Leben in Bremen

Fragen und Antworten: Die Corona-Auswirkungen auf Strom, Wasser, Busse und Bahnen

Um 25 Prozent reduziert die Bremer Straßenbahn AG ihr Angebot. Wie viele Fahrgäste in den Bussen und Bahnen sitzen, werde kontinuierlich beobachtet, sagt Vorstand Hajo Müller. Foto: KUZAJ
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Um 25 Prozent reduziert die Bremer Straßenbahn AG ihr Angebot. Wie viele Fahrgäste in den Bussen und Bahnen sitzen, werde kontinuierlich beobachtet, sagt Vorstand Hajo Müller.

Bremen - Stromversorgung, Wasser, Busse und Bahnen: „Wir bemühen uns, alles stabil zu halten“, sagte Verkehrs- und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) am Dienstag. Täglich tagen Krisenstäbe. Wie hält Bremen die öffentliche Daseinsfürsorge aufrecht? Fragen und Antworten zum Thema.

Coronavirus in Bremen: Wie stark schränkt die BSAG den Betrieb ein?

Ab Mittwoch gilt ein Sonderfahrplan, der „auf dem Sonntagsfahrplan basiert“, wie BSAG-Vorstand Hajo Müller erklärt. „In den Hauptverkehrszeiten verdichten wir auf einen 15-Minuten-Takt.“ Gegenwärtig werde „mit Hochdruck daran gearbeitet, diese ,Zwischenfahrten‘ in die elektronische Fahrplanauskunft und auf die elektronischen Anzeigen zu übertragen“, sagt ein BSAG-Sprecher. „Diese sind aus technischen Gründen voraussichtlich jeweils frühmorgens ab etwa 3 Uhr ausschließlich für den laufenden Tag verfügbar.“ Vorstand Müller: „Wir reduzieren das Angebot in Summe um 25 Prozent.“

Coronavirus in Bremen: Warum reduziert die BSAG?

Es geht darum, Kunden und Mitarbeiter vor gegenseitiger Ansteckung zu schützen. Bis Dienstag Früh gab es bei etwa 1 000 Mitarbeitern im Fahrdienst „keinen bekannten Infektionsfall“, so Müller. Die Fahrzeugtüren öffnen jetzt automatisch (außer Tür 3 im Bus), so dass Fahrgäste weniger Kontakt mit Türöffnern und Tasten haben.

Schon gesehen? Alle aktuellen Informationen rund um das Coronavirus in Bremen gibt es in unserem News-Ticker zum Nachlesen.

Kritiker halten die Reduzierung für unverantwortlich und befürchten, dass Busse und Bahnen nun besonders voll sein werden.

Müller verweist darauf, dass gegenwärtig viel weniger Menschen mit Bussen und Bahnen fahren – schließlich sind Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen; viele Beschäftigte arbeiten im Home Office. Auch Senatorin Schaefer weist die Kritik zurück: „Die BSAG geht in höchstem Maße verantwortlich und sensibel mit der Situation um und guckt sich das Fahrtgastaufkommen genau an.“ Sind die Fahrzeuge zu voll, werde flexibel reagiert, sagt Müller.

Coronavirus in Bremen: Wie arbeitet der Versorger SWB?

Hier wurde ein Lagezentrum eingerichtet. Das unternehmenseigene Krisen- und Notfallmanagement umfasst Pandemiepläne, die greifen, um die Ver- und Entsorgungsleistungen weiterhin sicherzustellen. Insbesondere geht es um den Rund-um-die-Uhr-Betrieb an fünf Standorten, sagt SWB-Vorstandschef Dr. Torsten Köhne – dazu gehören beispielsweise das Netzleitcenter in Woltmershausen und die Müllverbrennung im Hafen und am Oken. Ziel ist es, „den Betrieb so lange wie möglich normal aufrecht zu erhalten“, hieß es.

Wie werden die SWB-Mitarbeiter vor dem Coronavirus geschützt?

Auch hier gilt es, direkte persönliche Kontakte möglichst weit zu reduzieren. „Der Schichtwechsel ist jetzt kontaktlos“, sagt Köhne. Also: ohne Handschlag. Zudem werden die Leitwerke zwischendurch desinfiziert – auch die Computertastaturen.

Die Sparkasse öffnet nur noch ausgewählte Filialen. Die Markt-Filiale (Foto) bleibt zu.

Haben Beschäftigte von Unternehmen aus der Daseinsvorsorge die Möglichkeit, ihre Kinder in die Notbetreuung zu geben?

Jetzt ja, sagt Senatorin Schaefer – es gilt das gleiche Prinzip wie für Polizisten, Feuerwehrleute und Beschäftigte im Gesundheitswesen.

Coronavirus in Bremen: Wie arbeitet die Stadtreinigung?

Auch hier gibt es einen Krisenstab. Aufgaben wurden priorisiert. An erster Stelle stehen die Restmüllabfuhr und die Beseitigung illegaler Müllablagerungen. Erst danach folgen Bioabfall und Papierabfuhr.

Was ändert sich aufgrund der Corona-Pandemie in großen Centern?

Im Weserpark zum Beispiel schließen – wie angeordnet – die Geschäfte, doch es gibt auch Ausnahmen. Marketing-Manager Dennis Bastuck: „Die Nahversorgungsfunktion, vor allem im Lebensmittelbereich, wird weiterhin aufrechterhalten.“ Auch die „Waterfront“ in Gröpelingen will die Versorgung aufrechterhalten, heißt es auf der Homepage. Die „Markthalle Acht“ teilt via Facebook mit, „vorübergehend“ die Türen zu schließen.

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