Keine Panik in Krankenhäusern

Steigende Corona-Zahlen: Bremer Kliniken sehen sich gut vorbereitet

Die Infektionszahlen in Bremen steigen an. Das stellt die Bremer Krankenhäuser vor eine Herausforderung. Wie bereiten sich die Kliniken der Stadt Bremen darauf vor?

  • Die Bremer Kliniken sehen sich für die steigenden Corona-Infektionszahlen gut vorbereitet.
  • Das Rot-Kreuz-Krankenhaus kann seine Corona-Station je nach Bedarf erweitern.
  • Das Diako-Krankenhaus und das St.-Joseph-Stift haben ihre Intensiv- und Laborkapazitäten vergrößert.

Bremen – Die Stadt Bremen ist Corona-Risikogebiet. Aktuell sind etwa 1400 Covid-19-Infizierte bekannt. Doch infiziert ist nicht mit erkrankt gleichzusetzen. Dennoch nimmt die Zahl der Corona-Patienten in den Bremer Kliniken zu. Sind die Krankenhäuser auf einen weiteren Anstieg vorbereitet? Keine Panik, heißt es dort. Die Bremen Kliniken sehen sich gut aufgestellt und können alle ihre Kapazitäten ausweiten – zu Lasten des Normalbetriebs.

Stadt Bremen
Bevölkerung547.976
BürgermeisterAndreas Bovenschulte (SPD)
Fläche326,7 km²

Etwa 1400 akut Infizierte, doch auf Intensivstationen und an Beatmungsgeräten liegen derzeit vergleichsweise wenig Patienten, blickt man auf das Frühjahr zurück. Damals gab es um die 400 Testungen am Tag, jetzt sind es rund 2200. Im Land Bremen liegen rund 100 Corona-Patienten in Kliniken (etwa 20 kommen aus dem Umland), davon rund 20 auf Intensivstationen. „Derzeit ist die Situation beherrschbar, weil wir uns bereits im Frühjahr gut darauf vorbereitet haben, eine große Zahl an Covid-19-Patienten versorgen zu können“, betont Sprecherin Karen Matiszick für die vier kommunalen Kliniken der Gesundheit Nord (Geno). Es gebe spezielle Isolationsstationen oder spezielle Bereiche für die Versorgung von Corona-Patienten. Auch auf den Intensivstationen sei noch ausreichend Platz.

Bremer Kliniken: „Lage ist stabil“

Montagmittag wurden in den Geno-Kliniken 56 Corona-Patienten versorgt, davon neun auf der Intensivstation. Hinzu kommen 27 Verdachtsfälle. Insgesamt gibt es bei der Geno laut Matiszick rund 160 Intensivbetten, weitere 80 Betten mit Beatmungsgeräten stehen bereit. Matiszick: „Bisher ist die Lage also noch stabil.“

Gut aufgestellt sehen sich trotz steigender Corona-Infektionszahlen die Bremer Kliniken (hier der Aufnahmeraum im Klinikum Ost). Alle haben sich entsprechend vorbereitet. Bei Bedarf kann der Normalbetrieb zurückgefahren werden, um auf das Infektionsgeschehen zu reagieren.

Auf den Intensivstationen werden laut Sprecherin nicht nur Covid-Patienten, sondern auch andere behandelt. Derzeit, so das Fazit von Matiszick, reichen die Kapazitäten aus. Steigen die Zahlen, könnte der planbare OP-Betrieb reduziert oder sogar gestoppt werden, wie es im Frühjahr der Fall war. So ist es auch in den anderen befragten Kliniken. „Noch stehen wir aber nicht an diesem Punkt“, beruhigt die Sprecherin. Auch bei der Versorgung der Corona-Patienten seien die Geno-Kliniken gut aufgestellt. Weiteres Personal sei geschult worden, denkbar sei – wie im Frühjahr – eine unbürokratische Unterstützung aus anderen Einrichtungen (damals half die Paracelsus-Klinik aus). Übrigens, infizierte Mitarbeiter ohne Symptome müssen den Angaben nach in keiner der Bremer Kliniken arbeiten. Alle verfügen zudem über ausreichend Schutzausrüstung, heißt es.

Rot-Kreuz-Krankenhaus kann die Corona-Station erweitern

Im Rot-Kreuz-Krankenhaus (RKK) werden derzeit (Stand Montag) vier Patienten auf der Intensiv- und elf auf der Corona-Station versorgt. „Wir haben in der ersten Phase der Pandemie alles so in die Wege geleitet, dass nun je nach Bedarf aufgestockt werden kann. Es wurden Wege im Haus getrennt, Personal wurde geschult, eine zweite Notaufnahme mit eigener Zuwegung für den Rettungsdienst eingerichtet, Intensivkapazitäten und Beatmungsplätze wurden aufgestockt, eine Isolierstation eingerichtet“, sagt Sprecherin Dorothee Weihe.

Ständig würden mindestens zwei Intensivbetten freigehalten. Auf der Intesivstation ist laut Weihe Platz für 26 Patienten (nicht nur für Covid-19-Patienten), 20 Patienten könnten beatmet werden. Das würde jedoch eine erhebliche Einschränkung für den Normalbetrieb bedeuten, der derzeit wie gewohnt weiterläuft. Die Corona-Station verfügt über 18 Betten – Erweiterung möglich.

Diako und St.-Joseph-Stift verdoppeln Bettenzahl

Umgebaut und erweitert mit strikter Trennung hat seit Frühjahr auch das Diako-Krankenhaus in Gröpelingen. Intensivkapazitäten (von 14 auf 28) und Beatmungsplätze (von acht auf 16) wurden verdoppelt, sagt Sprecher Ingo Hartel. „Personell sind wir zum Glück gut aufgestellt“, betont er. Das Diako betreut zur Zeit (Stand Montagmittag) 16 Corona-Patienten, einen intensiv.

Und auch das St.-Joseph-Stift in Schwachhausen hat in Sachen Virus erweitert, neue Strukturen geschaffen, wie Sprecher Maurice Scharmer betont. Die Laborkapazitäten wurden ebenfalls ausgebaut, so dass Testungen auf Corona in der Klinik durchgeführt werden können. Neben dem PCR-Test wird laut Scharmer seit nun auch der Antigen-Schnelltest genutzt (ebenso wie in den anderen Kliniken). Eingerichtet wurde eine Isolierstation mit 30 Betten. Alle Patienten werden, so der Sprecher, vor Eingriffen getestet. Die Intensivstation wurde mit nun 21 Betten mit Beatmungsmöglichkeit und acht weiteren Plätzen für die Überwachung mehr als verdoppelt. Betreut werden derzeit 14 Covid-Patienten, davon zwei intensiv, einer wird beatmet.

Rubriklistenbild: © Geno/Kerstin Hase

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