Alle müssen ran

Corona-Krise in Bremen: Das Rot-Kreuz-Krankenhaus wird umgekrempelt

Das Rot-Kreuz-Krankenhaus wurde im Zuge der Corona-Krise in nur wenigen Wochen umgekrempelt, um auch bei einem Anstieg der Erkrankungen Covid-19-Patienten angemessen betreuen zu können. Aus normalen Krankenhausstationen wurden Covid-Stationen (Foto). Foto: RKK
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Das Rot-Kreuz-Krankenhaus wurde im Zuge der Corona-Krise in nur wenigen Wochen umgekrempelt, um auch bei einem Anstieg der Erkrankungen Covid-19-Patienten angemessen betreuen zu können. Aus normalen Krankenhausstationen wurden Covid-Stationen (Foto).

Die Corona-Krise trifft in Bremen auch die Krankenhäuser hart. Nun ist das Rot-Kreuz-Krankenhaus in der Neustadt umgekrempelt worden.

Bremen - In der Corona-Krise arbeiten alle Bremer Kliniken zusammen – ob kommunal unter dem Dach der Gesellschaft Gesundheit Nord (Geno) oder frei. Planbare Operationen werden verschoben, spezielle Covid-Stationen eingerichtet, Patienten in andere Krankenhäuser verlegt, Personal hilft an anderen Standorten aus. Eine dieser Kliniken ist das Rot-Kreuz-Krankenhaus (RKK) in der Neustadt, an dessen Beispiel wir aufzeigen, wie in wenigen Wochen der gesamte Betrieb auf den Kopf gestellt wurde.

Corona in Bremen: Alle Abläufe im RKK werden neu gedacht

Während draußen das Leben zu erstarren scheint, dreht sich im Krankenhaus alles immer schneller, sagt RKK-Sprecherin Dorothee Weihe. Alle Abläufe wurden neu gedacht, Bereiche geschaffen, andere geschlossen, der Krisenstab tagt beinahe täglich. Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse darüber, wie Prozesse und Bereiche noch besser organisiert werden können, um der erwarteten Welle schwerkranker infizierter Menschen zu begegnen. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) rechnet damit, dass Bremen in der Hoch-Zeit 200 bis 300 Intensivbetten mit Beatmungsgeräten brauchen wird. Bisher gibt es 162, belegt zum Großteil mit Patienten, die nicht an Corona erkrankt sind. Neue Geräte sind bestellt. Bislang steigt die Kurve der Infizierten in Bremen vergleichsweise langsam an.

Zurück zum RKK: Geschäftsführer Dr. Walter Klingelhöfer ist stolz auf sein Team. Das hat er den Mitarbeitern bereits persönlich gesagt, möchte es aber unbedingt auch öffentlich wiederholen. „In wenigen Wochen den Betrieb eines ganzen Krankenhauses umzukrempeln, dafür bedarf es eines ungeheuren gemeinschaftlichen Kraftaktes“, sagt er gegenüber unserer Zeitung und lobt den „Zusammenhalt und die ungeheure Motivation“. Da sei keine Berufsgruppe ausgenommen.

Blick in die zweite Notaufnahme: Sie wurde speziell für Corona-Patienten geschaffen.

Corona in Bremen: Notfälle werden im RKK weiter behandelt

Notfälle werden im Akutkrankenhaus RKK weiter behandelt und operiert – ob Herzinfarkt, Unfall, schwere Durchblutungsstörungen, Krebserkrankung. Planbare Operationen wurden jedoch verschoben. Eingerichtet wurde eine zweite Notaufnahme für Corona-Verdachtsfälle und -Infizierte – mit eigener Zuwegung für den Rettungsdienst, Personal und allen notwendigen Gerätschaften. Die Kapazitäten der Intensivstation wurden räumlich und personell erweitert, Corona-Patienten von anderen getrennt. Die Anzahl der Beatmungsbetten wurde verdoppelt, eine Aufstockung ist laut Klingelhöfer möglich, wenn die Behörden Nachschub besorgen.

Normale Krankenhausstationen wurden zu Corona-Bereichen mit 65 Betten umorganisiert – samt aller notwendigen Umzüge, Vorbereitungen, Schulungen der Mitarbeiter und deren Ausstattung mit Schutzkleidung. Auch hier heißt es: Erweiterung möglich. Zur Zeit wird auf der Intensivstation ein Corona-Patient beatmet, drei andere liegen auf der Corona-Station.

Corona-Krise in Bremen: Alle Mitarbeiter im RKK müssen ran

Und die Mitarbeiter? „Alle müssen ran“, heißt es. Die Dienstpläne aller Bereiche wurden dafür komplett neu organisiert. Zur Unterstützung des RKK-Personals sind einige erfahrene Mitarbeiter aus der Roland-Klinik gekommen. Patienten, die im RKK notfallmäßig operiert wurden, werden (sobald sie verlegungsfähig sind) in die Roland-Klinik gebracht und dort gemeinsam von Ärzten beider Häuser versorgt – praktische Hilfe in Notzeiten. Damit die Beschäftigten während der Corona-Krise mal zur Ruhe kommen können, wurden Extra-Bereiche geschaffen. Möglich sind auch Catering, physiotherapeutische und psychologische Unterstützung. Das sei sehr wichtig, sagt Barbara Scriba-Hermann, Pflegerische Geschäftsführung.

Die Klinik hat aufgrund des Besuchsverbots eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Unter 0421/5599-0 haben geschulte Mitarbeiter ein offenes Ohr und finden Lösungen für den Kontakt zwischen den Patienten und ihren Liebsten, wie es heißt. Eine zweite Hotline steht den Mitarbeitern bei Fragen zur Verfügung. Auch wichtig: Bereits geplante Sprechstundentermine finden statt.

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