„Reise zum Regenbogen“

Circus Roncalli gastiert ab 18. November in Bremen

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Clown, Mime und Illusionist: Paolo Casanova alias „Carillon“ mit sich drehendem Haarschopf am Dienstag bei der Vorstellung des Geburtstagsprogramms von Roncalli in Bremen. Er nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch Raum und Zeit.

Bremen - Von Viviane Reineking. Paolo Casanova ist ein Unikat. Bis vor zehn Jahren hat der Italiener noch Autos und Motorräder für namhafte Firmen designed. Jetzt ist Paolo Clown. Als „Carillon“ begeistert er in der Manege des Circus’ Roncalli.

Zur Vorstellung des Geburtstagsgastspiels vom 18. November bis zum 10. Dezember auf der Bürgerweide kam der 52-Jährige am Dienstag nach Bremen – überraschend allerdings ohne Zirkusdirektor Bernhard Paul.

„40 Jahre Reise zum Regenbogen“ heißt die aktuelle Tournee, mit der der Zirkus seit dem vergangenen Jahr durch Deutschland und Österreich zieht. Bremen ist die letzte Station. Zum neunten Mal gastiert Roncalli in der Stadt, zuletzt wurde die Zirkusstadt vor zwei Jahren auf der Bürgerweide errichtet.

Zur Vorstellung des Programms wollte eigentlich auch Roncalli-Gründer Bernhard Paul nach Bremen kommen. Eine herausgesprungene Bandscheibe aber machte dem 70-jährigen Zirkusdirektor einen Flug in die Hansestadt unmöglich. Stellvertretend für die insgesamt 34 Artisten aus 19 Nationen aber war ja „Carillon“ da.

1499 Zuschauer haben Platz

Die Figur sei das „poetische Element“ der Show, so Roncalli-Sprecher Markus Strobl. Der Mime und Illusionist lade das Publikum – maximal 1499 Zuschauer fasst das dieses Jahr eingeweihte neue und 16 Meter hohe Zirkuszelt – in seine Traumwelt ein, nehme es mit auf eine Reise durch Raum und Zeit. Paolo Casanova – der Turiner heißt tatsächlich so – haucht seinem „Carillon“ aber nicht nur inhaltlich Leben ein, er kreiert auch sein Äußeres. Sein skurriles Innenleben etwa hat er aus auf Flohmärkten zusammengesuchten Einzelstücken wie einem Grammophon erschaffen. Seine Nase gießt er, ebenso wie seine Perücke, selbst, seine Frau schneidert seine Kostüme. In der Show erweckt „Carillon“ aus einem historischen Fotoapparat einen Hund zum Leben und verzaubert sein Publikum mit Seifenblasensinphonien.

Am Mittwoch, 15. November, trifft der rund 750 Meter lange Roncalli-Sonderzug mit seinen 80 historischen Wagen in Bremen ein. Ab dem 18. November begeben sich Künstler und Publikum dann zweimal am Tag auf eine „Reise zum Regenbogen“. Die gestaltet sich temperamentvoll, rhythmisch, traumhaft, phantasievoll und lustig. Denn „viele, viele Clowns sind mit dabei, das ist Bernhard Paul immer wichtig“, weiß Öffentlichkeitsarbeiter Strobl. Sie stehen dieses Mal auch in gemeinsamen Darbietungen vor ihrem Publikum und sorgen für „poetisch-augenzwinkernde Sequenzen, die als roter Faden durch den Abend führen“.

Kostüm mit mehr als 80.000 Steinchen

Die Geburtstagsshow vereine einen Blick in die Zukunft mit nostalgischen Elementen, heißt es bei Roncalli. Mit dabei sind wieder Pauls Töchter Vivi und Lili. Vor zwei Jahren zeigten die Schwestern noch eine Rollschuh-Akrobatik. Im Burlesque-Kostüm präsentiert die 28-Jährige Vivian dieses Mal Schwünge und Sprünge am Luftring („Aerial Loop“), die 19-jährige Lili wird im mit mehr als 80.000 funkelnden Steinchen besetzten Kostüm zur Schlangenfrau.

Auf der Straße in Hannover entdeckte Paul den Improvisationscomedian Robert Wicke. Jüngere kennen in mitunter aus seinen Social-Media-Videos, bei Roncalli entlockt er seinem Körper Töne und Geräusche beim Beatboxen. Tierlehrer Karl Trunk hat zum letzten Mal die kleinen Ponys und das riesige Shirehorse dabei. Ab dem kommenden Jahr werde es beim „Circustheater Roncalli“ keine lebenden Tiere mehr geben – eine logistische Entscheidung, so Strobl. Mit zur Zirkusfamilie gehören etwa auch der 19-jährige Amerikaner Ty Tojo, das „Wunderkind der heutigen Jonglierwelt“, sowie das ukrainische „Circustheater Bingo“. Begleitet werden die Künstler und Artisten vom achtköpfigen Live-Orchester um den musikalischen Leiter Georg Pommer.

Gespielt wird von mittwochs bis freitags um 15.30 und 20 Uhr, sonnabends 15 und 20 Uhr sowie sonntags um 14 und 18 Uhr. Karten zu Preisen ab etwa 23 bis 73  Euro gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

www.roncalli.de

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