Premiere der Show „Elektro“ im GOP-Theater

„Club-Erlebnis mit Abstand“

Samira Reddmann am Trapez bei einem der optischen Höhepunkte der Show.
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Samira Reddmann am Trapez bei einem der optischen Höhepunkte der Show.

Bremen – Es war so etwas wie ein Experiment. Statt wie bisher ein artistisches Varieté-Programm mit Musik zu konzipieren, gingen die Macher der GOP-Theater einen Schritt weiter: Als „ein artistisches Konzert“ ist die Show „Elektro“ überschrieben, die jetzt in Bremen Premiere hatte. Und soviel vorweg: Das Experiment ist gelungen.

Und das so gut, dass es die Corona-Maßnahmen im Theater fast vergessen macht. Die Ränder der Acrylglas-Scheiben zwischen den Reihen behindern nur ab und zu die Sicht und kaum die Akustik – da haben die Tontechniker ganze Arbeit geleistet. Allerdings werden Gesprächsfetzen von vorderen Tischen zurückgeworfen.

Die weiteren üblichen Einschränkungen (Maskenpflicht, Einbahngänge und der Verzicht auf eine Pause) fallen kaum ins Gewicht. Klar ist aber auch: Wenn, wie Theater-Chef Philipp Peiniger erklärt, statt bisher 400 maximal 244 Plätze zur Verfügung stehen, kann die Stimmung nicht so enthusiastisch sein wie sonst bei GOP-Premieren.

Bremer Premiere: Hommage an elektronische Musik

An der Show liegt es nicht. Das „Club-Erlebnis mit Abstand“, wie Regisseur Knut Gminder es nennt, „passt gut in die Zeit.“ Einzigartige Verbindungen von Musik, Artistik und visueller Umsetzung sind eine Hommage an die elektronische Musik, die in vielen gängigen Genres heute eine unverzichtbare Rolle spielt. Deshalb darf auch in einer Nummer die Reminiszenz an einen der Wegbereiter, die Elektro-Band „Kraftwerk“, nicht fehlen.

Der Song „Das Model“ ist nicht original, läuft aber eben auch nicht vom Band. „Alles wird in dieser Show live gespielt und gesungen“, sagt Gminder, und das ist es auch, was „Elektro“ auf eine neue Stufe hebt. Jeder Artist kann im nächsten Moment Musiker sein. Oder im selben Moment: So verwandelt Phil Os Bewegung in Klänge. Während er ein Diabolo durch die Luft schleudert, springt er nach links und rechts und schlägt mit den Handstücken des Seils auf ein elektronisches Schlagzeug.

Oder er jongliert mit zwei Bällen und einem Schlüsselbund – um mit diesem auch zum Adele-Song „Love in the dark“ das Hi-Hat-Becken zu bespielen.

Show „Elektro“: Kreise drehen und gleichzeitig singen

Die Britin Nadia Lumley treibt das auf die Spitze, wenn sie, im Cyr Wheel ihre Kreise drehend, einen Song von Anne Clark live interpretiert. Fast schon „normal“ mutet es da an, dass Robin Witt während seiner Nummer an der Dance Pole von Sängerin Julie Wolff begleitet wird. Wenn da nicht kurze Aufregung geherrscht hätte, als die Stange ob der schwungvollen Darbietung zu kippen droht, weil sich die Fundamentplatte merklich anhebt.

Optischer Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des auf 90 Minuten verkürzten Programms (richtig, Corona-Maßnahme) ist die Trapeznummer von Samira Reddmann, deren Bewegungen in luftiger Höhe von Kameras erfasst und in Farben wie ein Umriss hinter sie projiziert werden. Das sind Momente, in denen die Musik ein wenig in den Hintergrund treten darf.

Die Show „Elektro“ läuft bis Sonntag, 25. Oktober mittwochs bis freitags um 20 Uhr, am Sonnabend um 18 und 21 Uhr sowie sonntags um 14 und 17 Uhr. Tickets kosten 36 oder 41 Euro. Mittwoch ist Studententag (18 Euro).

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