Corinne Hofmann liest aus „Das Mädchen mit dem Giraffenhals“

Vom Berg geprägt

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Corinne Hofmann nahm die Gäste mit auf eine Spurensuche in ihre Kindheit.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Eine kleine Schar von Besuchern nahm am Dienstagabend in der Thalia-Buchhandlung in der Obernstraße Platz, um Corinne Hofmann zu lauschen. Die Schweizerin las aus ihrem neuen Buch „Das Mädchen mit dem Giraffenhals“ und erzählte von ihrer Kindheit in der Schweiz.

Während draußen der Nebel waberte, rückte das Auditorium im Kaffee der Buchhandlung näher zusammen. Mit kräftiger Stimme und unverkennbarem Schweizer Dialekt begrüßte die Buchautorin ihre Gäste. „Es macht Spaß, verrückte Sachen zu tun“, begann Hofmann ihre Lesung.

Bekannt ist Hofmann auch als „Die weiße Massai“. Ihr gleichnamiges Buch wurde ein Bestseller. Die Geschichte von ihrer Afrika-Reise, auf der sie 1986 in Kenia dem Krieger Lketinga vom Stamm der Samburu begegnete und diesen ein halbes Jahr später heiratete, wurde 2005 verfilmt und ein Kinohit. Drei weitere autobiografische Bücher folgten.

In „Das Mädchen mit dem Giraffenhals“ sucht Hofmann nun nach ihren Wurzeln und den Gründen, für die Entscheidungen, die anderen Menschen bisweilen mutig oder gar verrückt erscheinen mögen. Die Tochter deutsch-französischer Eltern nahm ihr Auditorium mit auf eine Reise in ihre Kindheit und Jugend in der Schweizer Provinz. Ihr sportlicher Vater kam aus Ostdeutschland, die großgewachsene Mutter aus dem Elsass. In der Schweiz seien sie als Ausländer nicht wirklich beliebt gewesen, sagt die 1960 geborene Autorin, die heute in Lugano lebt. Als der Vater dann eine Festanstellung bei der Schweizer Bundesbahn erhält, kaufte er prompt ein Grundstück auf einem Berg und baute mit der Mutter in Eigenarbeit ein kleines Haus. Hofmann bezog mit ihrem jüngeren und ihrem älteren Bruder ein zwölf Quadratmeter großes Zimmer. Sechs Kilometer Fußmarsch waren es bis zur Schule. Corinne stach zudem durch ihre Größe hervor. „Ich war eine Bohnenstange und wurde ‚Giraffenhals‘ gehänselt.“

Wie stark sie diese Zeit auf dem Berg geprägt und ihr Leben beeinflusst habe, sei ihr erst im Nachhinein bewusst geworden, erzählt Hofmann. Die Abenteuerlust habe sie offenbar von ihrem Vater geerbt, aber auch die Nähe zur Natur. Sie schlief oft unter freiem Himmel oder badete im Brunnen. Cowboy- und Indianer-Comics beflügelten ihre Phantasie. Dass Hofmann es schaffte, mit ihrem Mann Lketinga vier Jahre im afrikanischen Busch zu leben und in einer winzigen Lehmhütte mit der Familie zu nächtigen, begründete Hofmann mit ihren Kindheitserfahrungen. Auch die Beziehung zu ihrem Vater habe eine Rolle gespielt. Sie lag rund 18 Jahre auf Eis. „Der Charakter meines Mannes ähnelte sehr dem meines Vaters.“

„Das Mädchen mit dem Giraffenhals“ ist bei Knaur erschienen und kostet 19,99Euro.

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