaft groß. Weitere Unternehmen, oft selbst durch das Virus wirtschaftlich betroffen, engagieren sich, stellen Schutzausrüstung und Alkohol für Desinfektionsmittel zur Verfügung. Sie zeigen sich als Mutmacher in der Krise.

Diese Krise lässt Atemschutzmasken, Einweg- oder Mehrweg-Schutzkittel, Einwegschutzhandschuhe und auch Desinfektionsmittel knapp werden, auch in Bremen. Vor wenigen Tagen hatte der Krisenstab gemeinsam mit dem Senat Bevölkerung und bremische Wirtschaft in einem Aufruf um Sachspenden gebeten. Viele Betriebe folgten dem Aufruf, überprüften ihre Bestände und stellten Material für die Kliniken bereit. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke), die auch persönlich mit zahlreichen Betrieben telefoniert, freute sich: „Obwohl viele Unternehmen selbst aktuell eine schwierige Zeit durchmachen, erleben wir eine unglaublich positive Resonanz, tolles Engagement und eine große Welle der Hilfsbereitschaft.“ Sie bedankte sich am Dienstag bei allen, ebenso Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke).

Schutzmasken spendeten beispielsweise die LloydWerft, Mercedes, die Maler- und die Tischlerinnung, die Stahlwerke Bremen, die BSAG, Kloska, die Bremer Spediteure der BLG und die Lürssen Werft. Desinfektionsmittel und weitere Serviceleistungen kamen von der Ariane Group. Die Bremer Goldschlägerei Bego stellt inzwischen Schutzmasken im 3D-Druck-Verfahren her.

Andere Betriebe werden in der Not ebenfalls aktiv, so auch das kleine Unternehmen „Piekfeine Brände“ von Birgitta Schulze van Loon (bei Gründung der Brennerei noch Birgitta Rust). Auch sie betrifft die Krise. Neben dem Ausfall von Veranstaltungen wie Gintastings, Workshops und Brennereiführungen bleiben Bestellungen aus Gastronomie und Hotellerie derzeit völlig aus, so Schulze van Loon. Für Obstbrände, Whisky, Rum, Gin und diverse Geiste wird hochprozentiger Neutralalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs als Basis benötigt. Und genau dieser Rohstoff Neutralalkohol wird in der Corona-Krise durch die hohe Nachfrage nach Desinfektionsmitteln immer knapper. Daher bietet Schulze van Loon nun einen großen Teil ihres Vorrats auf dem Markt an, obwohl diese essentielle Ressource für die Jahresproduktion der hauseigenen Spirituosen vorgesehen war, wie sie sagt.

Hochprozentiger Neutralalkohol ist in der Corona-Krise für die Herstellung von Desinfektionsmitteln sehr gefragt. Die Bremer Brennerei „Piekfeine Brände“ bietet daher einen Teil des Vorrats auf dem Markt an.

Damit verzichte sie auf einen Großteil der Jahresproduktion, auch wenn einige ihrer Spirituosen nun nur noch limitiert zur Verfügung stünden. Sie wolle damit ihren Beitrag zum Kampf gegen das Virus leisten und natürlich das Bestehen der acht Jahre alten Brennerei sichern. Es gibt Gebinde von einem bis zehn Litern, die per Telefon oder Mail bestellt werden können.

Da sich auch diese Vorräte an Neutralalkohol irgendwann dem Ende neigen, will die Bremerin zudem selbst Alkohol durch die Vergärung von Zucker herstellen. Schulze van Loon: „Entstehen wird ein etwa 80-prozentiger Trinkalkohol, der auch für Desinfektionszwecke eingesetzt werden kann, aber für Apotheken laut Gesetz nicht verwendet werden darf.“ Geeignet sei er jedoch überall dort, wo direkter Kontakt mit Menschen bestehe, wie in Arztpraxen und bei Physiotherapeuten.

Anderes Beispiel: Die BLG Logistics Group hat dem Bremer Krisenstab 1 700 Atemschutzmasken gespendet. Wissenschaftsenatorin Claudia Schilling (SPD) nahm die Masken von BLG-Chef Frank Dreeke in Empfang. Die Feuerwehr brachte sie zum Krisenstab.

Die Schneiderei des Bremer Theaters näht zur Zeit keine Kostüme, sondern Behelfsmasken für Krisenstab und Pflegedienst. 9 000 Masken werden benötigt. Deswegen sucht das Theater Stoffspenden aus reiner Baumwolle (Laken, Bettwäsche). Abgegeben werden können die Spenden von montags bis freitags, 7 bis 18 Uhr, an der Bühnenpforte. Auch die Stiftung Friedehorst näht Masken und sucht weitere Unterstützer (0421/6381-265).

Kontakt für Spender:

hilfsangebote@feuerwehr.bremen.de

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