IG Metall kritisiert Bundesregierung für Kürzungspläne in der Offshore-Windenergie: „Muss zu Zusagen stehen“

„Chronologie des Versagens der Politik“

Meinhard Geiken (l.) und Heino Bade, Bezirksleiter und Bezirkssekretär der IG Metall Küste, sehen sowohl Energiewende als auch Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. ·
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Meinhard Geiken (l.) und Heino Bade, Bezirksleiter und Bezirkssekretär der IG Metall Küste, sehen sowohl Energiewende als auch Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr. ·

Bremen - Von Ralf SussekDie IG Metall Küste hat die Kürzungspläne der Bundesregierung beim Ausbau der Offshore-Windenergie kritisiert. „Die Bundesregierung muss auch im Januar zu ihren Zusagen aus dem Dezember stehen. Alles andere gefährdet Investitionen und damit Arbeitsplätze“, sagte gestern Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf einer Pressekonferenz.

Die neueste Diskussion über die Drosselung der Förderung der Offshore-Windenergie bringe Unruhe und verunsichere Investoren. Geiken: „Wer nur die Kosten diskutiert, springt zu kurz.“ Die Deutschen seien noch technologisch vorne. Und: „Die Energiewende wird ohne Wind nicht funktionieren.“ Bezirkssekretär Heino Bade ergänzte: „Die Chronologie der Rückschläge der Windenergie ist eine Chronologie des Versagens der Politik.“

Laut IG Küste geht den Betrieben der Off shore-Windindustrie in Norddeutschland die Arbeit aus: In einer Befragung der IG Metall Küste berichten Betriebsräte aus 17 Unternehmen mit 9 000 Beschäftigten – 18 000 arbeiten insgesamt in der Branche –, dass die Auslastung in zahlreichen Betrieben nur noch bis Mitte des Jahres, teilweise sogar nur bis April reicht. „In dieser Situation die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag infrage zu stellen und die Vergütung für Windenergie auf See kürzen zu wollen, ist verheerend“, kritisierte Geiken die entsprechende Ankündigung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD).

Laut IG Metall sind im vergangenen Jahr mehr als 2 000 Arbeitsplätze in der Wind industrie gestrichen worden. In diesem Jahr wird es weitere Entlassungen zum Beispiel bei Areva Wind in Bremerhaven geben (wir berichteten). Akut sind laut Umfrage in der Branche rund 1 000 Arbeitsplätze bedroht. Auch 350 Auszubildende müssen um ihre Zukunft bangen. Besser sieht es in der On shore-Windindustrie aus. Die Betriebsräte berichten von einer Auslastung, meist bis Anfang 2016.

Heute wollen sich Vertreter der IG Küste mit den Ministerpräsidenten der fünf norddeutschen Küstenländer treffen. „Norddeutschland muss mit einer Sprache sprechen“, sagte  Geiken.

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