„Leidenschaftlicher Vollblut-Politiker“

Bürgerschaftspräsident Christian Weber stirbt mit 72 Jahren

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Weber am Präsidium.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Der langjährige Bürgerschaftspräsident Christian Weber ist am Dienstag im Alter von 72 Jahren nach langer Krankheit gestorben. 20 Jahre lang war der Hastedter Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Damit war er Dienstältester im Kreis der Landtagspräsidenten. Für die SPD saß er als Abgeordneter mehr als 28 Jahre im Parlament.

„Bremen hat einen leidenschaftlichen Vollblut-Politiker verloren“, sagten am Mittag die beiden Vizepräsidenten der Bürgerschaft, Sülmez Dogan und Frank Imhoff. „Christian Weber hat sich mit ganzem Herzen für die Menschen in Bremen und Bremerhaven eingesetzt. Er hatte immer ein offenes Ohr für alle. Und ihm war alles wichtig, was für Bremen gut war – und das über alle Parteigrenzen hinweg. Vehement hat er für den Parlamentarismus und gegen sinkende Wahlbeteiligung gekämpft.“

Hans-Joachim von Wachter, seit August 2016 Bürgerschaftsdirektor und zuvor Chef des Bremer Landesverfassungsschutzes, lernte Weber „als engagierten Chef“ kennen, „der mit großer Aufgeschlossenheit unser Haus in die Zukunft führen wollte, der die Digitalisierung als Herausforderung angenommen hat", sagte er. Weber habe für das Nachhaltige gestanden, das Wertvolle und das Erhaltenswerte. Davon, so von Wachter, habe unter anderem das Haus der Bürgerschaft, das er "mit ansteckender Begeisterung" für die Bürger geöffnet habe, profitiert.

Kondolenzbuch liegt aus

Weber war ein überzeugter Demokrat, der für die parlamentarischen Institutionen kämpfte. Wichtig waren ihm stets vor allem die Eigenständigkeit Bremens, der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft sowie die Aussöhnung mit Israel. So pflegte er immer guten Kontakt mit Bremens Partnerstadt Haifa. Mit zahlreichen Diskussions- und Beteiligungsformaten („Jugend debattiert“) sprach Weber gezielt die junge Generation an, um sie vom Parlamentarismus und dem hohen Gut der Demokratie zu überzeugen.

Christian Weber hinterlässt seine Frau und deren Tochter sowie einen Sohn mit Enkel. „Viele Freunde, Weggefährten, Mitstreiter sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerschaftskanzlei trauern um den Freund und Chef“, sagte Dorothee Krumpipe, Sprecherin der Bürgerschaft. In zahlreichen Reaktionen brachten Abgeordnete des Landtags und weitere Weggefährten ihre Trauer um den profilierten Politiker und leidenschaftlichen Abgeordneten zum Ausdruck. Die Bremische Bürgerschaft wird bis zum Staatsakt Halbmast flaggen. Im Foyer des Parlamentsgebäudes wird ab dem Nachmittag ein Kondolenzbuch ausliegen.

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