Senat gibt weitere Schritte bekannt

Coronavirus in Bremen: Kein Alkohol an Himmelfahrt außer Haus – Polizei zieht Bilanz

Die Corona-Regeln in Bremen werden gelockert, zumindest teilweise. Die Gastronomie darf wieder öffnen, aber es gibt ein Alkohol-Ausschankverbot am 21. Mai. Die Polizei zieht nun Fazit zu den Ausflügen an Vatertag.

  • Der Bremer Senat gibt am Dienstag weitere Corona-Lockerungen bekannt
  • Gastronomie und Hotels in Bremen dürfen noch im Mai öffnen
  • Die Polizei war an Himmelfahrt in Bremen im Einsatz

Update, 22. Mai: Die Polizei Bremen führte an Vatertag Kontrollen zur Einhaltung der Allgemeinverfügung sowie der Corona-Regeln durch. Am Unisee in Bremen stellten die Einsatzkräfte vereinzelt Verstöße fest und erteilten Platzverweise. Im Blockland in den Gaststätten und am Osterdeich und Werdersee war viel los. Weitestgehend hielten sich alle an die Hygiene- und Abstandsregeln. Gruppen wurden teilweise mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, die Abstände zueinander zu vergrößern. 

Auch im Bereich Waller Sand musste die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen auf die Einhaltung der Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen hinweisen. Auf den Sportplätzen dort spielten circa 20 Leute Fußball, die Fitnessgeräte wurden von etwa zehn Sportlern genutzt. Weitere 70 Menschen befanden sich in unmittelbarer Nähe. Die Verstöße wurden entsprechend geahndet. Das teilt die Polizei mit.

Nach Beschwerde über Essen: Attacke am Sielwall in Bremen

Gegen Mitternacht kam es am Rande des Vatertages im Bereich der Sielwallkreuzung zu einer Ansammlung von bis zu 150 Menschen, überwiegend alkoholisierte, junge Menschen. Vorausgegangen war eine Körperverletzung vor einem Imbiss am Sielwall. Ein Gast hatte sich über sein Essen beschwert, woraufhin er von einem Imbiss-Mitarbeiter mit Fäusten attackiert wurde. Er musste von Rettungskräften behandelt werden. Während des Polizeieinsatzes strömten immer mehr Menschen zum Sielwall. Die Mindestabstände wurden dabei nicht mehr eingehalten. Nach polizeilicher Ansprache wurden Platzverweise erteilt und Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Update 19. Mai: Gerade erst haben die Gaststätten in Bremen wieder geöffnet, da gibt es die nächste Einschränkung zum Vatertag. In Bremen sind Gaststätten angehalten am Donnerstag, 21. Mai, keinen Alkohol außer Haus zu verkaufen. Das berichtet Weser-Kurier.de. Selbst auf in den traditionell gut gefüllten Bollerwagen und Handkarren dürfe inmitten der Coronavirus-Krise kein Alkohol mitgeführt werden. Das erklärte wie Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Montag. „Jeder weiß, dass mit steigendem Alkoholkonsum gute Vorsätze schnell in Vergessenheit geraten, zumal sich viele Menschen in ihre alte Normalität zurücksehnen“, sagte Mäurer. 

In Bremen sind Gaststätten angehalten am Donnerstag, 21. Mai, keinen Alkohol außer Haus zu verkaufen.

Die Abstandsregeln und der Hygieneschutz sind in der Coronavirus-Pandemie aber maßgebliche Präventionsmaßnahmen. Nachlässigkeit könne sich die Gesellschaft nicht leisten.


Update, 12. Mai: Der Bremer Senat hat am Dienstag weitere Corona-Lockerungen bekanntgegeben. Demnach dürfen Kitas ab dem 18. Mai weiter geöffnet werden, um mehr als nur eine Notbetreuung zu gewährleisten. 

Unter strengen Auflagen dürfen auch Gastronomen,  Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze ab dem 18. Mai wieder öffnen.

Zwischen Tischen in Restaurants müssen zwei Meter Platz sein und zwischen den Angestellten und den Gästen müssen eineinhalb Meter Abstand vorhanden sein. Büffets und Selbstbedienung sind nicht erlaubt. Restaurant-Besucher dürfen nicht an der Bar stehen, sondern müssen auf ihren Plätzen sitzen. 

Angestellte der Restaurants sollen darauf achten, dass die Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Die Gaststätten müssen Kontakt-Listen über die Gäste führen, damit sie diese im Falle einer Infektion erreichen können und die Infektionskette nachvollzogen werden kann.

Corona-Lockerungen in Bremen: Schule startet schrittweise

Außerdem sollen ab 18. Mai Kinder in den Kindergarten gehen können, die eine Sprachförderung benötigen, sowie alle Kinder, die 2021 in die Schule kommen und in einem Brennpunkt-Stadtteil leben. Ab 1. Juni kehren schrittweise die Vorschulkinder zurück – das wären dann insgesamt laut Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) 40 Prozent aller Kita-Kinder. Ab Mitte Juni sollen weitere Kinder kommen, wenn es der Infektionsschutz zulässt. 

In die Schulen sollen schrittweise alle Jahrgänge zurückgeholt werden. Ab 25. Mai sollen die Kinder an zwei Tagen Unterricht in der Schule (mindestens acht Stunden) haben, ab Mitte Juni soll die Hälfte aller Schüler in wechselnden Schichten lernen. Homeschooling geht weiter. Weitere Informationen dazu sollen am Montag folgen.

