Ladenschluss

Die City muss im Alltag besser werden

Kreiszeitung Syke
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Bremen - Von Thomas KuzajEin Gespenst geht um im Einzelhandel. Es handelt sich um die Ladenschluss-Diskussion im rot-grünen Nordrhein-Westfalen, wo eine Begrenzung der Öffnungszeiten auf 22 Uhr im Gespräch ist.

Bremens Ladenschlussgesetz war gestern Thema in der Bürgerschaft. Vorab und vorsorglich hatte die Einzelhändlervereinigung City-Initiative schon einmal vor einer Übertragung des NRW-Modells auf Bremen gewarnt. Für den Einzelhandel in der Bremer Innenstadt hätte die 22-Uhr-Grenze „fatale Folgen“, sagte ihr Geschäftsführer Dr. Jan-Peter Halves. Sie würde „die Chancengleichheit zwischen Bremen und Niedersachsen, wo es keine Einschränkungen gibt, aufheben“. Die Innenstadt verlöre ihre langen Einkaufsnächte.

Viermal im Jahr öffnen die Geschäfte dort bis 24 Uhr. Hängt von diesen vier Nächten wirklich das Wohl der Innenstadt ab? Halves verweist darauf, dass auch die Konkurrenz in Centern und im Umland zu langen Nächten lädt.

Doch vielleicht führt die Fokussierung auf „Events“ auch am Thema vorbei. Denn die Innenstadt muss sich gerade im Alltag stärker bewähren. Gerade im Alltag, sich von den Centern am Stadtrand und in der Umgebung abzugrenzen – und auch von der Rund-um-die-Uhr-Konkurrenz im Internet. Ladenschlusszeiten hin oder her – warum fahren so viele Menschen gern in ein Center? Vielfach, weil sie es dort einfach bequemer haben. Kostenlos parken, sich willkommen fühlen: kleine Aspekte mit großer Wirkung.

Nun kann die City keine kostenfreien Parkplätze anbieten. Doch wer einmal versucht hat, mit einem Kinderwagen aus dem Parkhaus ins, sagen wir mal, größte Bremer Kaufhaus zu kommen, der weiß, dass eine Menge zu tun wäre. Hier Türgriffe, die kein Mensch anfassen mag – dort Treppen und Barrieren, die nicht mehr zeitgemäß sind.

Um im Alltag besser dazustehen, braucht die Innenstadt zudem mehr Vielfalt. Das bekannte Problem der fehlenden Verkaufsflächen. Hier ist die Politik gefordert. Viel wurde schon von einem „City-Center“ geredet. Impulse, die neue Entwicklungen auslösen können, sind jedenfalls nötig.

Das Live-Erlebnis von Präsentation und Beratung in kleinen Fachgeschäften kann auch ein Weg sein, sich vom Internet abzusetzen – ganz unabhängig von „Events“ und Diskussionen um Ladenschlusszeiten.

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