Kreuzfahrt-Boom: „Eine Chance für Bremerhaven“

Bremen gibt 79 Millionen Euro für Neubau der Columbuskaje frei

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Der Senat hat am Dienstag der Bereitstellung von 79 Millionen Euro für die marode Columbuskaje zugestimmt.

Bremen - Das Kreuzfahrt-Geschäft boomt weiter. Bremerhaven rechnet, wie berichtet, mit etwa 245.000 Passagieren in diesem Jahr (2017: 165.000). Und die Zahlen sollen weiter steigen. Darauf soll die Seestadt vorbereitet sein – mit einem Neubau der Columbuskaje.

Der Senat hat Dienstag dem Projekt in Bremerhaven zugestimmt. Die Gesamtkosten für Planung und Bau werden mit 78,7 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld wird in den Haushalten bis zum Jahr 2023 berücksichtigt, sagte Tim Cordßen, Sprecher des Wirtschaftsressorts.

„Der Neubau der Columbuskaje zeigt, dass der Senat den Investitionen in die Hafeninfrastruktur auch zukünftig eine zentrale Bedeutung zumisst“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) nach der Sitzung. „Die Stadt hat jetzt die große Chance, das Thema Kreuzfahrt für eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftsstruktur zu nutzen. Dafür ist der Neubau der Kaje eine zwingende Notwendigkeit“, so Günthner.

Die in den Jahren 1924 bis 1926 erbaute Columbuskaje hat mittlerweile ein Alter von mehr als 90 Jahren erreicht. Schon heute sei die Standsicherheit der Columbuskaje im Bereich der Kreuzfahrtanlage eingeschränkt, sagte Günthner. Die Hafengesellschaft Bremenports sah sich deshalb gezwungen, die maximal zulässige Verkehrslast zu begrenzen. Und im Fall von extremen Niedrigwasserständen wird eine Räumung der Kaje angeordnet. Damit lässt sich natürlich im Kreuzfahrt-Geschäft nicht punkten. 

Fahrgastzahlen gehen deutlich aufwärts

Wie gerade erst berichtet, machen immer mehr Kreuzliner und Passagiere in der Seestadt fest. 40.000 bis 65.000 Passagiere zählte das Terminal in den Jahren zwischen 1990 und 2015. Seit 2016 geht's deutlich aufwärts: 69 Schiffsanläufe und fast 100.000 Fahrgäste, 2017 bereits 84 Schiffsanläufe und 165.000 Passagiere. Für 2018 haben sich 112 Schiffe mit rund 245.000 Urlaubern angemeldet. Phoenix Reisen aus Bremen, Tui Cruises, Costa Kreuzfahrten – die Namen der Kreuzfahrt-Spezialisten können sich sehen lassen.

Ab 2019 will auch Deutschlands Marktführer auf dem Sektor, Aida Cruises, regelmäßig in Bremerhaven festmachen. Mehr als 250.000 Passagiere werden 2019 erwartet, die Saisonzeiten erweitern sich. Weitere Kreuzfahrtschiffe sind im Bau, was den Werften Auslastung beschert. Und an der Columbuskaje machen immer wieder einige dieser Neubauten für die Endausrüstung fest.

Bremenports wird nun detaillierte Entwurfsunterlagen erstellen und das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren durchführen. Ein Baubeginn für die neue Kaje wird für den Jahresanfang 2021 angestrebt. Die Bauzeit wird etwa drei Jahre betragen, heißt es. 

gn

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