„Bremer Erklärung zur Innenstadtentwicklung“

Bremer City soll sich radikal wandeln und wieder attraktiver werden

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Hier überall passiert in den nächsten Jahren etwas in der Bremer Innenstadt, wird umgestaltet und neu gebaut – diese Grafik präsentierte die Handelskammer (mit Google-Hilfe) beim Einzelhandelsabend.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Vom Sparkassen-Areal bis zu Kurt Zechs „City-Galerie“, vom Lloydhof bis zum „Bremer Carree“, vom „Jacobs-Hof“ bis zum Kontorhaus Langenstraße – die Bremer Innenstadt wird sich in den nächsten Jahren so stark verändern wie selten zuvor. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei mehr als einer Milliarde Euro.

Der radikale Wandel der City – er war das beherrschende Thema beim 62. Gästeabend von Handelsverband Nordwest und Handelskammer im Haus der Bürgerschaft. „Die geplanten Veränderungen sind eine einmalige Chance“, sagte Handelskammer-Präses Harald Emigholz. „Wir haben den Anspruch, wieder das wichtigste Oberzentrum der Region zu werden.“

Um diesen Anspruch zu untermauern – und vielleicht auch, um sich mit Blick auf die schiere Größe des Wandels gegenseitig Mut zuzusprechen –, haben Vertreter von fünf Organisationen beim Gästeabend eine „Bremer Erklärung zur Innenstadtentwicklung“ unterzeichnet. Neben der Handelskammer sind der Handelsverband Nordwest, die City-Initiative, der Gastgewerbeverband Dehoga und die Architektenkammer mit von der Partie.

„Zügiges und koordiniertes Handeln“

Die Bremer Innenstadtwirtschaft fordert den Senat auf, die Chancen zur Umgestaltung des Stadtzentrums durch „zügiges und koordiniertes Handeln“ zu nutzen. Zudem wird in der „Bremer Erklärung“ auch in die Region, ins Bremer Umland geblickt. „Wenn Bremen den Anspruch als Oberzentrum für die Region ernsthaft verfolgt, muss die Erreichbarkeit der Innenstadt mit allen Verkehrsmitteln gewährleistet bleiben“, heißt es in dem Papier. „Wir brauchen die Menschen aus der Region“, sagte Präses Emigholz. Und die Menschen aus einem Umkreis von 30 Kilometern würden mit Bahn und Bus, aber eben auch mit dem Auto nach Bremen kommen.

Stefan Brockmann (Bo-Concept), Vorsitzender des Ausschusses für Einzelhandel, blickte in seiner Rede auf Planungstempo und drohende Parkplatznot – wie berichtet, soll das Parkhaus Mitte ja für die „City-Galerie“ weichen. Kunden mit dem Auto seien in Einkaufszentren willkommen – „das sollte auch für die Innenstadt gelten“.

Brockmann weiter: „Während die ,großen Linien’ selten so gut aussahen wie in diesen Tagen, bereitet uns die personelle Kapazität der Verwaltung einige Sorgen. Gleiches gilt auch mit Blick auf die mögliche Verringerung des Stellplatzangebotes für Personenwagen in zentraler Innenstadtlage.“

Willkommenskultur für Besucher, Kunden, Touristen

Parkhäuser müssten „Mobilitätszentren für alle“ sein, Platz gebe es am Rande der Altstadt – etwa auf dem Sparkassen-Areal. „Wir brauchen eine Willkommenskultur für Besucher, Kunden, Touristen. Und kein Konjunkturprogramm für die grüne Wiese in Niedersachsen“, sagte der Unternehmer.

Apropos Planung – zehn Jahre Vorlauf wie beim Busreiseterminal (ZOB), das sei „zu lang“ und es „strapaziert nicht nur das Gemüt der Kaufmannschaft“, so Brockmann.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) lobte vor 150 Gästen die frisch unterzeichnete „Bremer Erklärung zur Innenstadtentwicklung“. „Wir brauchen dieses Zusammenstehen“, so der Bürgermeister. Und weiter: „Es gibt eine Aufbruchstimmung, die genutzt werden muss.“

Und, ja: „Wir müssen genug Parkplätze bieten.“ In Verbindung mit „zeitgemäßen Mobilitätskonzepten“, versteht sich. Sieling: „Bremen ist eine Autostadt, Bremen ist aber auch eine Fahrradstadt.“

Bremen ist vor allem eine Stadt, die sich in nächster Zeit grundlegend verändern wird. Das, so der allgemeine Tenor beim Gästeabend, wird sich lohnen – Redner Stefan Brockmann formulierte es so: „Die Zukunft unserer Städte wird nicht nur im Internet entschieden.“

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