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Corona-Stress bei Feuerwehr Bremen: Rettungskräfte marschieren mit Querdenkern

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Von: Johannes Nuß

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Der Schriftzug „Feuerwache“ in Bremen.
Beamte der Feuerwehr Bremen sollen sich an einer Querdenker-Demo beteiligt haben. Das sorgt für dicke Luft innerhalb der Feuerwehr. (Symbolbild) © Sina Schuldt/dpa

Beamte der Feuerwehr Bremen sollen an Anti-Corona-Protesten teilgenommen haben. Das sorgt nun für dicke Luft. Feuerwehrleiter Philipp Heßemer ist entsetzt.

Bremen – Dicke Luft bei der Feuerwehr: Dass sich am Montag, 14. März 2022, Beamte der Feuerwehr Bremen an den Corona-Protesten von Corona-Impfgegnern beteiligt haben, stößt der Wehrleitung sauer auf. In einer Pressemitteilung verurteilt der Leiter der Feuerwehr, Philipp Heßemer, das Verhalten seiner Kameraden.

Corona-Stress bei Feuerwehr Bremen: Rettungskräfte marschieren mit Querdenkern

Dies wohl auch aus dem Grund, da die Feuerwehrleute Westen mit handgeschriebener Aufschrift „Feuerwehr“ trugen und ein Banner mit der Aufschrift „Feuerwehr Bremen“ dabei hatten. „Die Feuerwehr Bremen distanziert sich sehr deutlich von Auftritten und Aussagen dieser Gruppierungen“, wird Heßemer in der am Mittwochabend verbreiteten Mitteilung zitiert.

„Wir werden niemandem die Teilnahme an Demonstrationen verbieten und wollen auch nicht die freie Meinungsäußerung einschränken“, erklärt Heßemer. „Aber mit der Verwendung von Feuerwehr-Symbolik haben die Beteiligten ihre Zugehörigkeit zur Feuerwehr missbraucht, das Image der Feuerwehr Bremen und damit die große vorbildlich agierende Mehrheit der Kolleg:innen öffentlich beschädigt.“

Corona-Stress bei Feuerwehr Bremen: Leitung der Feuerwehr prüft nun disziplinarische Konsequenzen

Die Leitung der Feuerwehr prüft nun disziplinarische Konsequenzen. Gerade mit der Nähe mancher Querdenker zur rechten Szene und die rassistischen Vorkommnisse bei der Feuerwehr Bremen werfen in diesem Zusammenhang ein schlechtes Licht auf die Rettungskräfte.

Hinzu kommt, dass sich rund 30 Feuerwehrleute in Bremen weigern, sich gegen das Coronavirus zu impfen. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass mehr als 95 Prozent der insgesamt rund 1300 Mitarbeitenden der Berufsfeuerwehr und Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren mittlerweile „geboostert“ sind beziehungsweise den Status 2G+ erfüllen. Die Maßnahmen zum Infektionsschutz, wie Kohortenbildung und Vereinzelungen, zusätzlicher Testungen, Tragen von FFP2-Masken und die Einhaltung der Abstandsgebote, werde von einem großen Teil der Feuerwehrangehörigen mit sehr großer Disziplin eingehalten.

Corona-Stress bei Feuerwehr Bremen: 30 Feuerwehrleute verweigern die Corona-Impfung

„Das führt zu Einschränkungen und erfordert vor allem Geduld. Ich habe höchsten Respekt vor den Kolleg:innen und Kamerad:innen“, sagt Feuerwehrchef Philipp Heßemer: „Dementsprechend kritisch werte ich das aktuelle Ereignis.“

Über Monate hat die Feuerwehr Bremen ihren Mitarbeitenden und Mitgliedern Impfangebote gemacht, eigene Impfaktionen an unterschiedlichen Standorten organisiert und jüngst auch nochmal die Impfung mit den neuen „Totimpfstoffen“ forciert. Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht ist auch im Dienstbetrieb der Feuerwehr Bremen umzusetzen. Daraus folgend übermittelt die Feuerwehr den Impfstatus der Mitarbeitenden an das Gesundheitsamt. Konsequenzen für ungeimpfte Einsatzkräfte obliegen nun zunächst dem Gesundheitsamt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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