Rand statt Herz

280 Stellplätze im „City Gate“ leiten neue Ära des Innenstadt-Parkens ein

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Letzte Arbeiten am Parkhaus im „City Gate“, das am Donnerstag öffnet und 280 Stellplätze bietet.

Bremen verändert das Parken in der Innenstadt, ein erster großer Schritt dazu wird jetzt gemacht: Am Donnerstag öffnet das Parkhaus im neuen „City Gate“ am Hauptbahnhof. Es bietet insgesamt 280 Stellplätze auf zwei Ebenen im Untergeschoss des Gebäudekomplexes.

Bremen - Zum ersten Mal seit zwölf Jahren nimmt die Gesellschaft Brepark damit einen Parkhausneubau in Betrieb – vor zwölf Jahren war es das Stephani-Parkhaus. Das Unternehmen betreibt in der Innenstadt nun acht Parkhäuser. Und Bremens Innenstadt, sie steht mit ihren vielen Neubau- und Großprojekten vor großen Veränderungen. Das „City Gate“ ist das erste fertige Projekt des großen Innenstadt-Umbaus – und eben der Auftakt für ein neues Parkkonzept. „Jetzt spürt man, wie sich die Innenstadt von Morgen anfühlen wird“, sagte Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne), auch Aufsichtsratschef der Brepark, am Mittwoch.

Und das Parken? Lohse: „Wir wollen die Autos nicht mehr ins Herz der historischen Altstadt führen, wir wollen sie am Rande der Innenstadt abfangen.“ So wie eben mit den neuen Stellflächen im „City Gate“.

Sparkassenareal und Fernbusterminal

Weitere neue Parkplätze am Rand der City sollen auf dem Sparkassenareal (Am Brill) entstehen – das dürfte aber noch Jahre dauern. Die Sparkasse zieht mit ihrer Zentrale Ende 2020 in den Technologiepark. Danach erst können die Investoren Pinchas und Samuel Schapira, die das Sparkassen-Grundstück übernehmen, mit der Umsetzung der spektakulären Entwürfe des US-Stararchitekten Daniel Libeskind beginnen.

Parkplätze soll es auch am neuen Fernbusterminal hinter dem Übersee-Museum und dem Fruchthof-Gebäude geben, wo ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen geplant ist. Baubeginn für den neuen Busbahnhof: Frühjahr 2020. Auch Kooperationen mit privaten Parkhäusern (Beispiel: Baumwollbörse) und eine Aufstockung des Brill-Parkhauses sind gegenwärtig in der Diskussion.

Parkhaus Mitte wird verschwinden

Neue Parkplätze, sie werden auch dringend gebraucht. Denn schließlich wird das Parkhaus Mitte, nach althergebrachter Art noch im Stadtkern zu finden, auf absehbare Zeit verschwinden. Der Investor Kurt Zech hat es gekauft. Er will das Parkhaus abreißen und unter Einbeziehung der Gebäude von Karstadt und Kaufhof eine „City-Galerie“ errichten – mit 21. 000 Quadratmetern Fläche für Einzelhandel, Büros und (in den oberen Etagen) Wohnungen. Mit Abriss liegt der Kaufpreis bei 16,7 Millionen Euro. Das Parkhaus Mitte hat 578 Autostellplätze, hinzu kommen weitere 482 auf dem Galeria-Kaufhof-Dach. Zur „City-Galerie“ sollen keine neuen Autoparkplätze gehören.

Mehr Leben in der Innenstadt (auch außerhalb der Geschäftszeiten) durch die Kombination von Wohnen und Freizeit, Arbeit und Einzelhandel – das, so die Idee, soll die City-Zukunft sein.

Erste Pläne vor sieben Jahren

Doch zurück in die Gegenwart, in die Realität, ins „City Gate“. Die Achim-Griese-Treuhandgesellschaft aus Hamburg hat das 100-Millionen-Euro-Großprojekt mit zwei Gebäudeteilen nach Plänen des Architekten Max Dudler errichtet. Es war ein langer Weg. Der erste Spatenstich wurde im August 2015 gefeiert. Vor sieben Jahren hatten die Planungen begonnen. Massive Probleme sorgten für Verzögerungen: Straßenbahngleise neben der Baustelle sackten ab, die Hochstraße hatte sich leicht gesenkt und musste angehoben werden. In der Grube: marode Erdanker, fehlende Stabilität.

„Die Realisierung dieses Projekts hat viel Energie gekostet“, so Brepark-Chefin Erika Becker am Mittwoch. „Den Mietvertrag hatten wir im Jahr 2012 abgeschlossen. Da haben wir, glaube ich, alle gedacht, es geht schneller. Aber bei einem 100-Millionen-Projekt, da geht nicht alles glatt.“ Nun, schön ist es geworden, das Parkhaus im „City Gate“ – findet Senator Lohse: „Es wirkt freundlich und großzügig, wenn man hier reinkommt.“

Letzte Arbeiten am Parkhaus im „City Gate“, das am Donnerstag öffnet und 280 Stellplätze bietet. Foto: Kuzaj

Hell ist es auf jeden Fall, dafür sorgt die LED-Beleuchtung. Das farbliche Gestaltungskonzept habe die Brepark, so Erika Becker, an die „Farbwelt“ des „City Gate“ angepasst. Neben Weiß dominieren ein helles Grau und ein Graublau. Klare Linien schaffen Orientierungsmöglichkeiten. Die 280 Stellplätze (bis zu 2,70 Meter breit) verteilen sich auf den Ebenen U2 (nicht mit der Rockband zu verwechseln) und U3 auf einer Fläche von 8 .900 Quadratmetern, so die Brepark-Geschäftsführerin. In die Technik für das neue Parkhaus investierte die Brepark etwa 200 .000 Euro, sagte Becker auf Nachfrage.

Die Gebühren 

Das Parkhaus im „City Gate“ ist rund um die Uhr geöffnet und hat ein Parkleitsystem. Der Ein- und Ausfahrtbereich liegt am Breitenweg. Vier verschiedene Treppenhäuser führen vom Parkhaus ins „City Gate“ hinein. Die Parkgebühren: 0,90 Euro pro angefangene halbe Stunde; Tageshöchstsatz: zwölf Euro. Bezahlen: an den Kassenautomaten oder bargeldlos über „Easy“-Karte, Prepaidkarte und Girokarte oder auch per Mobiltelefon. kuz

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