Harter Lockdown trifft Pyrotechnik-Branche

Corona: Acht weitere Todesfälle in Bremen

Feuerwerk bei Comet in Bremerhaven. In diesem Jahr fällt der Silvesterverkauf aus.
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Feuerwerk bei Comet in Bremerhaven. In diesem Jahr fällt der Silvesterverkauf aus.

Bremen/Bremerhaven – Das Feuerwerk fällt aus. Das Feuerwerk-Verkaufsverbot – ein Ergebnis des sonntäglichen Corona-Gipfels von Bund und Ländern – trifft den Bremerhavener Hersteller Comet hart. Denn an den Tagen vor Silvester wird üblicherweise praktisch der Jahresumsatz erwirtschaftet.

Nun erwarten die Bremerhavener schnelle Unterstützung von der Politik. „Hilfen braucht es jetzt“, sagt Comet-Geschäftsführer Richard Eickel und fordert Solidarität ein. Mit einem Umsatz von etwa 50 Millionen Euro pro Jahr gehört Comet nach eigener Darstellung zu Deutschlands führenden Feuerwerksfirmen. In der Hochsaison beschäftigt das Unternehmen etwa 200 Mitarbeiter.

„Nach der ersten Bund-Länder-Entscheidung gegen generelle Feuerwerksverbote haben wir mit unseren Hauptauslieferungen begonnen. Darauf arbeitet unser Unternehmen das ganze Jahr hin“, so Eickel. Nun sei unklar, was mit der ausgelieferten Ware geschehe. „Feuerwerk ist ein Kommissionsgeschäft. Es sind also wir, die pyrotechnische Industrie, die den wirtschaftlichen Schaden tragen muss.“

Glühwein-Genuss im Stehen nicht mehr erlaubt

Vom Feuerwerk zu einem weiteren winterlichen Traditionsartikel, zum Glühwein. Dessen öffentlicher Ausschank hatte in Bremen für Diskussionen gesorgt. Nach dem Sonntags-Gipfel ist klar: Glühwein darf nun in Bremen doch noch verkauft werden, allerdings nur im geschlossenen Becher. „Zum Verzehr zu Hause“, so Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Glühweintrinkende Grüppchen in der Nähe von Verkaufsständen wollen die Behörden in Bremen nicht mehr sehen – auch nicht mit Abstand.

Auch Döner, Bratwurst und Pommes dürfen nicht mehr in der Nähe der Verkaufsstelle – am Imbiss, am Stand – gegessen werden, wohl aber eben zu Hause (oder im Büro) und auch auf dem Weg dorthin. Auch hier gilt, dass sich im öffentlichen Raum keine gemütlich beieinanderstehenden Gruppen bilden sollen – das Corona-Risiko ist deutlich zu hoch.

Schausteller-Buden in der Bremer City dürfen weiter öffnen

Das gilt auch für die gerade erst aufgestellen Schaustellerbuden in der Bremer Innenstadt. Sie bleiben zwar geöffnet, Kunden dürfen dort aber eben nicht stehen und essen – und einen Meter weiter auch nicht: Kein „Vor-Ort-Verzehr“ mehr erlaubt. „Vor Ort ist auch, wenn man ‘n paar Meter weitergeht“, sagt Bovenschulte. Also: Bratwurst auf dem Heimweg im Gehen essen: gestattet. Im Stehen essen: nicht gestattet.

Bremer Inzidenzwert bei 136,5

Unterdessen hat sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona noch einmal deutlich erhöht. Das Bremer Gesundheitsressort meldete am Sonnabend vier weitere Todesfälle und am Sonntag erneut vier. Die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie stieg damit im Land Bremen auf 158.

Für das Land Bremen wurden am Sonnabend 165 Neuinfektionen gemeldet, am Sonntag kamen weitere 65 hinzu – 48 in Bremen, 17 in Bremerhaven. Damit blieb die Zahl etwa auf dem Niveau der Vorwoche (61 Neuinfektionen). Der Sieben-Tage-Inzidenzwert wurde am Sonntag für die Stadtgemeinde Bremen mit 136,5 angegeben, in Bremerhaven lag der Wert bei 99,4.

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