Bewohner von Seniorenheimen sollen spätestens ab 25. Mai wieder Besuch bekommen dürfen. Die Einrichtungen können ihre Hygienekonzepte noch vorlegen und überarbeiten. Sozialsenatorin Anja Stahmann kündigt an, dass Bremen mit Unterstützung des Bundes einen Bonus von 1.500 Euro an Mitarbeiter in der Altenpflege auszahlen will. Auch in der Krankenpflege soll es laut Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard einen Bonus geben.

Corona in Bremen: Veranstaltungen mit mehr 200 Leuten verboten

Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern in Bremen dürfen ab 13. Mai wieder öffnen. Pro Person müssen zehn Quadratmeter Platz eingehalten werden, es gilt nach wie vor Maskenpflicht in den Geschäften.

Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 200 Leuten in Bremen bleiben bis Ende August verboten.

Originaltext, 5. Mai: Bremen - Die Friseure haben die Schere seit Montag wieder in der Hand. Spielplätze dürfen in Bremen ab Mittwoch (6. Mai) wieder öffnen. Ebenso der Zoo, Museen, Gedenkstätten, Volkshochschulen, Fahrschulen sowie Kosmetik-Studios und ähnliches, Gottesdienste sind auch wieder möglich – alles unter Corona-Auflagen, versteht sich.

Corona in Bremen: Einzelhandel ab 13. Mai wieder komplett offen

Und der Einzelhandel darf ab 13. Mai unabhängig von der Größe wieder loslegen. Der rot-grüne-rote Senat hat, wie angekündigt, am Dienstag eine entsprechende Verordnung beschlossen. Gedulden muss sich weiter die Gastronomie. Während ein paar Meter weiter, also in Niedersachsen, Restaurants am 11. Mai wieder öffnen dürfen, wird das im Land Bremen wohl vor dem 18. Mai nichts.

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bezeichnete die Öffnung der Spielplätze nach der Senatssitzung als „wichtigen Schritt“. Kinder seien besonders von Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Keine Kita, kein Treffen mit den Freunden, das sei hart. Bovenschulte warnte zugleich davor, dass „jeder Schritt zurück ins normale Leben“ das Infektionsrisiko erhöhe. Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts besagen allerdings etwas anderes, ist doch die Reproduktionszahl (wie viele Menschen steckt ein Infizierter an) trotz der Lockerungen vor etwa zwei Wochen gesunken.

Corona-Krise in Bremen: Kritik an „Überbietungswettbewerb“

Insgesamt, das machte Bovenschulte deutlich, will sich Bremen hinsichtlich weiterer Lockerungen an die bundesweite Abstimmung halten. Deutlich kritisierte er den „Geschwindigkeits- und Überbietungswettbewerb anderer Länder“. Niedersachsen, mit SPD-Mann Stephan Weil an der Spitze, will er aber nicht gemeint haben, sagte er später. Weil hatte am Vortag etliche Mitstreiter überrascht, indem er einen Zeitplan für weitere Lockerungen vorlegte und die Gastronomie (außer Bars, Kneipen, Discos) unter strengen Auflagen ab 11. Mai wieder öffnen will. Bremer Gastronomen hatten daraufhin gehofft, dass man an der Weser gleich zieht.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke), die sich am Abend, wie geplant, zwecks Abstimmung mit den Wirtschaftministern der Länder traf, zeigte sich zwar auch von Weils Vorstoß überrascht und hält seine Pläne für „unausgegoren“, sieht den Zeitplan aber nicht weit auseinander. Sie setzt auf einen einheitlichen Fahrplan für die gesamte Gastronomie, also auch für Kneipen. Vogt strebt den 18. Mai als Stichtag an. In der nächsten Woche soll ein Konzept zu Hygieneschutz, Abstand und Arbeitsschutz vorliegen. Das Beherbergungsgewerbe will Vogt etwa ab Mitte Mai wieder öffnen.

Corona in Bremen: Veranstaltungsgeschäft in massiver Krise

Neben Gastronomie und Tourismusbranche sieht Vogt das Veranstaltungsgeschäft in einer massiven Krise. Abstand zwischen den Plätzen sei schwierig, die Hälfte der Belegung nicht wirtschaftlich. Es sei schwierig, „eine bundesweit einheitliche Lösung aus dem Ärmel zu schütteln“. Erstmal werde Bremen es bei der Absage von großen Veranstaltungen bis Ende August belassen.

Keine Lockerungen des Besuchsverbots wird es zu Mittwoch in Bremer Pflegeheimen geben. Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) kündigte jedoch mit gezielten Maßnahmen zu Abstand und Hygiene Besuchsmöglichkeiten für die kommende Woche an.

„Schritt für Schritt“, so Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke), soll nun der Betrieb abseits von Covid-19 in den Kliniken wieder hochgefahren werden.

Corona in Bremen: Aktuelle Zahlen

Bislang (Stand Freitagabend) sind im Land Bremen 1 153 (+22) bestätigte Corona-Infektionen gemeldet worden (davon 85 in Bremerhaven). 693 (+16) Menschen gelten inzwischen als genesen, 36 sind gestorben. 48 Patienten werden in Kliniken versorgt, fünf beatmet. Mehrere Corona-Fälle gab es im Güterverkehrszentrum und im Diako. 

Aufgehoben wurde die Quarantäne über eine Pflegeeinrichtung, in der in den vergangenen Wochen insgesamt 29 Bewohner sowie 22 Beschäftigte positiv getestet worden waren. Das Infektionsgeschehen sei jetzt eingedämmt, mit Folgefällen sei nicht zu rechnen, hieß es aus dem Gesundheitsressort. gn

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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