Geno: Entscheidung im Einzelfall

Infiziert zur Arbeit: „Aber selbstverständlich nur in Schutzkleidung“

Bremen – Die Klinik-Gesellschaft Gesundheit Nord (Geno) will Corona-Infizierte ohne Symptome weiter in den Krankenhäusern einsetzen. Das bestätigte auf Nachfrage Karen Matiszick, Sprecherin der Geno. Allerdings müsse jeder Einzelfall von der Krankenhaushygiene eingeschätzt und entschieden werden, betonte sie.

Den Angaben nach gehe es dabei nur um Beschäftigte, die nicht erkrankt seien und sich arbeitsfähig fühlten. Diese könnten auch in der Patientenversorgung eingesetzt werden. Matiszick: „Aber selbstverständlich nur in Schutzkleidung.“ Die Regelung sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und werde auch an den Unikliniken in Freiburg und Aachen so praktiziert. Zurzeit gebe es in Bremen aber noch keinen Personalengpass, alle infizierten Mitarbeiter würden bisher nach Hause geschickt. Matiszick: „Wir befinden uns gerade in einer Ausnahmesituation, die so noch niemand von uns erlebt hat. Wir rechnen damit, dass die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten in den nächsten Tagen und Wochen rasant steigen wird. Dann brauchen wir jede helfende Hand, um diese Herausforderung zu meistern.“ Wer erkrankt sei, solle nicht arbeiten. Es gehe nur um die, die positiv getestet seien, sich aber arbeitsfähig fühlten. In jedem Fall müsse mit den Experten Rücksprache gehalten werden. „Tatsache ist, dass wir uns derzeit in einer Situation befinden, in der wir ungewohnte Wege gehen müssen“, sagte die Geno-Sprecherin.

Die Zahl der bestätigten Fälle ist bis Donnerstagabend in der Stadtgemeinde Bremen stark angestiegen, und zwar auf 104 Erkrankte. Im Land Bremen gibt es bisher 119 Fälle (davon 15 in Bremerhaven). Damit sei ein großer Teil der Tests, der sich in den vergangenen Tagen gesammelt hatte, nun analysiert, sagte der Sprecher des Gesundheitsressorts. Der starke Anstieg lasse sich auf ausstehende Tests mehrerer Tage zurückführen.

Zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung sowie zum Schutz besonders gefährdeter Personengruppen erließ die Behörde am Donnerstag ein Besuchsverbot in Krankenhäusern, Tageskliniken und ähnlichen Einrichtungen. Dadurch sollen Patienten vor möglichen Ansteckungen von außen geschützt werden, hieß es. Wenn ein besonderes Interesse an einem Besuch vorliege, könnten Krankenhäuser in Einzelfällen Ausnahmen von diesem Verbot zulassen.

Außerdem wurden alle planbaren Aufnahmen, Operationen sowie andere Eingriffe untersagt. Dies betrifft laut Gesundheitsressort sowohl stationäre Einrichtungen wie auch ambulante Operationen. Durch das Verbot würden mehr Kapazitäten geschaffen, die für die Behandlung von Corona-Patienten genutzt werden könnten.

Rubriklistenbild: © THOMAS KIENZLE / AFP

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