Früherer Start möglich?

Corona-Lockerungen: Bremer Senat entscheidet zeitnah über ein Gastronomie-Konzept

Protest von Bremer Gastwirten Ende April: Sie wollen wieder loslegen. Foto: KUZAJ
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Protest von Bremer Gastwirten Ende April: Sie wollen wieder loslegen.

Bremen - Gibt es doch noch eine Chance, dass die Gastronomie in Bremen nicht länger als ihre Kollegen in Niedersachsen aufs Öffnen warten müssen? So zumindest könnte man die Worte von Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) interpretieren.

Bovenschulte berichtete am Mittwochnachmittag im Bremer Rathaus aus der Telefonkonferenz der Regierungschefs zum Thema Corona. In Sachen Gastronomie erklärte er, Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) werde am Dienstag ein Konzept vorlegen, unter welchen Bedingungen Restaurants, Kneipen und Hotels wieder öffnen können. 

Nicht so richtig „amused“ waren Bovenschulte und Vogt am Vortag gewesen, weil der Chef des Nachbarlandes Niedersachsen, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), vorgeprescht war und der Gastronomie die Öffnung – unter Auflagen – ab 11. Mai wieder erlaubt hatte.

Nach Corona-Pause in Bremen: Gastro-Öffnung schon zum 18. Mai?

Vogt bezeichnete die Pläne des Nachbarn als „unausgegoren“, da Kneipen, Bars und Discos ihre Türe noch verschlossen halten müssen. Sie wolle eine einheitliche Linie für die gesamte Gastronomie, und zwar ab 18. Mai. Am Dienstagabend kam die Bremerin dann virtuell mit den anderen Wirtschaftsministern zusammen. Heraus kam als Einigung ein Korridor – vom 9. bis zum 22. Mai für eine bundesweite kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes.

Und was lässt die Bremer Gastronomen, die sehr verärgert über die angekündigte längere Zwangspause an der Weser waren, nun hoffen, doch schon nächste Woche wieder loslegen zu können? Bovenschulte sagte, der Senat werde das Konzept aus dem Hause der Wirtschaftssenatorin am Dienstag beschließen. Ob die Maßnahmen dann sofort an dem Tag oder erst am 18. Mai in Kraft träten, das werde sich zeigen. Na, dann, schau'n mer mal!

Corona in Bremen: Kontaktbeschränkungen bleiben

Kernergebnis der Ministerpräsidenten-Konferenz sei, dass die Länder wieder mehr Entscheidungen vor Ort treffen könnten, das aber bei einer Bundeslinie – „Leitplanken“, wie Bovenschulte sagte. Einig seien sich die Länder, dass die Kontaktbeschränkungen als „Fundament“ bestehen blieben (zunächst bis 5. Juni).

Doch es gibt Corona-Lockerungen: Es dürfen sich nun Menschen zweier Haushalte zum Spaziergang treffen, also zwei Familien, Paare, Freunde. Die Anzahl der jeweils in den Haushalten lebenden Menschen sei nicht begrenzt, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage. Heißt allerdings: Bei zwei Großfamilien könnten schnell 20, 25 Personen zusammenkommen.

Bremse bei den Corona-Lockerungen auch für Bremen eingebaut

Eine Bremse ist bei den Lockerungen auch eingebaut: Gibt es in einer Woche 50 neue Infektionen auf 100.000 Einwohner, werden die Regelungen wieder strikter. Für Bremen bedeutet das laut Bovenschulte: Steigen die Zahlen auf rund 50 neue Corona-Fälle am Tag, folgen Auflagen, möglicherweise auch nur regional. „Aber da sind wir noch lange nicht, wir haben zurzeit im Schnitt etwa 20 Infizierte täglich“, so der Bürgermeister. Hintergrund der jetzt festgelegten Quoten sei, dass die Gesundheitsämter von der Kapazität her in der Lage seien, Kontakte Infizierter zu verfolgen.

In den Kitas will der Bürgermeister die Notbetreuung (jetzt bei knapp 20 Prozent) ausbauen. Und die Grundschüler dürfen sich freuen: Ab 18. Mai ist für alle Klassen wieder Unterricht in der Schule angesagt, nicht in Etappen – allerdings mit Abstand, strengen Regeln, verminderter Stundenzahl und in Schichten.

Corona in Bremen: Aktuelle Zahlen

Für das Land Bremen meldete das Gesundheitsressort am Mittwochabend 966 (+49) bestätigte Corona-Infizierte (davon 71 in Bremerhaven). Davon gelten 559 (+45) als genesen, 32 sind gestorben. 56 Patienten werden in Kliniken behandelt, sieben müssen beatmet werden. Corona-Fälle meldeten neu das Klinikum Nord und ein Callcenter. Aktuell gibt es laut Ressortsprecher Lukas Fuhrmann Covid-19-Infektionen in drei Pflegeheimen, in einem wurden sechs Bewohner positiv getestet. Insgesamt waren bislang neun Heime von der Pandemie betroffen, davon sind sechs wieder coronafrei. Die 102 positiven Fälle verteilen sich auf 64 Bewohner und 38 Beschäftigte. 19 Senioren sind gestorben.

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