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Corona-Regeln: Shopping und volles Stadion – Bremen plädiert für Lockerung

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Von: Jens Kiffmeier

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Vorbild Österreich? Andreas Bovenschulte (SPD) ist offen bei Lockerungen der Corona-Regeln in Bremen – bei stabiler Kliniklage. Doch das gefällt nicht jedem.

Bremen/Berlin – Mehr Freiheiten trotz Omikron-Welle: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat eine neue Lockerungsdebatte angestoßen. Bei einer stabilen Lage auf den Intensivstationen könne man sich einer Öffnungsperspektive nicht verschließen, räumte der SPD-Politiker am Montag im Deutschlandfunk ein. Dabei nannte er explizit die Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel als auch eine größere Auslastung im Fußballstadion. Der Vorstoß zur Lockerung der Corona-Regeln stieß in der Politik und bei Intensivmedizinern aber auf ein geteiltes Echo.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Neuentdeckte Variante aus dem südlichen Afrika:Variante Omikron (B.1.1.529)

Ungeachtet der Debatte steigen derzeit die Corona-Zahlen weiter an. Am Montag vermeldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1176,8 – ein Rekordwert. Die höchsten Zahlen hatten dabei Berlin (1821), Hamburg (1780,3) und Bremen (1575). Jedoch ist ein Großteil der Infizierungen auf die Omikron-Variante zurückzuführen, deren Symptome frühzeitig erkennbar sind und die einen im Vergleich eher milderen Verlauf verursacht. Trotz vieler Warnungen blieb ein befürchteter Kollaps in den Kliniken deswegen bislang aus.

Corona-Regeln: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) stößt Debatte über Lockerungen an

Vor diesem Hintergrund verteidigte Bovenschulte seinen Vorstoß. Seinen Angaben nach entspannt sich die Lage auf den Intensivstationen derzeit. Sollte die Lage stabil bleiben, dann könne und müsse man über eine Öffnungsperspektive bei den Corona-Regeln nachdenken, so der Bremer Bürgermeister. Denkbar sei dann etwa im Einzelhandel die 2G-Regel*, wonach nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu den Geschäften haben, wieder einzustellen und durch die konsequente Anwendung der Maskenpflicht zu ersetzen. „Und wir müssen zu einer möglichst einheitlichen Regelung kommen, was Großveranstaltungen angeht“, sagte Bovenschulte mit Blick auf den Sport und das Zuschauerverbot in den Fußballstadien.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) zieht sich nach einer Debatte um die Corona-Regeln eine FFP2-Maske an.
Plädiert für eine Lockerungsdebatte um die Corona-Regeln: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). © Sina Schuldt/dpa

Der Vorstoß löste aber umgehend eine Kontroverse aus. So warnten vor allem die Intensivmediziner vor einem voreiligen Handeln. Zwar sei die Situation auf den Intensiv- und Normalstationen in den Krankenhäusern im Moment beherrschbar, räumte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, im Gespräch mit dem NDR ein. Dennoch seien die Infektionszahlen momentan hoch und es gelte das weitere Geschehen noch abzuwarten. Bis Ende März oder Anfang April werde man noch mit der Omikron-Welle zu kämpfen haben, erst danach könne man über Lockerungen nachdenken, so der Intensivmediziner.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Zuletzt waren die Rufe nach einem Öffnungskonzept in der Hauptstadt bereits wieder lauter geworden. Vor allem die CSU um Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als auch die FDP machten sich diesbezüglich schon vor dem Bovenschulte-Vorstoß für Lockerungen stark. Unter anderem fiel erst am Montag FDP-Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki wieder als entschiedener Kritiker eines zu harten Corona-Kurses auf.

Trotz Omikron-Welle: Österreich hebt Beschränkungen im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Tourismus auf

Angefeuert wird die deutsche Debatte derzeit unter anderem auch von dem Vorgehen in Österreich. Nachdem das bayerische Nachbarland wochenlang einen strikten Corona-Kurs gefahren hatte und unter anderem einen Knallhart-Lockdown für Ungeimpfte verhängt* hatte, werden die einzelnen Maßnahmen nun wieder schrittweise zurückgenommen. Seit Mitte November hatten ungeimpfte Menschen ab 12 Jahren die Wohnung nur verlassen dürfen, wenn sie zum Einkaufen, zum Arzt, zur Arbeit oder zum Sporttreiben wollten.

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Seit diesem Montag haben sie jetzt wieder eine größere Bewegungsfreiheit. Neben dem freien Verlassen der Wohnung soll ab kommendem Wochenende auch beim Besuch in Geschäften, im Restaurant und im Tourismus kein Impf- oder Genesenen-Nachweis erforderlich sein. Ein negativer Corona-Test gilt dann wieder als ausreichend. Allerdings gilt in Österreich ab diesem Zeitpunkt dann auch die allgemeine Impfpflicht für Erwachsene. * kreiszeitung.de und merkur.de ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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