Bremische Häfen schlagen weniger Güter um

Corona bremst Welthandel

Auto stehen im Hafen vor einem Automobilfrachter.
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Minus 26 Prozent: Im Automobilumschlag registrierten die Bremischen Häfen vor allem wegen des Frühjahrs-Lockdown den stärksten Einbruch seit zehn Jahren.

Corona hat den Umschlag in den Bremischen Häfen einbrechen lassen. Das geht aus der Neun-Monats-Statistik hervor.

  • Automobilumschlag verzeichnet stärksten Einbruch seit zehn Jahren.
  • Kreuzfahrtgeschäft kommt zum Erliegen.
  • Wachstum in den China-Verkehren.

Bremen – Im Corona-Jahr 2020 ist der weltweite Handel zum Teil arg ins Stocken geraten. Und das wirkt sich auch auf die Bilanz in den Bremischen Häfen aus.

An den Kajen und Terminals in Bremen und Bremerhaven sind in den ersten neun Monaten des Jahres 48,6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen worden, 24,5  Millionen wurden importiert, 24,1 Millionen exportiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als 53,4 Millionen Tonnen umgeschlagen wurden, entspricht das einem Minus von neun Prozent, teilte das Häfenressort mit.

In den stadtbremischen Hafenanlagen wurden weiteren Angaben zufolge 7,3 Millionen Tonnen umgeschlagen, 25,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In Bremerhaven fiel der Verlust bei einem Gesamtumschlag von 41,3 Millionen Tonnen mit 5,4  Prozent geringer aus. Wie stark der Einbruch im Gesamtjahr sein wird, darüber liegen noch keine Daten vor. Auch die übliche vorgezogene Jahresbilanz-Pressekonferenz kurz vor Weihnachten ist ein Opfer der Pandemie geworden. Die Häfenbilanz soll im Frühjahr 2021 vorgestellt werden, heißt es.

Jahresbilanz kommt im Frühjahr

Im Automobilumschlag jedenfalls rechnet der Logistikdienstleister BLG mit einem Minus von 26 Prozent – auf 1,6 Millionen Ein- und Ausfuhren von Fahrzeugen. Das sei der größte Einbruch seit zehn Jahren, heißt es. Seit 2011 hat die BLG Jahr für Jahr mehr als zwei Millionen Fahrzeuge umgeschlagen.

Laut Statistik des Häfenressorts sind von Januar bis September in Bremerhaven gut 1,178 Millionen Autos im- und exportiert worden. In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 waren es gut 1,613 Millionen. Vor allem der Frühjahrs-Lockdown in vielen Ländern habe die Bilanz verhagelt, heißt es. „Das hat uns stark getroffen“, sagte eine BLG-Sprecherin. Seit dem Sommer ziehen ihren Angaben zufolge vor allem die Exporte in den asiatischen Raum wieder an.

Exporte nach Asien ziehen wieder an

Ein Plus von 10,7 Prozent in den China-Verkehren hat die Häfenbilanz etwas aufgebessert, die Ladungsverluste unter anderem im Europa-Verkehr (minus acht Prozent) und im Amerika-Geschäft (minus 26,4 Prozent) aber nicht ausgeglichen. „Die Corona-Pandemie wirkte und wirkt sich auf die weltweiten Lieferketten aus, in die die deutschen und europäischen Industrien und somit auch die Bremischen Häfen integriert sind“, sagte Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD). Und weiter: „Trotz der teilweisen Erholung des Welthandels seit dem Sommer konnten die massiven Ladungsverluste aus der ersten Jahreshälfte nicht kompensiert werden.“

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden in Bremerhaven 40,8 Millionen Tonnen Stückgüter (minus 5,8 Prozent) verschifft und angelandet. Der Containerumschlag verzeichnete mit 37,8 Millionen Tonnen ein Minus von 4,7 Prozent und mit knapp 3,5 Millionen Standardcontainern (TEU) ein Minus von 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Massengutumschlag brach von 7,3 auf 6,1 Millionen Tonnen (minus 16,8 Prozent) ein, wobei der Umschlag von flüssigen Massengütern sogar um 1,2  Prozent (1,6 Millionen Tonnen) zulegte.

Bremen will weiter investieren

Das Kreuzfahrtgeschäft an der Bremerhavener Columbuskaje ist im Jahr 2020 pandemiebedingt zum Erliegen gekommen. Es wurden lediglich sechs Schiffe mit 2 596 Passagieren abgefertigt. Im Jahr 2019 waren es 115 Schiffe mit 246 995 Passagieren.

Schilling zeigt sich trotzdem zuversichtlich. Sie sagt: „Wir werden weiter zukunftsgerichtet in unsere Häfen investieren, wie zum Beispiel in die Weiterentwicklung unserer Kajen und in den Ausbau der Hinterlandanbindung.“ Die Senatorin sieht aber auch den Bund in der Pflicht: „Entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Bremischen Häfen bleibt für mich jedoch die Anpassung der Fahrrinne der Außenweser. Ich setze darauf, dass der Bund schnellstmöglich verbindlich die Weichen dafür stellt, dass wir den Reedereien eine noch bessere Erreichbarkeit für voll beladene Containerschiffe bieten können.“ Das sei „der wesentliche Faktor im harten Wettbewerb“.

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